Band 
Dritter Band. D bis E.
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Dionysius der Areopagit

Zeit eine Verstärkung von 3V Schiffen erhalten hatte, benutzte die Muthlossgkeitder Feinde, griff sie zu Wasser und zu Lande an und trug einen vollständigen Wiegdavon, dem bald ein vortheilhafter Friede folgte. Auf seinen Feldzügen in Un-teritalien eroberte er die Stadt Rhcgium durch Aushungerung. Nach einem neuenkurzen Kriege mitEarthago lebte er eine Zeitlang in Ruhe und beschäftigte sich mitder Dichtkunst, in der er durch seine werthlofen Erzeugnisse nicht minder glänzenwollte. Er wagte es sogar, bei den olympischen Spielen um den Preis zu ringen,und schickte zu dem Ende eine feierliche Gesandtschaft und eine Menge der bestenDeclamatoren dahin, die seine Gedichte vorlesen sollten, aber mit aller Kunst nichtVerhindern konnten, daß die Zelte des D. vom Volke niedergerissen und geplündertwurden. Noch schimpflicher wurde eine zweite, 4 Jahre nachher von ihm abge-schickte Gesandtschaft aufgenommen. Er wurde darüber fast rasend. Dennochwollte er seinen Wahn nicht aufgeben und pflegte Dichter und Gelehrte da-maliger Zeit durch Vorlesung seiner Verse zu peinigen. Endlich fing er aus Miß-muth einen neuen Krieg mit den Carthagern an, um sie ganz aus Sicilien zu ver-treiben; er konnte aber diese Absicht nicht erreichen und mußte einen nachtheiligenFriede» schließen. Dafür gelang es ihm jetzt, in Athen eins seiner Trauerspielegekrönt zu sehen. Die.Nachricht davon erfüllte ihn mit so unmäßiger Freude, daßer krank wurde; die Arzte aber gaben ihm auf Anstiften seines Sohnes statt derArznei einen Schlaftrunk, der ihn nicht wieder erwachen ließ. So starb er nacheiner 25jährigen Regierung. — Ihm folgte sein ältester Sohn, Dionysiusder Jüngere. Um ihn von den Ausschweifungen, denen er sich ergab, abzu-ziehen, machte ihn Dion (s. d.) auf die Lehren des Plato aufmerksam und stellteihm vor, daß dieser große Philosoph allein ihn die wahre Kunst zu regieren, wor-auf sein und seiner Unterthanen Glück beruhe, lehren könne. Dadurch bewogen,berief D. den Plato an seinen Hof. Dieser folgte seinen dringenden Einladungenund wußte ihn wirklich zur Tugend und zu den Wissenschaften zu leiten, und über-haupt dem ganzen Hofe eine andre Gestalt zu geben. Aber eine Gegenpartei, anderen Spitze der Geschichtschreiber PhilistuS stand, machte die Treue des Dionverdächtig, und bewirkte seine Verbannung. Vergebens suchte Plato seine Zu-ruckberufung zu bewirken, und verließ endlich, nachdem er lange mit einigemZwange zurückgehalten worden, Syrakus , als ein ausgebrochener Krieg den D.anderweitig beschäftigte. Nach geschlossenem Frieden kehrte er auf die wiederhol-ten Bitten des Königs zurück. Auch jetzt bemühte er sich, Dion's Zurückberufungzu bewirken, aber vergeblich. Er drang daher auf seine Entlassung. D. wußteihn dadurch zu gewinnen, daß er ihm eine scheinbare Aussöhnung mit Dion vor-schlug, vermöge welcher dieser sein Vermögen ausgeliefert erhalten, dagegen aberversprechen sollte, Nichts gegen den Thron zu unternehmen. Allein auch diesesVersprechen erfüllte er nicht, und Plato verließ ihn, nachdem er mehre bittereKränkungen erfahren. Jetzt erschien Dion und bemächtigte sich der Stadt Sy-rakus , in die D. erst nach Dion'S Ermordung turückkehrte. Sein Unglück hatteihn aber nur noch grausamer gemacht. Die Vornehmsten flüchteten vor seinenBedrückungen. Inzwischen singen die Earthaginenser einen neuen Krieg mit«SyrakuS an und verbanden sich heimlich mit dem Icetas, dessen Absicht war,sich der Stadt zu bemächtigen. Allein noch verstellte sich dieser, und billigte so-gar die Maßregel, bei Korinth Hülfe zu suchen. Timoleon kam mit einer Flottenach Syrakus und Vertrieb sowol die Feinde als den Tyrannen. D., der sich ih-nen ergeben hatte, wurde nach Korinth gebracht, wo er sein Brot kümmerlichmit Unterricht erwerben mußte, und in Verachtung starb.

Dionysius der Areopagit (Beisitzer des Gerichtshofes zu Athen ,der Areopag genannt wurde), um die Mitte des 1. Jahrh, durch den ApostelPaulus zum Thristenthume bekehrt, und erster christlicher Bischof zu Athen , wo er