Band 
Dritter Band. D bis E.
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356 Dreieck Dreifelderwirthschaft

ten Dinge sind drei. Dies muß seinen Grund in der Natur dieser Zahl haben.Die Zahl Drei stellt uns die Einheit und den Gegensatz, das Princip und die Mo-mente der Entwickelung, oder auch den Gegensatz und die verbindende Einheit(Svnihesis) dar; sie ist die erste ungerade Zahl. die auch die erste gerade enthält;hierin liegt ihre eigenthümliche Bedeutung und Vollkommenheit. Schon im Alter-thume mußte man wahrnehmen, daß sie überall zu finden ist, wo man Entwicke-lung des Mannigfaltigen wahrnimmt. Daher Anfang, Mitte, Ende, am Him-mel versinnlicht durch Ausgang, CulminationSpunkt, Niedergang; Morgen, Mit-tag, Abend; Abend, Mitternacht, Morgen; und überhaupt in den sogenanntenDimensionen der Zeit: Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft. Aber auch imRaume kehrt diese Dreirahl zurück, in oben, mitten, unten; rechts, mitten, links,und überhaupt in den Dimensionen des Raums: Länge, Breite, Dicke oder Tiefe.Für das Gesicht stellt sich die Dreizahl dar in der regelmäßigen Figur des Dreiecks,welches ebenfalls zu unendlichen symbolischen Darstellungen angewendet wordenist, und für das Ohr am vollkommensten im Dreiklang (s. d.) (l',,-,5 1,-nrnc,-nim). Da das Dreifache auch die Grundlage der Symmetrie ist, so empfiehlt sichauch das Drcigestaltete, abgesehen von den symbolischen und andern Bezeicknun-gcn, die sich daran knüpfen, in der Architektur und den Gerärhschasten, welche ein-facher Art sind. Hierher gehören die Triglyphen in der Architektur; der Dreifuß;der Dreizack, die drei Blitze der Jupiter; die ältere dreisaitige Lyra ; obgleich dieDreizahl bei den erstem Gegenständen, sowie bei dem dreiköpfigen Cerberus, nochspeciellere symbolische Beziehungen hat. Auch bei der Entwickelung unserer Ge-danke» begegnen wir, wie schon oben angedeutet, jener Trias in dem Setzen (I be-siH, Entgegensetzen (.Xiititbenir) und Vereinigen (H utbe.-üe) wieder, ja alle! viel-fachen Zahl Ursprung in unserm Geiste ist nur aus jenen ursprünglichen Funciionendes Denkens, die sich in den zusammengesetzten des Degreifens, Urtheilen« undSchließen« wiederholen, erklärbar. Daraus folgt jedoch keineswegs, daß wir sieerst auf die Dinge übertragen. In Hinsicht auf die Methode der philosophischenEntwickelung hat man verschiedene» Gebrauch von der Trias gemacht, wohin ;.B.die Identität in der Triplicikät bei Schelling gehört. Andre (wie z.B. Ioh. Jak.Wagner) haben der Vierzahl (loiiMitr) mitPythagoras einen hohem Rang bei-gelegt, in welcher man die erste Potenz und den verdoppelten Grundsatz erkennt.

Dreieck, Triangel (>,>-,>,p„l»,n), in der Geometrie, eine aus drei Liniengebildete, geschlossene Figur. Diese Linien können gerade oder gebogenjsein, da-her gibt es gerat ImigeIrummlinige (spharische) oder gemischtlinige Dreiecke. Eskönnen von diesen Linien oder Selten alle drei oder zwei von gleicher Länge, oderalle von ungleicher Lange sein; daher gibt es gleichseitige, gleichschenkelige mit un-gleichseitige Dreiecke. Da endlich jedes Dreieck drei Winkel einschließt, d. h. einenrechten oder stumpfen nebst zwei spitzen, oder drei spitze, so gibt es auch rechtwinklige,stumpfwinklige und spitzwinklige Dreiecke.

Dreieckmeßkunst, s. Trigonometrie.

Dreieinigkeit, in der christlichen Glaubenslehre, die Eigenschaft desgöttlichen Wesens, nach welcher es zwar nur ein einziges Wesen sein, aber au; dreiPersonen bestehen soll. Dieser Ausdruck wurde erst im 4. Jahrh, nach Ehr. n diechristliche Glaubenslehre aufgenommen. (Vgl. Ant itrin itarier.)

Dreifelderwirthschaft. Sie entstand in Italien , nachdem dieVölkerwanderung und das System der Besitzer großer Landstrecken, mit den we-nigsten Kostenaufwande für Arbeiter und thierische Hülfe große Landgüter ;u be-stellen, folgende Rotation in Gang gebracht hatte: daß man nämlich das Acku landin einem Jahre 4 — 7 Mal brachpfiügte, dann im? Herbste Wintergetreide säete,und hierauf mit Sommergetreide, als zweite und letzte Saat, schloß. Die Anmuthan Dünger war wol die erste Veranlassung dieses Feldsystems, mit den» Aaiser