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Druis
Draht
wurden sie fast nirgends mehr zum Infanteriedienste gebraucht und bilden dagegeneine gute Gattung Eavalerie, der man die für die Husaren zu schweren und für dieEunalsiere zu leichten Pferde gibt. — Dragonaden Dragonerbekehrungcnsid. h. Bekehrungen, welche mit Kriegsgewalr erzwungen werden sollen, Zwangs-bekehrungen. Ludwig XIV. schickte in dieser Absicht z168l) Dragoner in die Ee-vennen, um durch sie die Hugenotten zu züchtigen.
Draht, das nach gewissen Formen, gewöhnlich runden, in die Länge aus-dehnte Metall. Plan hat Platin-, Gold-, Silber-, Kupfer-, Eisen-,Stahl-, Messingdraht :c. Gegenstand eigner Fabriken ist nur der Eisen - undMessingdrahk; mit der Anfertigung der übrigen Mctalldrähte beschäftigen sich ein-zelne Menschen, oder es ist ein Zweig der Gold - und Silberfabriken. — Zur Fa-briearion des Eisendrahtes eignet sich nur sehr festes, dehnbares und zähesStabeisen, welches vorher zu feinen Stäben ausgereckt sein muß. Diese feinenStäbe werden vermittelst einer besondern Vorrichtung durch kreisförmige Öffnun-gen gezogen, welche sich in dem,auS dem härtesten Stahle gefertigten Zieheisen be-finden. Der Durchmesser der Öffnungen bestimmt die Lnärke des Drahts, indeßmuß der feinste Draht durch alle vorhergehenden größer» Öffnungen erst durchge-gangen sein. Aber auch ungeachtet dieser Vorsicht, wird das Eisen durch das Zie-hen steif und spröde, sodaß die Härte und die daraus entspringende Sprödigkeit zu-erst nach jedem Zuge durch Ausglühen gehoben werden muß. Das Ausglühen ge-schieht entweder vor der Esse bei Holzkohlen, oder in Öfen. Der entstandene Glüh-span muß vor dem neuen Durchziehen sehr sorgfältig weggeschafft werte», weil sonstdie Zieheisen leiden, und der Draht verdorben wird. Die .straft, welche das Durch-ziehen verrichtet, besteht entweder aus einer Zangenvorrichtung, bei welcher sich dieZangen in dem Augenblicke des AnpackcnS des Drahtes schließen und nach beendig-tem Zuge wieder öffne», oder aus Walzenvorrichtungen, an denen das Ende desdurchzuziehenden Drahtes befestigt ist, und welche den Draht bei der Bewegungum ihre Ape, auf ihrcr Oberstäche aufrollen. Die letzte Vorrichtung ist Nur bei feine-ren Drähten, aber dann auch vorzugsweise anwendbar. — Zur Anfertigung desMessingdrahtes werden die ausgewalzten Tafeln in Drahrbänder geschnitten,welche ebenfalls mittelst Zangen und Walzen (Leiern) zu Draht ausgezogen werden.Ein Theil desselben kommt sogleich von dem Drahtzuge, durch das Ausglühen ii»Glühofen schwarz in den Hantel, ein andrer Theil wird in Holzessig gebeizt, mitKochsalzlauge und Weinstein ausgeholten und auf diese Weise blank gemacht. —Die Kunst, aus Metall dünne Fäden zumachen, ist sehr alt; allein der Draht wurdefrüher geschmiedet. Die eigentliche Drahtzieherkunst ist erst zwischen 1360—1100in Nürnberg erfunden worden.
Drais (KarlWilhelm,Freih.v.),gcb. zuAnsbachd.23.Sept. 1755,gehörtunter die vorzüglichern Geschäftsmänner Deutschlands im Justiz - und Polizeifache.Er studirte zu Alrorf und Erlangen und lebte kurze Zeir zu Wien , um den Pro-ceßgang des kaiserl. Reichühosraths kennen zu lernen. Der Markgraf Karl Fried-rich von Baden stellte ihn 1777 als Regierungsassessor zu Karlsruhe aii. Seit-dem diente H. v. D. 12 Jahre lang als Rath in dem Justiz - und administrativenHofrathScollegüun, besonders aber als RegierungSdeputirter in der für die ResidenzKarlsruhe errichteten Polizeideputation mit Auszeichnung. Verdiente Regie-rungsräthe wurden damals als Oberbeamte auf das Land versetzt, weil sie ineinem solchen Verhältniise eine größere Besoldung beziehen konnten, als die Mitglieder der höher» La»deScollegien, obwol sie unter deren Leitung standen. Auchp. D. ward als Obervoigt dem Oberamre Kirchberg vorgesetzt. Baden verlor mitder franz. Eroberung des linken Rheinufers diese Besitzung, lind damit r. D.sein Amt. Wegen steter Nervenleiden in das Privatleben zurückgetreten, ver-faßte er ei» von den Ärzten geschätztes Werk, in welchem er unter dem Namen