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Doginengeschichte
Entscheidung des BilderstrcitS für die Bilderverehrung und die Entartung der By-zantiner drückte den Geist dieser Kirche nicht weniger nieder als die Verbreitung desIslamismus. Dennoch kam in ihr wahrend dieser Periode durch Johannes vonDamascuS (st. 754) die erste Dogmatik, eine systematische Revision des griech. Kir-chenglaubenS zu Stande. In der5. Periode, von Gregor V I I. bis Luther (1073—1517), entwickelte sich neben dem GlaubenSdeSpvkismuS der nun auf den höchstenGipfel ihrer Macht gestiegenen Päpste durch abermaliges Erwachen des philosophi-schen Geistes in der latein. Kirche die scholastische Theologie, die ihren subtil auSge-sponnenen dogmatischen Systemen nur dadurch nach und nach Duldung verschaffenkonnte, daß sie der päpstl. Gewalt dienstbar ward, und das Bemühen, Vernunftund Christenthum in Übereinstimmung zu bringen, auf eine gezwungene Demonstra-tion der Ei weislichkeit des herrschenden Kirchenglaubens beschrankte. Die Gegnerder Scholastik, die Mystiker, brachten die Erkenntniß der Dogmen selbst nicht wei-ter, weckten aber durch ihr Dringen auf warme Religiosität und thätiges Christen-thum den Sinn für die wahren Zwecke der christl. Religionslehre, aus dem eine seitden Concilien zu Konstanz uud Basel nicht mehr zu unterdrückende Opposition gegendas römische Kirchcnihum hervorging. So war die 6. Periode, das Zeitalter derReformation, vorbereitet. Die kaihol. Kirche schloß darin ihren alten Kirchenglau-be» mitten durch die Polemik gegen den Protestantismus nothwendig gewordenengenauern Bestimmungen über einzelne Dogmen aus der Kirchenversammlung zuTrient schon 1504 ab. Bei den, durch die Reformatoren auf die Bibel als einzigeEi kenntnißguelle christl. Wahrheit zurückgeführten Protestanten legte derGeist freierUntersuchung den Grund zu einer neue» lichtvollen und schriftmäßigen Behandlungder Dogmen. Melanchthon gab der lutherischen, Calvin der refvrmirten Kirche diediesem Geiste entsprechende Dogmank. Doch kämpften die Meinungen der Parteienim Innern beider Kirchen um den Pre,s der Alleingülngkcit mit einer Hitze, die dieVereinigung unter der Autorität symbolischer Lehrnormen nothwendig zu machenschien. Mit Abschließung derselben durch die Coucordienformel (1580) für die luthe-rische und durch die dorn echter Synode (1618)für die resoimirteKirche beginnt die7. Periode der Dogmengeschichte, das Zeitalter des Stillstandes der Orthodoxen inbeiden Kirchen und der Verketzerung andersdenkender Theologen. Diese von den anti-trinitarischen und fanatischen Sekten wohl zu unterscheidenden Beförderer freier For-schung (Calixt und feine Schule in der lutherischen und die Arminianer oder Remon-stranten in der resormirten Kirche) zeigten in den nun heftiger als je ausbrechendenStreitigkeiten mehr Talent zur Ausmittelung urchristlicher Wahrheit und leistetenzur Reinigung der Dogmatik von schriftwidrigen Dorurihcilen größere Dienste, alsdie meist beengten und vcrfolgungcsüchtigen Orthodoxen. In der kathol. Kircheregte dasHinauSschreiten der Jesuiten über die tridenkinische Lehre zu noch gröber»und der Papstgcwalt günstigern Bestimmungen, und ihre Abweichung von derTheo-logie des AugustinuS und Thomas von Aguinum starken Widerspruch unter den nie-derländ. und franz. Theologen auf, die in den Iansemstischen Streitigkeiten, durchHofränke und päpstliche Machtsprüche mehr als durch Gründe besiegt, der Nach-welt das Bedürfniß tieferer Untersuchung der Rechte desPapstcS und der damit zu-sammenhängenden Dogmen überlieferten. Während hier der Quietismus den from-men Gefühlen lebendigere Nahrung versprach, als die Ceremonien der nur gegenKetzer eifrigen, aber in der Sorge für die Seelen ihrer Gläubigen sebr lauen Kirche,machte unter den Protestanten auf einer Seile der Pietismus die Rechte des Her-zens in Sachen des Glaubens geltend, aus der andern Seite der Einfluß englischerlind französischer Freidenker die Welt der Gebildeten aeneigt, den kühnsten Resul-taten einer kritischen Revision der ganzen Dogmatik Beifall zu geben. Die ^Pe-riode seit der Mitte des 18. Jahrh, bis jetzt ist das Zeitalter dieser kritischen Revisionund neuen philosophischen Begründung der christlichen Dogmen. Die immer mehr