Dioptrik Diplom 299
menkö, auch die mit Löchern oder Ritzen versehenen, auf einem Lineale senkrechterrichteten Metallplatten selbst; 2) ein wundärztlicheS Werkzeug.
Dioptrik, die Lehre von den gebrochenen Lichtstrahlen oder von den Gersetzen, nach welchen das Sehen erfolgt, wenn die Lichtstrahlen, bevor sie das Augeerreichen, durch verschiedene brechende Mittel, z. B. aus der Lust erst noch durchdas vors Auge gehaltene Glas des Fernrohrs, gehen. Die Dioptrik macht alsoeinen Theil der Optik, d. i. der Lehre vorn Sehen überhaupt, aus. Sie erklärtzuerst die Lehre von der Brechung der Lichtstrahlen überhaupt, und bestimmt hier;nächst die Wege, welche dieselben nehmen, wenn sie in ebenen und krummen Flä-chen gebrochen werden. Hieraus leitet man die Eigenschaft der Linsengläser, dieBeschaffenheit der Strahlenbrechung im menschlichen Auge, die Erscheinung desSehens durch Linsengläser und die Zusammensetzung derselben, folglich die Theorieder Fernrohre, Vergrößerungsgläser rc. her. Die Alten kannten diese Wissenschaftnicht. Die Naturkunde der neuern Zeit hat ihr ungemein viel zu verdanken. Durchsie, oder vielmehr durch Hülfe der Gläser, die sie bilden lehrte, sind dem mensch-lichen Auge Gegenstände erreichbar geworden, von denen man bis dahin Nichtsahnte. Kepler, Sncllius zu Leyden, Cartesius, Newton u. A. erweiterten nichtnur diese Wissenschaft, sondern gründeten auch einen großen Theil ihrer Entdeckun-gen auf dieselbe. In unsern Zeiten hat vorzüglich Dollond in London durch seinewichtigenErsindungenss.Achroma tisch) die Dioptrik ungemein bereichert. Kast-rier lieferte zuerst eine vollständige Anwendung der allgemeinen Arithmetik auf dieDioptrik. — Dioptrisch, was dieser Wissenschaft angemessen ist oder sich dar-auf bezieht. (Vgl. Brechung der Lichtstrahlen, Fernrohr, Linsenglä-ser.) W. „lliopiiie.-l .nicNne I.ecinli. bäiieio" (Petersb. 1769 — 71, 3 Bde.,4.). Deutscher Ausz. durch Klügel: „Analytische Dioptrik" (Leipz. 1778,2 Bde., 4.).
Diorama, s. Orania.
Dioskorides (Pedanius), geb. zu AnazarbuS (Cäsarea Augusta) in Ci-licien, im 1. Jahrh, nach Chr., ein griechischer Arzt, der ein berühmtes Werk überdie Uateii.i mestic-, in 5 Büchern hinterlassen hat. Es ist besonders für die Bo-tanik von Wichtigkeit, da die meisten Heilmittel, von denen der Verf. spricht, ausdem Pflanzenreiche genommen sind. Außerdem werden ihm noch zwei andre Werkezugeschrieben, von denen das eine: „4 le.xipb.'irm.-,,mit der genannte» äl-itcri-r,>i,-<Iioa als die 3 letzten Bücher derselben verbunden worden. Es handelt von denGiften der 3 Naturreiche und ihren Gegengiften. Das andre führt den Titel„kmpmista", und handelt von den leicht zu erhaltenden Heilmitteln. Die besteAusgabe des Dioskorides ist von Saracenus (Frankfurt 1598, Fol.), der besteCommentar von MatthioluS (Vened. 1565, Fol.).
Dioskuren, Kastor und Pollup, die beiden Zwillingssöhne des Jupiter ,Schutzgottheiten der Kämpfer, Reiter und Schiffer. (S. Kastor undPollur.)
Diphthong, Doppellauter, d. i. ein Laut, der aus zwei zusammenge-setzten Vocalen, Selbstlaurern, besteht, oder eine Verbindung zweier verschiedenen,mit einer Mundöffnung ausgesprochenen Vocale, z. B. au, ei, eu, äu, ai;nicht aber ä, ö, ü, welche man sonst fälschlich für Diphthongen hielt, weil manwegen der unschicklich gebildeten Schriftzeichen irrig glaubte, daß sie aus a und e,o und e, u und e oder i hervorgegangen seien.
Diplom (von ich lege zwiefach zusammen), eigentlich ein Doppel-
brief, d. h. ein Brief, der nur ein Mal zusammengelegt ist und dadurch in 2 Hälftengetheilt wird. Man versteht aber allemal unter Diplom eine mit Unterschrift undSiegel beglaubigte Urkunde, in welcher Rechte, Freiheiten, Würden ertheilt werden;z. B. ein Adelsdiplom, d. h. ein Adelsbrief, eine Urkunde, in welcher der Adel er-theilt oder bestätigt wird. So auch Doctordiplom, Magisterdiplom u. dgl. m. —Diplomatarium ist eine Sammlung von Abschriften alter Urkunden.