Band 
Dritter Band. D bis E.
Seite
338
JPEG-Download
 

338 Donnerlegion Doppelmayr

zelnen Massen erfolgenden Verdichtung des aus der Luft entstandenen Wasser-dampfs. Zu die leere» Räume, welche diese Verdichtung veranlaßt, dringt dieLuft mit Gewalt ein und bringt einen Schall hervor, in welchem sich ein anhalten-des Rollen mitschwachern oder stärker» Schlagen verbindet, je nachdem die verdich-teten Dunstmassen entweder gleichförmige, ununterbrochen fortg-hende Strecken,oder kleinere und größere Haufen bilden. Das durch dieVerdichtungentstandeneWasser fällt in Regen herab. Die Anhänger der neuern fron;. Chemie leiten denDonnerknall aus der plötzlichen Entstehung einer großen Wolke her. Girkannerstützt die Behauptung auf die Betrachtung, daß sich im Sommer, wenn es bei hei-term Himmel zu donnern anfängt, auf einmal Wolken zeigen, welche vorher nichtda waren, und auch nicht vom Winde Herbeigetrieben wurden. >L7owie das Ge-witter fortdauert und die Donnerschlage aufeinanderfolgen, entstehen nach undnach immer Mehr neue Wolken, und dies hält nebst dem Regen so lange an, als derDonner dauert. Demnach wäre der Donner nicht eine Folge des Blitzes. Zu-dem sich das Wassergas in der Atmosphäre durch plötzliche Erkaltung in Wasser ver-wandelt, nimmt es einen 600 Mal kleinern Raum ein als vorher; es entsteht ei»leerer Raum, die obern Schichten und die Nebenschickten drängen sich herbei, undindem sie aufeinanderfallen, entsteht das Geräusch. Dieselbe Erscheinung erfolgtim Kleinen, wenn man eine Büchse aufmacht, deren Deckel gut anschließt. EinePeitsche knallt, weil ihre schnell zurückgezogene Spitze eine gewisse Masse Luft mitsich zurückreißt, wodurch ein leerer Raum entsteht, in welchen sich die umgebendeLuft mitGewalt eindrängt, und dadurch das Klatschen verursacht. Der Schall desDonners ist verschieden nach der Beschaffenheit der Dbei stäche und der umgebendenKörper. — Donnerbüchse, der sonstige Name des Schießgewehrs. — Don-nerhaus, ein zur elektrische» Geräthschaft gehörendes Modell eines Hauses, durchwelches man das Einschlagen des Blitzes in ein Haus ohne Wetterableiter im Kleinennachahmen kann.— Donnerkeil, kegelförmig zugespitzte Steine, von denenmansonst wähnte, daß sie mit dem Blitze auf die Erde sielen. Manche solch, r Steine sindVersteinerungen von jetzt unbekannten iL'chalrhieren, die wegen einiger Ähnlichkeit miteinem Pfeil od. einemFinger auch Pfeilsteine u. Fingersteine genannt werden. Andresind steinerne Streitäxte, deren man sich in alten Zeiten bediente, Donneräxte. BeideArten werten auch Donnersteine, Alpsteine, Alpschosse, Luchssteine, Teufelskegel,Teufclssinger, Hexenfmger, Storchsieine, Rabensteine, Stahlsteine genannt. DieBlitze, mit welchen in derHand Jupiter, als Donnergott, oder sein Adler, abgebildetzuwerdcn pflegt, nennt Man wol auch Donnerkeile. — Donnermaschine, einevon Michel in Paris erfundene Maschine, womit man den Donner täuschend nach-ahmen kann; dann ein Instrument zu ähnlichem Gebrauch auf dem Theater.

D o n n e r l e g i o n, s. l. egsto l» l m i n a > > i v.

Donnerstag, eigentlich Thorsrag, bei den AngelsachsenThunrestag;bey den Engländern Tursday, kommt her von dem deutschen Gott Thor (s. d.).

Don Wuixoke, s. Cervantes.

Doppelma y r (Zohann Gabriel), ein Mathematiker, geb. 1611 zuNürnberg, studirte in Nürnberg , Aktors und Halle die Rechte, machte aber baldMathematik und Physik zu Hauptzegenständen s. Beschäftigung, bereiste Hollandund England und erhielt die mathematische Professur am Egitiengymnasium zuNürnberg , die er 46 Jahre lang verwaltete. Er gab mathematische, geographischeund astronomische Werke heraus, unter welchen s. Himmelsatlas s. Namen amweitesten verbreitete („äil-ni ocieiei-ki;", mit 30 astronom. Taf., Nürnb. 1143,Fol.). Er erwarb sich Leibnitz'S Achtung, ward in mehre gelehrte Gesellschaftenaufgenommen, und starb 1159 (nach Andern 1150). Ein Verzcichniß s. Schrif-ten, über Gnomonik, Experimentalphysik, Astronomie u. s. w. gibt Wül's „Nürn-berg. Gclchrtenlexikon". D.'s „Nachricht von den nürnberg . Mathcmaticis und