Band 
Dritter Band. D bis E.
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Dobbcran

Dobrorvsty

derS aber von Sir sidnev Sniith, der mit einigen englischen Kriegsschiffen den nach-drücklichsten Beistand leistete, konnte D. sich rühmen, den Mann, vor dem Eu-ropa gezittert hatte, zum Rückzüge gezwungen zu haben. Er hatte späterhin blu-tige Fehden mit dem Großvesier und dem Pascha von Jaffa , und starb 1801.

Dobberan, Schloß u. Flecken (2200 Einw.) mit e. Amte, eine Stundevon der Ostsee, im Herzogth. Mecklenburg-Schwerin . In der Kirche sieht man dieBegräbnisse der alten Herzoge von Mecklenburg und andrer Personen. Eine Vier-telmeile davon zieht sich der heilige Damm, ein hoher Wall durch die Naturkünstlich gebildeter u. wunderbar gefärbter Steine, weit in die Ostsee hinaus. DasMeer soll diese Steine in einer Nacht, vielleicht durch ei» Erdbeben aufgeregt, aus-geworfen haben. DaS vormalige Cistercienserkloster ist jetzt ein fürstliches Jagd-schloß. Das eine Stunde von D. entfernte Seeba d, die älteste deutsche Seebade-anstalt, ward aufBefehl des HerzogS 1733 angelegt. Nahe an der Ostseeküste liegt,umgeben von kleinern Gebäuden, das große BadehauS, welchem das Seewasserdurch Pumpen und Röhren zugeführt wird. Man nimmt kalte und erwärmte Bä-der; auch sind Vorrichtungen zum Regenbad, zur Mutterdouche w. Gebadet wirdin der See mittelst Badekarren mit 4 Rädern, welche die Badezeit über in der Seebleiben, und aus deren innerm Raume, der zum Entkleiden dient, eine Treppe inöWasser hinabführt. Gegen die Macht der Meereswellen ist das Ufer durch eineMauer geschützt. Ein hohes, schattenreiches Portal, vor dem Bade zum Ruhen u.zur Abkühlung bestimmt, mit einer schönen Aussicht auf die weite See, steht amUfer. Nach dem Bade kann man in einem Lustwalde sich Bewegung machen. Seit1811 ist ein Haus für 12 arme Kranke errichtet, welche die Bäder ganz frei erhal-ten. Da nur wenige Curgäste im Badehause wohnen können, so nehmen alle andreihre Wohnung in D., wo man sehr gutes Unterkomme» findet. Für die Verschö-nerung D.'s hat der Großherzog viel gethan. Der Kamp, ein großer Platz, enthältschattenreiche Anlagen, auch einen Concertsaal. Das großeLogirhauS, daszuWoh-nungen für Curgäste bestimmt ist, hat einen Saal für Spiel u. Unterhaltung. Rau-schende Vergnügungen sind in das nahegelegene neue Gebäude verwiesen. seit 1805ist ein Schauspielhaus erbaut. In dtw Nähe liegen: der Park mit seinem Wasser-becken ; der Zungfernberg mit seinen Anlagen und der Aussicht auf die mit Schiffenbelebte See u. landeinwärts bis Rostock ; derBüchenberg, die Bademühle, dieAlt-hofer Mühle w. Entferntere sehenswerthe Orte sind : Dieterichshagen mit seinemBerge, einem der höchsten Hügel Mecklenburgs , von welchem aus man den größtenTheil Mecklenburgs , die Ostfee mit mehren Inseln, bis Holstein überschaut; War-nemünde; der koventer Landsee, wo man sich mit der schwanenjagd belustigen kannu. dgl. m. (Vgl. VogestS, „Handb. zur Kenntniß von Dobberan", Rostock 1819.)

Dobrowsky (Joseph), Abb-, 1). der Philosophie, M.itglied der k. böhm.Ges. d. Wiffensch. u. a. m., war d. 17. Aug. 1753 von böhm. Ältern zu Iermet beiRaab in Ungarn geb. Er trat in den Jesuitenorden u. wurde Rector des Generalse-MinariumS zu Hradisch bei Olmütz; dann lebte er 40 I. in Prag als Erzieher, späterals Hausfreund in dem gräfl. Nostitz'schen Hause. D. reiste viel, meistens zu Fuße;1792 ging er mit dem Grase» Sternberg nach Stockholm, Petersburg u. Moskau ,um Handschriften zu vergleichen; 1793 fg. machte er eine Reise nach Italien . S.s. „Literar. Nachr. von e. 1792 unternommenen Reise in Schweden u. Rußland "(Prag 1796). D. war der gelehrteste Slawe in der östr. Monarchie. Er machte sichdurch s. „Geschichte der böbm. Sprache u. ältern Literatur" (umgearbeitete Ausg.,Prag 1818), durch s. „Methodius u. CyrilluS, der Slawen Apostel" (Prag 1823),durch s. „Slawin " in lO Hft. u. durch s. „Iiislitntiones Ii»nuu«e 8l.i, io,',e vetorissti-ileoti" (1822) um die Literatur verdient. Zuletzt war er mit e. kritischen Ausg.des Iornandes für die srankf. Gesellsch. für die ältere deutsche Gesch. beschäftigt;auch gab er 1827 die „llist. cls oipestil. k'licicr. linder. etlUs s csiiostsin Llerioo