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Drache
wohl gruppirte und tief gedachte Gestalten; der Ausdruck des Schmerzes ist mitgroßer Wahrheit wiedergegeben, die Farben sind lebhaft und kräftig; der Anblickder «chönheir in Thränen und reicher Kleidung, muten unter den Verwüstungender Pest, welche vorzugsweise gegen fleischlose Körper zu wüthen scheint, drückteinen großen Gedanke» aus. Nach Danloo'S Tode war D. zu Ausmalung derCapelle des heil. Gregor bei den Invaliden gewählt. Dann wurde ihm vomHofe der Triumph der TelhyS über die Gewässer zu malen übertragen. Sein Ge-mälde wurde um so schöner gefunden, je weniger die Glasten, womit er es zu ver-schönern gewußt, etwas von der Ziererei und dem schlechten Geschmacke zeigten,der damals Mode war. 'Der Tod des heil. Ludwig, in der Capelle derMilitair-schule, ist eine seiner schönsten Arbeiten, vorzüglich in Hinsicht der trefflichen Anord-nung. Im Anfange der Revolution berief ihn Katharina I I. nach Rußland , gabihm eine Pension von 1200 Rubeln nebst freier Wohnung und ernannte ihn zumProfessor bei der Malerakademie zu Petersburg . Nach der Kaiserin Tode bezeigteihm Paul I. gleiche Gunst. Er malte viel in den kaiserlichen Palästen und starb zuPetersburg 1806 den 5. Juni.
Drache, 1) Sternbild am nördlichen Himmel; die Fabel sagt, Junohabe den Drachen, welcher die goldenen Apfel im Schlafgemache der HeSperidenbewacht, und welchen Hercules tödteke, an den Himmel versetzt. — 2 Der fabel-hafte Drache. Von diesem Ungeheuer geht die Fabel fast so weit hinauf, als dieGeschichte reicht. Man schildert seine Gestalt so schrecklich als möglich, und gibtihm zum Wohnplatze beinahe olle bekannte Länder, besonders das damals noch un-bekannte Indien und Afrika , «eine Größe gab man nicht leicht unter 20, oft aberauf 70 Ellewan. Von letzterer Art war der Drache, der nach dem Älian zu Ale-xanders des Eroberers Zeiten in Indien lebte und göttlich verehrt wurde. Füßehakte er nach diesen Beschreibungen nicht, sondern wie Schlangen bewegte er sichdurch Windungen des Körpers fort. Der ganze Körper war mit Schuppen be-deckt, und nach Dielen der Hals mit einer Mähne gezielt. Übrigens widersprechensich diese Erzählungen fast alle, und nur da> in stimmen sie überein, daß der DracheVortreffliche Sinnenwerkzeuge, besonders ein scharfes Gesicht habe. Ihm wirdeine solche Stärke beigelegt, daß es ihm eine Kleinigkeit war, einen Elefanten zu er-würgen. Seine Nahrung bestand in Blut und Fl.-.sch von allerlei Thieren; auchfraß er verschiedene Früchte. Das Sonderbarste ist, daß dessenungeachtet diesesThier gefangen und zahm gemacht werden konnte, wovon die alten Schriftstellermancherlei zu erzählen wissen. Diesen Fabeln scheint aber dennoch ein wirklichesThier zum Grunde zu liegen, und wahrscheinlich ist dieses kein andres als die großeAbgottsschlange (l>->ncou5leicle>r, s. d.). Der fabelhafte Drache des Mittel-alters hat 4 Löwenfüße, einen langen, dicken Schlangenschwanz und einen unge-heuern Rachen, aus welchem Feuerslannuen strömten. In den Ritterzeiten spieltedieser Drache eine Hauptrolle; er gehört zu den Ungeheuern, welche die bepanzertenRomanenhelden zu besiegen hatten. Diese Sagen wurden wahrscheinlich durchmangelhafte Nachrichten vom Nilkrokodill, welche durch die Kreuzzüge nach Europa kamen, und übertriebene Beschreibungen unserer größten inländischen «chlangenveranlaßt, — 3 Der elektrische Drache, das Spielwerk der Knaben, hat Anlaßzu einer höchst wichtige» Erfindung gegeben. Franklin bediente sich 1752 seinerzuerst als eines Leiters, um vermittelst desselben die Elektricität der Luft oder derWolken herabzuziehen, und die Elektricität des Gewitters zu beweisen, Der Drachewar von Pappe, wie die gewöhnlichen Drachen, womit Kinder spiele», und aufdemselben war eine metallene Spitze befestigt. Er ließ ihn an einer hänfenenSchnur, an deren unterstem Ende ein Schlüssel hing, in die Höhe steigen. Umdie Schnur, ohne die elektrische Materie abzuleiten, anfassen zu können, war unteneine seidene Schnur angebracht. Sobald der Drache in der Lust schwebte, wurde