Draper Dräseke 3L3
ein Drama zu dichten und auf der Bühne darzustellen, soweit sich dies überhauptauf Regeln bringen läßt. Sie umfaßt also eigentlich die ganze Poetik des Dramaund die Theorie der Schauspielkunst. Zn diesem Umfange besitzen wir aber nochkein Werk unter diesem Titel. Schlegel'ü meisterhaft? Vorlesungen über dramat.Kunst u. Lit. nähern sich demselben an. Der Erste, der unter diesem Namen einWerk herausgab, war Lessing , den man bei Errichtung einer neuen Bühne 1767nach Hamburg berufen hatte, um durch seine Einsicht die dramat. und theatralischeKunst Deutschlands zu fördern. Daß, und wie er dies gethan, wird noch heutedankbar anerkannt. Er brach die Bahn zur tiefern dramat. Kritik, erlöste uns vonden Geschmacksfesseln der Franzosen , öffnete den wahren Sinn für die Muster derAlten und Shakspeare's und legte einen Schah der reichhaltigsten Bemerkungenüber theatral. Kunst darin nieder. Beleidigte Eitelkeit einiger Schauspieler war dieUrsache, warum er über theatralische Kunst bald schwieg, wodurch wir viel verlorenhaben. Das „Dramaturgische Etwas", welches Bode und Claudius 1774 zuHamburg Herausgaben, reicht zwar ebensowenig alsSchink's „DramaturgischeBlätter" an Lessing's Werk; doch verdienen beide genannt zu werden. Aus derneuesten Zeit sind Schmidt'ö „Dramaturgische Aphorismen ", Zimmermann's„Dramaturg. Blätter" und Tieck's „Dramaturg. Abhandlungen" anzuführen.
Draper (Elisabeth), s. Sterne.
Draperie (von clrup. Tuch, in technologischer Hinsicht, Tuchhandel,Tuchmanufaktur) bedeutet vorzüglich in den bildenden Künsten 1) im weiternSinne, jede Anordnung und Darstellung von Gewändern, Stoffen und Zeuchen,welche zum Puh oder zur Verzierung einesGegenstanbes dienen, z. B. Draperiean Vorhängen zur Verschönerung eines Zimmers u. s. w. Diese Verzierung be-ruht vorzüglich auf dem leichten und mannigfaltigen Faltenwürfe. 2) Zm engernSinne, vorzüglich in derMalerei, Bekleidung einer Figur. Den Figuren solche Ge-wänder oder den Ltoffen jene Anordnung geben, heißt drapiren. Die Draperieliegt mehr im Kreise der Malerei, das Nackte mehr im Kreise der Skulptur. Einkunstmäßig schönes Gewand ist aber eine der schwersten Aufgaben der Kunst, dienur wenige Bildhauer und Maler glücklich gelöst haben. (Vgl. Gewand.)
Dräse ke (Johann Heinrich Bernhard), Kanzelredner, geb.zuBraunschweig1774, Sohn des herz. braunschw. Revisors am Zntell.--Comptoir (später bei derherz. Kammer in Blankenburg ), ward in der Waisenhausschule, im Kakharineumund im Manineum vorbereitet, besuchte dann von 1789 an das Carelinum, wo erbesonders Eschenburg's und Ebert's Vorlesungen benutzte, hierauf von 1792 bis1794 die Universität Helmstädt, wo Henke, Sezuro, Schulze, Reiner seine Lehrerin Theologie, Philosophie und Geschichte waren. Nachdem er eine kurze ZeitHauslehrer zu Ratzeburg und seit 1795 Diaconus zu Möllen rm Lauenburgischengewesen war, erhielt er 1798 die mit der Schulinspektion verbundene Hauptprehi-gerstelle daselbst; 1804 ging er als Pastor nach Sk.-Georg bei Raheburg, zu einer20 Ortschaften umfassenden Landgemeinde. 1811 wurde er an die St.-AnS-gari-.Hauplkirche zu Bremen berufen, empfing 1817 am Reformationsjubiläumvon der theol. Faculrät zu Zena den Grad eines Licenciaten der Theologie, und1819 von der Akademie zu Rostock , bei Gelegenheit ihrer 400jährigen SriftuncS-feier, ebenfalls als Ehrenbezeigung die theologische Docwrwürde. (Nach mehrenauswärtigen Rufen hat er die ihm schon 1821 angetragenen Ämter eines General-superintendenten, Confistorialraihs, Oberpfarrers an der Hauptkirche St.--Moritz und Pros. primär, am Casimirianum zu Koburg , Ostern 1822 angetreten.) Beidiesem berühmten Kanzclredner und Schriftsteller fällt, wie es durchaus bei Gelehr-ten sein sollte, alles Wirken in Ein unablässiges Streben nach einem hohen Zielezusammen. Er ist derselbe, begeistert und begeisternd, erwärmt und erwärmend,hingerissen und hinreißend, als Mensch, als Redner und als Schriftsteller. Sei-Cvnversations - Lericvn. Bd. III. > 23