Band 
Dritter Band. D bis E.
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332 Dominicug de Guzinan

ten zur kriegerischen Bekämpfung der Ketzer, der sich nach dem Tode des Stiftersin den Orden von der Buße des h. Domuücus für beide Geschlechter verwandelte,und den dritten Orden der Dominicaner ausmacht. Diese Tertiarier haben,ohne feierliche Gelübde zu thun, für die Beobachtung einigerFasten und Gebete die^ Zusicherung großer geistlicher Bortheile; übrigens bleiben sie ui ihren bürgerlichenund häuslichen Verhältnissen. Nur einige Congregakionen der Dominicanerinnendes dritten Ordens vereinigte» sich, besonders in Italien , zum Klosterleben undwurden wirkliche Nonnen, unter denen die h. Katharina von Siena die berühmtestewar. Um sich der Ausbreitung und Befestigung des katholischen Glaubens, welcheder Zweck ihrer Stiftung und die erste Probe ihres Eifers bei Ausrottung derAlbi-genser war, mit Erfolg widmen zu können, erhielten die Dominicaner 1272 dieVorrechte eines Betrelordcns, welche ihren schnellen Anwuchs ungemein begünstig:ten. Nicht nur Europa, auch die Küstenländer von 'Asien, Afrika und Amerika erfüllten sie mit ihren Klöstern und Glaubensboren. Ihre strcngmonarchischeVer-fassung, welche alle Provinzen und Zweige ihres Ordens zu einem Ganzen untereinem General verband, sicherte ihre Dauer und den Zusammenhang ihrer glückli-chen Bestrebungen nach Einfluß auf Kirche und Staat. Allerdings machten siesich durch das im Zeitalter ihrer Stiftung sehr vernachlässigte Predigen und durchihre Missionen gemeinnützig, durch große Gelehrte aus ihrer Mitte, wie Albert derGroße und Thomas von Aguinum, wichtig und um die Bestimmung des kirchli-chen Lehrbegriffs verdient, aber auch als Handhaber der Inquisition , die ihnenin Spanien, Portugal und Italien ausschließend übertragen wurde, furchtbar.Nachdem sie 1425 die mir ihrem ursprünglichen Gelübde einer gänzlichen Armuthstreitende Erlaubniß, Schenkungen anzunehmen, erhalten hatten, entwöhnten siesich vom Betteln und beschäftigten sich im ruhigen Genusse reichlicher Pfründen,stolz auf eine vor andern Orden behauptete Würde, mehr mit der Politik und dentheologischen Wissenschaften. Sie gaben den Königen Beichtväter, den UniversitätenLehrer und der Andacht den Rosenkranz, der ihnen reichliche Zinsen trug. Seit ihrerEntstehung hatten sie an den Fi anciscanern (s. d.) gefährliche Nebenbuhler ge-habt und Streitigkeiten mit ihnen geführt, deren Hitze und Erbitterung sich in denFeindseligkeiten der Thomisten und ^cotisten (s. DunS u. Scholastiker) auf dieneuern Zeiten forterbte. Beide Orden theilten die Ehre, Kirche und Staaten zu regie-ren, bis in das 16. Jahrh., wo sie allmälig durch die Jesuiten aus den Schulen undvon den Höfen verdrängt und auf ihren ursprünglichen Beruf zurückgewiesen wur-den. Neues Gewicht erhielten sie durch das Recht der Büchercensur, die 1620 demMagister des h. Pa'astes zu Rom , der stets ein Dominicaner ist, übertragen wurde,und was ihnen die Reformation in Europa entzog, gewann die Thätigkeit ibrerMissionen in Amerika und Ostindien wieder. Im 18. Jahrh, zählte ihr Orden über1000 Mönchs- und Nonnenklöster, die in 45 Provinzen und 12 besondere Con-grcgationen getheilt waren. Au den letzten gehörten die Nonnen von der Anbetungdes h. Sacramems in Marseille , die le O.uien 1636 mit verschärfter Regel stifteteund schwarz mir weißem Mantel und L chleier bekleidete, dagegen die Dominicane-rinnen sonst durchaus weiß mit schwanem Mantel und Schleier gehen. Jetzt blühtder Dominicanerorden nur noch in Spanien, Portugal, Sicilien und Amerika ;in Italien hat er Hoffnung, sich wieder z» erbeben. Der vortreffliche Las EasaS(s. d.) war ein Dominicaner; dagegen spielten in den empörenden Auftritten dessogcnanten Bernischen Trauerspiels (eimr schändlichen VisionSzeschichte, die zuGunsten des Ordens und zur Widerlegung der Franciscaner mit dem einfältigenLaienbruder Ietzer zu Bern veranstaltet wurde) Dominicaner die Hauptrollen, und4 derselben wurden als Betrüger und Mörder 1500 verbrannt.

Dominicus de Guzman, Stifter des Dominicanerordens, geb.