Band 
Dritter Band. D bis E.
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369
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Dresdens Gemäldegalerie 369

vermehrt lind kam aus dem ehemaligen Riesensaal IN das zweite Stockwerk desSchlosses; ihre herrlichsten Schähe aber verdankt sie August >1!., der die Geniälde-sannnlung von Modena für 1,200,000 Thlr. erwarb und in Italien u. a. Ländernclassische Meisterwerke kaufte; besonders dadurch, daß er für 17,000 Duk. eins dervorzüglichsten Werke Rafael's, f. Himmelskönigin (äl,i<!onn.i cki 8. 8iste>), kaufte.Das obere Stockwerk des Stallgebäudes wurde zu einer würdigen Aufstellung derGemälde 1747 eingerichtet. An Werken der ital. Schulen ist diese Galerie eine derreichsten. Das Ganze besteht aus 3 Abtheilungen: die äußere Galerie, die innereGalerie und das Pastellcabinet. Die äußere enthält (seit 1816, wo viele kleineGemälde niederländ. Meister dazu kamen, die seit dem Tode Augusts III. , dessenZimmer sie schmückten, eingepackt geblieben waren) 1011 Gemälde niederländ. undHolland., deutscher, stanz, und einiger ital. Meister. Damals wurden auch alleAbtheilungen an den Galeriewänden und Fensterpfeilern bezeichnet, und es erschienein Sach- und Ortsverzeichnis der Gemälde (das neueste vom Pros. Matthäi).Unter den niederländischen Werken finden wir über 30 Gemälde von Rubens ,worunter die Löwenjagd, Neptun, den stürmenden Winden gebietend (tHion !),das Bild seiner beiden Söhne, Proserpina'S Raub, Clelia, aus dem Etruskerlagerfliehend, Meleager und Atalanta, der heil. HieronymuS, die Satyriskenfamilie,der Liebesgarten, die vorzüglichsten sind. Don van Dyk sind 18 Gemälde hier,worunter man die Bildnisse König Karls I. von England und dessen GemahlinHenriette, sowie seine 3 Kinder, den 151 I. alten Thomas Parker, den büßendenHieronumus und die Danae bemerkt. Unter vielen Gemälden Rembrand's zeichnensich das Bildniß seiner Tochter, das seiner Mutter, das Fest des Ahasverus, undsein Bild von sich und seiner Frau aus. Don dessen Schüler Ferdinand Bol sinddie Ruhe auf der Flucht nach Ägypten und David mit dem Uriasbrief vorzüglich.Treffliche Gemälde von Adrian von Ostade sind z. B. das eigne Bild des Künst-lers vor der Staffelest eine holländische Bauernschenke >c. Don Gerard Dow be-wundert man besonders den betenden Einsiedler und 2 Bildnisse von ihm selbst,einmal zeichnend und einmal die Violine spielend. Don Franz MieriZ ist derKesselflicker und sein eignes Bildniß, sowie von Kaspar Netscher die Darstellungder Frau v. Montespan und mehrer Frauen in Puhzimmern, von der fleißigstenAusführung. Von David TenierS siwechen mehre große Gemälde durch die Wahr-heit im Ausdruck sehr an. Don Philipp Wouvermann sind sehr viele herrlichekleine Gemälde hier, worunter man das Feldlager, den Pferdemarkt und mehreReitergefechte bewundert. Eine ganzeMdihe der schönsten Werke des Adrian vander Werf sind hier, darunter: die Derstoßung der Hagar, das Urtheil des Paris ,seine eigne Familiengruppe und eine Verkündigung. Diele Bilder von Terburg,van der Helst, Poelemburg, Albert von Everdrngen, van der Neer, Paul Potter ,NicolauS Berghem, van der Moyen, Andreas Both, Franz Sünders, de Heem,Eckhout, Huysum , Denner, SeyboldS, Wvnands rc. sind wahre Zierden der Ga-lerie; doch ganz vorzüglich sind die Landschaften von Ruysdael : seine Jagd, seinKirchhof, sein Kloster, sein Wasserfall, sein Bergschloß und seine Waldgegenden;einige schöne Stücke von Hondekoeter, z. B. Federvieh vor einem Raubvogel er-schreckend rc., sind nicht zu übersehen, so wenig als die Arch-.tekturgemälde vonNeefs und Läteenwyk. An Werken der altdeutschen Schule ist die Sammlungnicht besonders reich, doch eins ist hier, welches die Perle der vollständigsten Samm-lung dieser Art sei» würde, nämlich das Muttergottesbild von Holbein, vor der dieFamilie des Bürgermeisters Meyer aus Basel knieend und betend dargestellt ist;außei-em mehre vorzügliche Bilder von Albrecht Dürer , nämlich die KreuZtragung,die sterbende Maria, der betende Greis w. Auch von Johann van Eyk und LucaSlw» Lenden sinket man hier Werke. Von den Werken der französischen Schule sind zu erwähne»: 2 vortreffliche große Landschaften von Claude Lorrain ;

Evliverjauoiiü-Lencm. Bd. Ili. 2-4