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Dritter Band. D bis E.
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Dippel

Dippel (Johann Konrad), ein Schwärmer, geb. auf dem Schlosse Fran-kenstein bei Darmstatt t. 1l). Aug. 1V73, studirte zuließen Theologie, dann Medi-cin , weil er die Fesseln derQrthodoxie nicht ertragen konnte. Er irrte in verschiede-nen (legenden von Deutschland und Holland umher, hielt zu S trasburg Vorlesungenund ging endlich nach Dänemark . Hier ließ er seinen Haß gegen die Geistlichkeit sozügellos aus, daß er auf Bornholm gefangen gesetzt wurde. Als er wieder loskam,begab er sich nach Lchweden und setzte sich daselbst durch glückliche Euren in solchesAnsehen, daß ihn der König in einer schweren Krankheit nach Stockholm berief. Aufdringendes Ansuchen der Geistlichkeit mußte er das Reich als ein Religionsspötterverlassen, ging dann nach Berleburg , und starb den 25. April 175 t auf deinSchlosseMitgenstein. In seinen frühern Zähren erschienen seine Sitten zweideutig.Bei aller S chwärmerei und Theosophie, wozu ihn das fleißige Lesen des Jakob Böhmgebracht hatte, war er einer der gelehrtesten Männer, der die blnstatthaftigkeit man-cher Dogmen glücklich, aber kühn aufdeckte, und auch in der Chemie nicht gemeineKenntnisse hatte. Er soll der Ersinder des berliner Blaus gewesen sein, wenigstensdie Zusammensetzung desselben theoretisch gekannt haben. Seine zahlreichen Schrif-ten gab er u. d. N. Ehristianus DemocrikuS heraus.

Diptichon, Diptychum griech.), bedeutet ursprünglich Dasselbe,was Diploma, ein zwiefach Zusammengelegtes. Die Griechen und Römer hattennämlich unter mehren Formen ihrer schriftl. Aufsätze auch die, daß sie metallene,elfenbeinerne und hölzerne Tafelchen von einerlei Größe aneinanderlegten, und imceinem Gelenke oder mit durchgezogenen Riegelchen befestigten, um sie bequemer tra-gen zu können, oder aus einer Hand in die andre gehen zu lasse». Diese heißen ur-sprünglich Diplomat« oder Diptycha. Jene und diese Benennung erhieltenin neuern Zeiten andre Bedeutungen. Die Diptycha wurden wichtig in der christl.Kirchenverfassung, wo man deren 3 Anen harte: der Bischöfe, der Lebenden undder Verstorbenen. Die ersten enthielte» Namen und Leben verdienter Bischöfe; beidewurden an Feiertagen verlesen, und dies gab Veranlassung zum Kanomsire». In denDiptychen der Lebenden standen die Namen um die Kirche verdienter lebender Päpste,Patriarchen, Bischöfe u. a. Geistlichen, Kaiser, Könige, Fürsten und andrer Gro-ße» zum Behufe des KircbengebetS; in denen der Verstorbenen waren die in demHerrn Verstorbenen angeführt, deren auch in dem Kirchengebete gedacht ward. Au-ßerdem findet man noch Diptycha mit dem Namen Getaufter. ckcl.

Directe Abgaben, s. Abgaben.

Directorium, die oberste Leitung eines Geschäfts in einem gesellschaft-lichen Verein und der Ausschuß oder die Personen, welchen dieselbe übertraget, ist.Diesen Namen sühne ein Eollegium von 5 Staatsbeamten, welchem nach der drit-ten Eonstitution die vollsiehende Gewalt in Frankreich übertragen worden war, undwelches auch in andern Staaten, wo dieses einen herrschenden Einfluß halte, als inder Schweiz, Holland :c., nachgeahmt wurde. Die beiden gesetzgebenden Räthe er-wählten die Mitglieder dazu: alle Jahre ging eins ab und wurde durch ein neuesersetzt. DasDirectorium verwaltete überhauptAlleS, was die Eonstitution von 1791der königl. Gewalt übertrage» hatte. Die 7 StaatSminister standen unmittelbarunter ihm, und es hatte freie Macht, sie ab-und einzusetzen. Durch die Revolutionvom 18. Brumaire wurde dieser StaatSkörper, wie die ganze damit in Verbindungstehende franz. Eonstitution vom 1.1>I, aufgehoben. Zur Geschichte des Dirccto-riums und des 18.Brum. sind die „Vlümoiik-s cke 6oi>iei" (Paris 1824, 2 Bde.),des letzten Präsidenten des Directoriums, wichtig.

Diren, s. Eumeniden .

Dis, Name des Pluto (s. d.) und des Ha des bei den Römern.

D i s, in der Musik, die um einen halben Ton erhöhte zweite Litufe der dia-tonischen Scala; gleich der um einen halben Ton erniedrigten dritten Stuse L«.Eonvcrsations-Lexikon. Vd. III. 20