Band 
Dritter Band. D bis E.
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842 Dortrecht

bezirk Arnsberg gehörig, mit 900 H, und 4500 E-i Sitz eines Oberbergamtsund eines Land - und Stadtgerichts, D, ward 800 von Karl dem Großen aus 3Dörfern als Stadt gestiftet, An der Nortfene stand dicht an den Mauern außer-,halb die alte Kaiserburg Munda, in der einst der Graf Teutman», vielleicht alsPfalzgraf, hauste, welchen Karl der^Große '88 mit der Grafscbaft Dortmund belehnte. Bald nach Gründung der Ltadt soll Karl den obersten Ltuhl des west-,fälischen FreifchöffengerjchkS daselbst gestiftet haben, 808 fing er den Dom Pan-taleon's zu bauen an, welche» Ludwig der Fromme vollendete. Heinrich II. hielt 1005 hier eine Kirchenversammlung, und 1016 einen Reichstag. Überbauptwar Dortmund Jahrhunderte lang oft der Ort der l'aiserl. Hofhaltung. AlsFriedrich I. 1180 hier einen Reichstag hielt, saß er selbst, zur Fein beim Haupt-stuhle zum Spiegel am Rqthhause, als Stuhlherr, zu Gerichte; noch 1327verweilte Karl I>, hier längere Zeit. Eine merkwürdige, 21monatliche Belage-rung pon 48 Landesherren hielt Dortmund 1387 und 1388 aus und erkämpftesich einen ehrenvollen Frieden, Die Macht und der Flor der Stakt stiegen im-mer höher. Im 16. Jahrh, hatte Dortmund gegen 50 Thürme, 4 Bastionenund dreifache breite Mauern; es Zählte 10,000 H, und gegen 50,000 E., undbesaß seit 1513 eins der drei Archignnmasien Westfalens . Seinen Hauptfisrgab ihm die Hanse, Es hatte damals große Fabriken in Tuch, Eisen und Hü-ten, ansehnliche Bierbrauereien, und war der Stapelplatz zwischen Antwerpen undBremen , wo alle durchgehende Waaren 3 Tage lang zum Verkauf ausgestelltwerden mußten. Aber innere Unruhen, die allmälige Auflösung der Hanse,die Religionskriege im 16. und 1'. Jahrh, und das Streben der Großen, die Klei-nen immer mehr zu beschränken und sich dieslben zu unterwerfen, führten D.'SVerfall herbei, 1803 ward Dortmund dem Prinzen von Oranien zugetheilt,im Oct. 1806 von franz. Truppen besetzt, und den 1. März 1808 von Napoleon an den Großherzog yon Berg abgetreten. Jetzt war es der Hauptorr des Depart.der Ruhr, In dem Vertrage vom 31.Mai 1815 entsagte der König der Nieder-lande diesen; Gebiete zu Gunsten der Krone Preußen. Das alte Archiv zu D.enthält wichtige Schriften und Urkunden aus der Zeit, als hier noch der Haupt-freistuhl des Femgerichts stand, dessen Verfahren schriftlich war. D. hat eingutes Gymnasium.

D o r t r e ch t, schöne und reiche Handelsstadt in Südholland , mit 19,000Eimv, in 5900 H., an der Merwe und auf einer Insel im Biesbosch, welche dieÜberschwemmung von 1421 bildete, als das Meer die Maasdeiche durchbrachund '2 Dörfer wegschwemmte, wodurch 100.000 Menschen ihren Tod fanden.Ein Paar Thurme sind von den vormaligen Festungswerken noch übrig. Lehens-werth sind die große Kirche (300 F. lang und 125 F. breit) mit einem hohenThurme, das prächtige RachhanS, die Börse, die Nieolaikirche und verschiedeneHospitäler, Der Hafen ist sehr geräumig. Durch 2 Eanäle können die Waarenzu Wasser bis an die Magazine mitten in die Stadt gebracht werden. Wichtig istbesonders der Handel mit Rheinweinen, mit deutschem Zimmerholz, das durchFlöße auf dem Rheine (s. Flöße) dorthin kommt und auf den nahe» Sägemühlenzerschnitten, oder unbearbeitet nach England. Lpanien und Portugal verschifftwird. Die hiesigen Schiffswerft«, Bleichen , Seesalzsiedereien w. sind bedeutend,sowie der Lachsfang und die Tabacks-, Salz-, Zucker-, Getreide- und LümenauS-fuhr, D. hat eine Artist. - u. Ingenieurschule, Sie war die Residenz der alten Gra.fen von Holland , und ist der Geburtsort der de Wirt (s. d.), des Ioh. Gerh.Vosfius, des Malers Varestag u. a. ausgezeichneter Männer. 1618 und 1619hielten die reformirlen Theologen in D. die berühmte Synode, deren Schlüsse nochGesetz der Holland , reformirlen Kirche sind. Sie erklärte die Arminianer für Ketzerund bestätigte die belgische Eonfession nebst dem Heidelbergischen Katechismus.