850 Draisine Dracke
über diesen Gegenstand erschienene Schrift verwirft auch in einem Anhange dieTrennung der Justiz von der Polizei bei den Lantbcamten.
Draisine (franz. välc>cl;>e>I<-), ein vom Forstmeister v. Draiszu Man-heim 1817 erfundener zweiräderig.'r Wagen zum Selbstfahreu. Zwei hinterein-anbei laufende Rüder verbindet nämlich ein Gestell, auf dessen Oberin Steg ein Sitzin Form eines Sattels angebracht ist. Bor dem Sattel ist ein Bügel befindlich,auf dem beim Fahren die Arme ruhen, und vor diesem geht ein mit einem B.uer-siabe versehener Schenkel in die Höhe, wodurch die Fahrmaschine, da das vordereRad, wie bei allen Wagengestellen, beweglich ist, gelenkt wird. Will man dieDraisine Nun zum Fahren gebrauchen, so seht man sich aufden Sattel und schiebt,'»dem man mit einem Fuße um den andern auf den Erdboden auftritt, die Ma-schine fort. Dabei muß Man aber zwei Dinge sehr in seiner Gewalt haben, ein-mal eine gute Balance, und dann eine gute Fertigkeit im Lenken. Wer einmaldiese beiden Hauptersodernisse sich zu eigen gemach! hat, soll auf gutem, cbeneinWege in einer Stunde beguem eine deutsche Meile zurücklegen keimen. In Eng-land hak ihr Verbesseren, Knight, ein Patent darüber erhalten.
Drakc (Franeis), Seemann, geb. zu Tavpstock in Devonshire 1545,lernte das Gewerbe eines Seemanns bei einem Küstenfahrer, der auch zuweilenWaaren nach Irland und Frankreich überfühi te. D. gewann die Liebe s. Herrnin dem Grade, daß dieser ihm bei seinem Tode sein Fahrzeug vermachte. Ein Ver-wandter, Sir John Hawkins , ließ ihm Unterricht ertheilen. Im 18. I. mußteD. einzelne Geschäfte aufeinem Schiffe verrichten, welches nach Biscaya Handeltrieb; im 20. machte er eine Reise nach der Küste von Guinea , unk nti 22. erhielter den Oberbefehl eines Schiffs und benahm sich in dein unglücklichen Gefechte,welches Sir John Hawkins gegen die Spanier in dem Hafen von Vera-Cruz zubestehen hakte, mit vieler Tapferkeit; allein er verlor auch dabei Alles, was er besaß.Er faßte nun einen solchen Haß gegen die Spanier, daß er bloß auf Mittel dachte,ihnen allen möglichen Schaden zuzufügen. Kaum hatte er diese Absicht in Eng-land Merken lasten, als eine Menge Abenkeurersich ihm anschloß. Er bewirkte nun2 Unternehmungen »ach Westindien , vermied zwar noch mit den Spaniern Zu-sammenzutreffen; der Erfolg seiner Reife war aber so günstig, daß man ihm 1672zu s. Angnffsplan aus die spanisch-amerikanischen Handelsplätze 2 Schiffe anver-traute. Das eine wurde von s. Bruder befehligt. Er nahm die Städte Nombrede DioS und Vera-Cruz, auf der östlichen Küste der Erdenge von Panama gelegen,mit Sturm und machte eine ansehnliche Beute. Nach der Rückkehr rüstete er 3große Fregatten auf s. Kosten aus, mit denen er als Freiwilliger in Irland unterden Befehlen des Grafen Essep, eines Bruders des durch sein Unglück bekanntenEssex, diente. Beim Tode dieses s. Beschützers kehrte er nach England zurück. SirChristoph Haiton, Vicekammerherr und Rath der Königin Elisabeth, stellte ihndieser Fürstin vor, der D. seinen Plan vorlegte, durch dieMagellanische Meerengein die Südsee zu dringen, um hier die Spanier anzugreifen. Die Königin gabihm die Mittel, eine Flotte von 5 Schiffen für diesen Zweck auszurüsten. D.ging von Plymouth den 13. Nov. 1577 ab und kam in die Magellanische Meer-enge den 20. Aug. 1578; den 6. Nov. gelangte er an den Ausgang und wurdeden Tag darauf von einem Sturme überfallen, der ihn nach Süden zu steuernzwang. Als er an das Ende der Meerenge zurückgekommen war, legte er der Bai,wo er ankerte, den Namen lRi ti ner ok bi lciiil-, bei, weil er, als er sie verließ, voneinem seiner Schiffe getrennt wurde. Neue Windstöße trieben ihn abermals nachSüden. Er befand sich nun zwischen den Inseln, welche die Geographen aufden Charten neuerer Zeit 200 Stunde» westlich von Amerika bemerkt haben;Fleurieu hat aber bewiesen, daß sie eins sind mit den zahlreichen, noch jetzt wenigbekannten Inseln, welche den südwestlichen Theil des Archipels des Feuerlaudeü