Band 
Dritter Band. D bis E.
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Divon

Dithyrambus

sangbkicher (s. d.) aufgenommen, sowie 26 Nachahmungen alter Lieder, undviele Umschmelzungen älterer Lieder. Durch eine Sammlung, an welcher seineCollege» Kirchhof und Brüh» einigen Antheil hatten, die er u. d. T.: „Lieder fürd. öffentl. Gottesdienst", 1765 herausgab, und die zufolge eines königl. RescriptSneben dem Porst'schen alten Gesangbuche bei dem öffentlichen Gottesdienste in Ber-lin gebraucht wurde, veranlaßte D. die Gesangbuchveränderung in Deutschland .Auch zur Ausarbeitung des neuern berliner Gesangbuchs, von 1780, ward er vonSpalding und Teller, welche damit beauftragt waren, zu Rathe gezogen. Endlichschätzt man noch sein „Gesangbuch für die häusliche A ndacht" (Berlin 1787). 11.

Dithyram b u s, Beiname des Bacchus, weil er 2 Mal geboren wordensein sollte, ein Mal von s. Mutter Semele, und dann aus der Hüfte s. Vaters Ju-piter , oder weil ihm mehre Mütter gegeben wurden. Dann ein Gedicht zur Ehredes Gottes an seinen Festen gesungen. Da man diese Feste mit allem Übermukhfeierte, derbem trunkenen Gott gefallen mußte, so konnte es nicht fehlen, daß auchder zu diesem Gottesdienste gehörende Dithyrambus eine Art trunkener Raserei ath-mete. Daher kühnere Bilder u. Wortverbindungen; je mehr scheinbare Unordnung,je näher der Kühnheit des Trunkenen, desto dithyrambisch wahrer. Nach der wildenphrygjschen Tonart ward er in Chören gesungen. Arion aus Methymnä, auf derInsel LcSboS, wird für den Erfinder gehalten; in die öffentlichen Spiele führte ihnzuerst Lasos aus Hermione ein. Endlich bezeichnet auch ein dithyrambisches Gedichtein lyrisches Gedicht von wilder, stürmender Begeisterung, wie viele Oden deS'Pindar .

Ditters von Dittersdorf (Karl), geb. zu Wien 1739, einer der be-liebtesten und vielleicht der erste unter den komischen Theatercomponisten unserer Na-tion, voll Charakter, Laune, naiver Erfindung, Gewandtheit in der musikalischenDeclamakion und Behandlung seiner Texte, selbstDichter. ZwölfI. alt, zeigte ersich schon als Künstler aus der Violine. Der berühmte Hornist Huboczek empfahlihn dem Fürsten von Hildburghausen so, daß dieser den jungen Künstler unter seinePagen aufnahm und ihm den sorgsältiaste» musikalischen Unterricht geben ließ.Lange blieb er ani Hofe s. Wohlthäters. Eine Verbindung mirMetastasio wurde Ur-sache, daß er zum Hoftheater nach Wien ging. Darauf begleitete er Gluck nach Ita-lien , und trat nach s. Rückkehr in die Dienste des Bischofs von Groß-Wardein inUngarn . Bisherhatte er nur Instrumentalmusik gesetzt; auf Merastasio's Antriebcomponirte er jetzt 4 Oratorien desselben, die große» Beifall fanden. Zugleich finger an, für ein kleines Theater zu arbeiten, das der Bischof errichtet hatte. Er war30 I. alt, als er eine Reise durch Deutschland machte und einige Monate bei demFürstbischof von Breslau verweilte. Dieser ernannte ihn 1770 zum Forstmeisterund 1773 zum Landeshauptmann von Freyenwaldau. Zugleich verschaffte er ihmein kaiserl. Adelsdiplom, vermöge dessen er s. Namen Ditters den Namen von Dit-tersdorf hinzufügte. Unter s. theatralischen Composilionen erwarb ihm die Oper„Der Doctor und Apotheker", die erste deutsche, welche nach Art der ital. mit lan-gen Finales versehen ist, und welche er 1786 aufs wiener Theater brachte, ferner„Hieronymus Knicker" und „Das rothe Käppchen" ausgezeichneten Beifall. So-gar die Italiener haben s. deutschen Musik italien . Text untergelegt, und s. Opernwurden in Italien mit Beifall aufgeführt. Er starb, nachdem er 2 Jahre vorherniit 500 Gldn. Pension zur Ruhe gesetzt worden war, in ziemlich bedrängten Um-ständen aus der Herrschaft des Freih. Ignaz von Stillfried, den 1. Oct. 1799.Seine Selbstbiographie, zum Besten s. hinterlassenen Familie (Leipz. 1801),gibt anziehende Aufschlüsse über ihn und mehre Componisten.

Divan, Diwan, 1) das höchste Staarscollegium bei den Türken. (S.Osman. Reich.) Auch ist einem jeden Pascha einDivan zur Leite gesetzt. 2)In der Türkei , ein von dcrErdeeinen Fußhoch erhabenes Gerüste, welches man inallen Sälen der Paläste und den Zimmern der Privatpersonen findet. Dieses Ge-