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Dritter Band. D bis E.
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Dresden im I. 1818

slulen gegen Prag, Berlin und BreSlau sich Hinwälzen konnten. Wir beschränkenuns auf die wichtigsten Ereignisse. Der König von Sachsen harte seine Residenzden 25. Febr. 1813 verlassen. Den 1. März zog eine aus Franzosen und Sachsen bestehende, höchstens 3500 Mann starke Heeresabtheilung, auf dem Rückmärscheaus Polen , von leichten Truppen der Russen gedrängt, in D. ein. Bald daraufden 12., rückte der Marschall Davoust mit 12,000 M. und 20 Kanonen vonMeißen , wo er die Brücke hatte abbrennen lassen, nach D. vor, wo er den Ober-befehl übernahm. Vor der Neustadt hakten bereits kleine Scharmützel mit Ko-sacken stattgefunden. Der Marschall ließ daher am 19. März einen Pfeiler undzwei Bogen der Elbbrücke sprengen, eine, wie selbst Franzose» gestanden, ganzunnöthige Zerstörung; zog hierauf mit seinen Truppen ab und ließ den GeneralDurutte mit 3000 Franzosen zurück. Die Neustadt ward gesperrt, aber schonden 22. einer Kolackenabtheilung übergeben. Vier Tage darauf setzten einige hun-dert Kosacken über die Elbe . Durutte verließ sogleich D., und denselben Abendrückte ein kleiner Haufe Fußvolk von der Heeresabtheilung unter Winzingerode indie Altstadt ein. Die Russen schlugen Brücken unter- und oberhalb der Stadt.Auf Winzingerode folgte Blücher , dessen Heer bis zum 16. April bei D. über dieElbe ging. An die Preußen schloß sich das zweite russische Heer unter Milorado-witsch, und am 21. hielten der Kaiser Alexander und der König von Preußen ihrenEinzug. Ihnen folgten noch 16,000 M. Die Monarchen begaben sich hieraufam 30. zu dem Heere, welches der andringenden Macht unter Napoleon (2. Mai)bei Lützen (f. d.) eine blutige Schlacht lieferte. Sie kehrten den 3. Abends »achD. zurück, und ununterbrochen zogen jetzt ihre Schaaren über Dresden und Mei-ßen auf das rechte Elbufer. Am 8. Mai hielten die Russen nur noch die Neustadtbesetzt, während das franz. Heer unter Napoleon in D. einrückte. Auf beidenUfern ward an diesem und am folgenden Tage heftig von den Wällen und aus denHäusern gefeuert. Der hartnäckigste Kampf war am untern Elbufer, wo die Fran-zosen eine Brücke schlagen wollten. Am 10. früh zogen sich die Verbündeten nachBautzen zurück, und die Franzosen rückten ihnen auf dem Fuße nach. Diese Mär-sche waren dem Lande äußerst verderblich. Die Russen nahmen alle Lebensrnittelmit sich fort, und die Franzosen plünderten. Mehre ausgeplünderte Dörfer unddie Stadt Bischoffswerda brannten ab. Seitdem lastete die Verpflegung der gro-ßen franz. Armee auf der Stadt und der erschöpften Gegend. D. war der Haupt-platz für die großen Feldspitäler, und für die unter dem Generalintendanten Ma-thieu Dumas stehende Heeresverpflegung und Verwaltung. Vier Tage nach demEinrücken der Franzosen , den 12. Mai, erfolgte die Rückkehr des Königs vonSachsen . Nach dem Plane des Generals Rogniat befestigten jetzt die Franzosendie Neustadt mit ebenso viel Kunst als Thätigkeit. In D. blieb, nachdem der Kai-ser den 18. Mai aus der Srraße nach Bautzen abgereist war, der Oberbefehlshabersämmtlicher Truppen in Sachsen , der Divisionsgeneral DuroSnel. Der Preisder Lebensmitkel stieg schon damals, bei dem ungeheuern Bedarfe täglich höher.Nach den Schlachten bei Bautzen (Wurschen und Hochkwch, 19., 20. unk 21. Mai)mußten in D. über 20,000 Verwundete mit allem Nöthigen versorgt werden.Die leicht Verwundeten und viele Kranke wurden den Bürgern in die Häuser ge-legt, sodaß die ganze Stadt den traurigen Anblick eines großen Krankenhauses dar-bot. Die Spitalgräuel selbst, welche das Maß menschlichen Elends über alle Be-griffe steigerten, haben die „Deutschen Blätter" von 1811 erzählt. Die Nothstieg noch höher während des I Owöchentl. Waffenstillstandes. Die kostbare Ver-pflegung der kaiserl. Garden und des großen Hauptquartiers, indem stets gegen30,000 M. in der Stadt lagen, zerrüttete das Vermögen der meisten Hausbesitzer,obgleich der Glanz des kaiserl. Heerlagers, wohin auch ein Theil der franz. Bühneversetzt war, viel Schimmer über das Ganze verbreitete, und der Zufluß von Men-