Band 
Dritter Band. D bis E.
Seite
309
JPEG-Download
 

Dissonanz Diterich 30S

Reich getheilt wurde, so ging nichts in Erfüllung, bis endlich die Dissidenten 1775alle Freiheiten wieder bekamen, mit Ausnahme des Rechts, auf «enaior- undMimsterstellen ?lnspruch zu machen. Die neuern Schicksale Polens habenden Dissidenten mit den Katholischen gleiche Rechte verschafft.

Dissonanz, Zusammenklang zweier oder mehrer Töne, deren Verbindungansich betrachtet dem P>hre widrig ist; dann der Ton oder das Intervall selbst, welchesdiese Wirkung hervorbringt und, um musikalisch zu wirken, regelmäßig in ein consoni-rendes Intervall übergehen (ausgelost werden) muß. (S. Intervall». Acco rd.)

Distanz, die Weite, der Abstand oder die Entfernung eines Dinges voneinem andern, welche eigentlich nach der kürzesten Linie zwischen ihnen gemessenwird. Hierbei bedient man sich gewisser gegebener Mittel, so z. B. um die Distanzder Sonne und aller Planeten von der Erde zu bestimmen, benutzt man seit'dem18. Jahrh, den Vorübergang der Venus vor der Sonne. —Distauzenmes-ser, ein mathemat. Instrument, durch welches man eine Distanz gleich von»Standorte aus bestimmen kann, wie z. B. der Diastimeter (s. d.l,

Distichon, d. i. ein Doppelvers, besonders ein aus einem Hexameterund Pentameter bestehendes metrisches Zeilenpaar. So z. B. Schiller's Di-ffichon auf das Distichon:

Im Hexameter stecht des SprüigquellS silberne Säule,

Im Pentameter drauf fällt ste melodisch berab.

Da sich der Erguß der Empfindung in dem forrströmenden Hexameter, die Mäßi-gung in dem mit 2 fast gleichen Einschnitten versehenen, hemmenden Pentametersehr lebendig abschildert, so ist dies Versmaß ohne Zweifel die passendste Form fürdie Elegie (s. d.), und wurde daher das elegische Versmaß genannt. Zugleich istdas Distichon zur lieblichen Einfassung einzelner kleiner Gemälde von Gedankenund Empfindungen geeignet. Dies ist die natürliche Ursache, warum der Griecheseine Epigramme fast ausschließlich in diese Form goß; der Deutsche folgt auch hiermit glücklicher Wahl der Spur des Griechen. Die Rationen, welche das Vers-maß nicht haben, nennen wol auch jedes kleine Gedicht in 2 Versen ein Distichon.

Diterich (Johann Samuel), geb. den 15. Dec. 1721 zu Berlin , zuletzt-Oberconsistorialrach und Archidiakonus an der Marienkirche daselbst, wo sein Vaterdasselbe Archidiaconat bekleidete. 1738 ging er, vorzüglich um Alex. Baumgartenzu hören, auf die Universität zu Frankfurt , 1712 auf die zu Halle, ward 1714Hauslehrer, 1748 dritter Prediger an der Marienkirche und Gehülfe seines Va-terö. nach dessen Tode 1751 er in die zweite und 1754 in die erste Predigerstelleoder in das Archidiaconat einrückte. 1763 ernannte ihn die Königin zu ihremBeichtvater; 1770 ward er Oberconsistorialrath und starb am 14. Jan. 1797.D. »var ein Mann von Hellem Blicke und aebtungSwerthem Cbarakter, der sich auchin der Periode, als Wöllner die kirchlichen Angelegenheiten leitete, durch moralischeKlugheit auf seinem Posten zu behaupten wußte und seinem Collegcn, dem hvpcr-orthodoxen H. D. Hermes (der nicht mit I. A. und Tim. Hermes zu verwechselnist), ohne Bitterkeit die große Verschiedenheit ihrer beiderseitigen theologischen Denk-art zu verstehen geben konnte. Als ihm einst bei einem Candidatenexamen, da erseine Brille vergessen hakte, Hermes die sinnige reichte, um die «teile aus dem A.T., die D. hatte aufschlagen lassen, nachzulesen, äußerte D.: „Ich danke Ih-nen, lieber Herr College, ich zweifle aber, daß ich durch Ihre Brille werde die heil.Schrift lesen können". — D. machte sich verdient durch s. „Kurzen Entwurf derchristlichen Lehre" (neue A. 1781). Er hatte diesen Katechismus 1754 für seineKatechumenen aufgesetzt und 1763 vermehrt, 1772 aber», d. T.: „Unterweisungzur Glückseligkeit nach der Lehre Jesu" (neue AuSg. 1788), herausgegeben. Dannschrieb er: „Andachten für Christen, welche zum heil. Abendmahl gehen" (1775).Zweiundvierzig von ihm gedichtete Lieder sind großentheils in unsere neuen Ge-