Band 
Dritter Band. D bis E.
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,,Dreifelderwirthschaft

Karl der Große in Italien auf feinen Augen nach Rom bekanntgeworden war.So weit die Domainen seines Staats reichten, führte er auf solchen die nämlicheFeldbestellung ein, die damals allerdings, unter den kaum seßhaft gewordenenFranken mit ihrer gleichen Erbschafkskheilung unter den Söhnen, eine Verbesse-rung der Landwirkhschaft zu sein schien. Sie bildete sich zuerst in einem Lande,dessen Bevölkerung damals sehr abnahm. In Italien selbst und allenthalben inDeutschland , wo sich die Menschen vermehren, hat man in unsern Zeiten angefan-gen , die reine Brache abzuschaffen und in dem für die Brache bestimmten JahreKartoffeln, Rüben, Mohn, Flachs, Hanf, Erbsen u. s. w. zu säen. So steht auchjetzt in Mitteldeutschland fast allgemein die Feldbestellung. Bis nach Holstein,dem alten Hauptsitze der Sassen, am rechten Elbufer, ist jedoch die Dreifelderwirth-schaft niemals vorgedrungen, und wahrscheinlich auch niemals in den südlichenNiederlanden (Belgien ) herrschend gewesen, weil dort schon in der Periode derrömischen Herrschaft eine zahlreiche Bevölkerung und eine gute Getreide- undFlachscultur bestand. Längst hätte man allenthalben statt der Dreifelderwirth-schaft die vernünftigere Wechselwirthschast eingeführt, wenn sich nicht mit jenerdas Aehntsvstem der Gutsherren von den Feldern ihrer sogenannten Unterthanenund Domainen, und nun sogar die aufs weiteste getriebene Benutzung der Stoppel-und Nachweide auf fremdem Boden vor Maitag und nach Michaelis, ja sogar inder Periode der Begründung der Brahe mit Unkräutern und Gräsern eingeschli-chen hätte. Noch fördert die Dreifelderwirthschaft, mit ihrem Mangel aller Be-friedigung , das Vergnügen großer Hasenhehen und der Parforcejagden. Dahersind die Iagdthiere allenthalben zum Schaden der Production sehr häufig, wo dieDreifelderwirthschasi herrscht, und so selten, wo, wie in Holstein und Mecklenburg,Koppelwirlhschaft oder Wechselwirthschaft, im Wechsel rief und stach wurzelnderGewächse, die beide mehr Production liefern, eingeführt sind. Es ist übrigensallerdings ein Vorurtheil, daß die Dreifelderwirthschaft auf gleicher Bodenflacheam meisten Getreide liefere, selbst wenn solche die Stallfütterung des Hornviehsunterstützte. Die Landwirthschaft, welche in einer gegebenen Zahl von Jahren imStande ist, den meisten Dünger nachhaltig zu schaffen, wird dadurch fähig, zu-gleich viel Getreide, viel Fleisch für die Schlachtbank und viele Handelsgewächsezu erzeugen. Dieses zu erreichen, muß aber der Wechselwirthschast und sogar derSchlag - oder Koppelwirthschaft leichter werden als der Dreifelderwirthschaft, selbstwenn diese die Stallfütterung des Hornviehs unterstützt. So lange die Römervieler Krieger bedurften, die auf einer großen Anzahl von Familienstellen kleinerOberfläche im heißen Italien viel zu produciren gezwungen waren, um sich vonihrem Boden zu ernähren, Zwang sie dies, die Spatencultur mit der tiefen Erd-rührung zur Hand zu nehmen, denn nur alsdann konnten das Getreide und alleflach wurzelnde Gewächse in den Sommermonaten sich erhalten, ehe diese eintraten,den Boden beschatten und dadurch in einiger Feuchtigkeit erhalten. Seitdem diesegartenmäßige Bestellung verschwunden ist, die von Zeit zu Zeit das Feld gewisser-maßen rejolte, ist das erste Kornfeld der Welt (Sicilien) nicht immer mehr imStande, seine mäßige Bevölkerung von 1,600,000 Einw. mit Getreide zu versor-gen, während es früher, bei einer ungleich stärkere! Bevölkerung, davon ausführte.Nächst dem Italiener gebraucht das Grabscheit bei seiner Feldbestellung der fleißigeNiederländer i» Belgien , und das ebenso gut in der üppigen flandrischen Marschals in der sandigen Campine von Nordbrabant , wenigstens alle 6 Jahre. LeinHauptaugenmerk ist, viel Vieh zu ernähren, und wenn ihm dies gelungen ist, findensich die reichen Getreideärnten von selbst, als Folge eines sehr fruchtbaren Bodens.Weil aber der Belgier ebenfalls weiß, daß ein zu üppiger Boden nur mäßig pro-ducirt, so saugt er durch erschöpfende Saaten einen überreichen Boden wieder aus,und baut dafür auch nicht, wie so häufig in England der Fall ist, Lagerkorn.