Band 
Dritter Band. D bis E.
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Dresdens Kunstsammlungen

stoi gestoßen waren, auch der russ. Oberst Busmann Meißen am 23. beseht hatte,während der Fürst v. Wied-Runkel auf der großenhavner Straße gegen die Neu-stadt vorrückte. Zn der Stadt, der schon längst alle Zufuhr abgeschnitten war, rißjetzt der Mangel an den ersten Lebensbedürfnissen, besonders an Salz, Brot,Fleisch und Holz, Gemüse und Arzneien, immer drückender ein. Der am 28. Oct.an alle Bewohner erlassene Befehl, sich auf 2 Monate mit Lebensmitteln zu ver-sehen, war daher unausführbar. Gleichwol setzte St.-Cyr Alles zur hartnäckig-ste» Wehr gegen die Belagerer in Stand, welche Wurfgeschütz von Theresien-stadk herkommen ließen. Die Straßen in den Vorstädte» wurden durch Verhacke,Pfahlwerk und O.ucrwälle befestigt, und eine Menge Wohnungen in Blockhäuserverwandelt. Die meisten Gebäude und Anlagen rings um die Stadt, unter an-dern die königl. -Lpiegelschleismühle mit trefflichem Maschinenwerke, wurden nie-dergerissen oder verbrannt. Vom 4. Nov. an war die Besatzung durchaus auf ihreBerschanzungen beschränkt. Zeht wollte Wt.-Cyr sich auf dem rechten Elbufernach Torgau den Weg bahnen. Er foderte daher von den Einwohnern einen Theilder von ihnen aufgezeichneten Lebensmittel, damit das Heer Mundvorrath hätte.Hierauf zogen den 6. unter Lobau 10,000 M. Fußvolk und 1000 M. Reiterei,nebst 200 Wagen mit franz. Eigenthum, aus der Neustadt auf die Straße nachGi oßenhayn; allein sie wurden auf der Fläche der Drachenberge bei Reichenbergvon dem Fürsten v. Wied-Runkel zurückgeschlagen und rückten Abends in dieStadt wieder ein. Graf Dumas ließ nun die noch vorhandenen Getreide - undMehlvorräthe aus den Stadtmühlen und den öffentlichen Anstalten wegnehmen;aber die Mühlen standen still, und viele Brunnen versiegten, weil das Wasser abge-schnitten war. Mildem Hunger zugleich wüthete das Nervenfieber unter den Sol-daten und Einwohnern. Aus den Krankenhäusern wurden täglich über 200 Todtegetragen, und in der Stadt starben wöchentlich 2 — 300 M. Endlich durfte dieStadt Abgeordnete in das östr. Lager schicken, welche die Capitulation einleitete»,die>Lk.-Cyr den 11. mit Klenau zu Herzogöwalde abschloß, und nach welcher dieBesatzung vom 12. bis 16. Nov. frei abzog, aber die Waffen strecken mußte, zlt-sammen 1759 Ofsiciere und 27,714 Gemeine. Über 6000 Kranke blieben in denSpitälern zurück. Der Gesammtwerth der eroberten Kriegsbedürfnisse wurde auf5 Mill. Thaler geschätzt. Die Capitulation ward aber von dem Oberbefehlshaber,Fürsten v. Schwarzenberg, nicht genehmigt, und die Besatzung wurde kriegsge-fangen. Vom 17. Nov. an führte der russ. General Gourieff den Oberbefehlin der Stadt. Dresden erhielt eine starke russ. Besatzung und wurde der Sitzder russ. Landesverwaltung unter dem Fürsten Repnin. Über die Geschichte die-ser 8n>onailichen Leiden s. man die „Darstellung der Ereignisse in Dresden i. I.1813" von W.A. Lindau (Dresd. 1816), und „Napoleons Feldzug in Sachsen ",von O. v. Odeleben.

Dresdens Kunstsammlungen. Das deutsche Florenz, Dresdenim reizenden Elbthal, hatte in den kunstliebenden Augusten einen Cosinus undLorenzo, und Herder's Wunsch:

„Blühe, deutsches Florenz , mit deinen Schätzen der Kanstwelt;

„Stille gesichert sei Dresden -Olympia ünS!"wurde selbst in den neuern hartenKriegsstürmen erhört. DresdensKunstfchätze blie-ben unangetastet in Zeiten, wo kein Eigenthum mehr heilig schien. Nirgends könn-ten sie aber auch passender bewahrt werden als in diesem glücklichen Mittelpunktezwischen Süd-und Norddeutschland. 1) Die Gemäldegalerie. Schon Herz.Georg, derGönner und Freund Luc. Kranach'S, deSAltvaters sächsischer Kunst, sam-melte Gemälde. Moritz, der erste Kurfürst albert. Linie, stellte diese Sammlung indei Kunstkammer auf. Georg I. und II. ließen durch den Hofmaler Kilian Fabriziusthätig sammeln. Unter August 11., König von Polen , wurde die Samml. ansehnlich