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Drastisch
ner Schriften kann man, außer den anonymen und Beitragen in Zeitschriften,Jahrbüchern und literarischen Blättern, 52 zahlen, unter denen jedoch viele einzelnePredigten und GelegenheitSreden sind. Denn auf Verlangen seiner Gemeinde zuBremen mußte er seit b Jahren jedes, auch in Wvchenpredigken, von der Kanzelgesprochene Wort für sie drucken lassen. Seinen Geist und seine Beredtsanikeitcharakterisiren vorzüglich seine „Predigten für denkende Verehrer Jesu" (Lüne-burg 1804—12, 5 Bde., 4. Aufl. 1818); „Glaube, Liebe, Hoffnung " (1813,4. Aufl. 1818); „Predigtentwürfe über freie Terre" (2 Bde., 1815); „Predigtenübet freigewählte Abschnitte der heil. Schrift" (2 Bde., Lüneb. 1811); „Predigtenüber die letzten Schicksale unsers Herrn" (Lüneburg 181k—21, 3 Thle.); „Chri-stus an das Geschlecht dieser Zeit" (Lüneb. 1819, 3. Aufl. 1820), mit drei Zu-gaben. Zn kiesen Schriften weht die warme, begeisternde, aus Überzeugung hervor-gegangen Liebe zu Christus, als dem Stifter und Mittelpunkte des Gottesreichs.Diesen unerschöpflichen Stoff führt D. in alle menschliche Verhältnisse ein, weilihn jedes menschliche Herz fassen kann, bald belehrend und erläuternd, bald ermah-nend und erschütternd, bald bittend und rührend, jetzt in ruhiger V»rstellung, jetztin sinnreichen Bildern und Dergleichungen. In Hinsicht der Darstellung und desAusdrucks hat D. selbst in der Vorrede zu: „Glaube, Liebe, Hoffnung ", folgendeRegeln aufgestellt: „Die Darstellung sei nicht Zu hoch» und gleichwol hoch genug^ für den erhabenen Gegenstand; nicht für die Gebildeten ohne Reih, und doch auchfür die Schwächer» berechnet; nicht deklamatorisch, und doch ergreifend; unge-fchmückt, und koch schön. Der Ausdruck sei reich, um anziehend — geschmack-voll, um nährend — bestimmt, um verständlich zu sein. Der Periodenbau gesellezur Leichtigkeit—Klarheit, und zur EinfachheitWohlklang". Niemand wirdD. absprechen dürfen, daß er von diesen Gesetzen nicht abgewichen sei. Wennvor Kurzem ein Kunstrichkev D. den Jean Paul unter den geistlichen Rednernnannte, fo ist gewiß dadurch ein größeres Lob als Tadel ausgesprochen. Denn wolbei Keinem sonst findet man solche Fülle der Gedanken und Gefühle, so treffen-den Witz und solche Wärme, die aus Gemüth zu Gemüth dringt, mit so wunder-barer Herrschaft über die Sprache vereinigt, als bei diesen Beiden. Daß hin nudwieder eine unpassende Dergleichung, eine auffallende BenennuNg, eine Überla-dung mit rednerischen Zierrakhen, oder ein zu weit geführtes Antithesenspiel vor-kommt, ist nicht zu leugnen, aber in solcher Weise nur bei dieser Thätigkeit derIdeen und dieser Thätigkeit des LcharfsinnS möglich. Dabei ist zu bemerken, daßihm namentlich im Ausdrucke Manches wohl ansteht, was einem Nachahmer zumgroßen Fehler angerechnet werden müßte. Seine Sprache ist im Ganzen, wie ersie selbst vom religiösen Vorkrage verlangt, sententiös, sodaß sie selbst die Aborteden, Gedächtniß willkommen, geläufig und unvergeßlich macbt. Ein einsichtsvollerZuhörer D.'s urtheilt von ihm: „Die Eigenthümlichkeit D.'s liegt in der Verei-nigung seiner mannigfaltigen Vorzüge für Einen großen Zweck, und dieser ist dasreligiöse Interesse. In den geschriebenen Predigten offenbart sich jene Eigenthüm-lichkeit dadurch, daß jede einzelne Partie nach ihrem nöthigen Charakter ein Gan-zes ist, und doch gegen das große Ganze in der Grenze der Partie bleibt. In dergehaltenen Predigt kehrt diese Eigenthümlichkeit Wieder, und der Charakter seinesmündlichen Vertrags dürfte so gezeichnet werden: natürliche Mannigfaltigkeitbei erhabener Einheit". — Für häusliche Reinheit und Frömmigkeit, für bürger-liche Freiheit und Gesetzmäßigkeit, für alles Heilige im Herzen und im Leben ist D.unermüdct wirksam; dabei ein glücklicher Familienvater. (Man vgl. über Dräsekeeine gehaltvolle Recension im „Hermes", 9k. X l!1.)
Drastisch, a. d. Griechischen, was stark und schnell wirkt, z. B. dra-stische Arzneien, als heftige Abführungsmittel rc. Neuere Schriftsteller habendiesen Ausdruck auch in der Ästhetik gebraucht.