Band 
Dritter Band. D bis E.
Seite
376
JPEG-Download
 

376

Drouet

Droz (Familie)

höre einem Andern, dem er vielleicht nützlicher ist als mir; im nächsten Jahrehoffe ich ihn durch ein besseres Werk zu verdienen". 1781 stand D. wieder inden Schranken. Die Kananäerin zu den Füßen des Heilandes war die Fruchtseines Studium« und der Abdruck seiner innigsten Empfindung. Öffentlich ge-krönt ward er fast im Triumphe von seinen Mitschülern zu seinem Lehrer geführt.Diesen begleitete er nun als Pensionnair nach Rom , wo er die größten Meisterstudirte und copirte. Sein stabender Gladiator und vorzüglich fein MariuS zuMinturnä erwarben bei der Ausstellung in Paris ihm und David's Schule neueTriumphe. Nun entwarfen seinen Philoktet aufLemnos; aber im Rausche seineserrungenen Ruhmes, eben beschäftigt mit einem Bilde des C. Gracchus , endeteim noch nicht vollendeten 25. I. ein hitziges Fieber den 13. Febr. 1788 sein idea-lisches Leben. Nebenbuhler und seine Freunde vereinigte» sich, ihm in der Ma-rienkirche (in der Via I-,!.-,) ein Denkmal zu setzen.

Drouet (Jean Baptiste), Postmeister zu St.-Menehould , geb. den 8.Jan. 1783. Er war es, der Ludwig X.v >. aufseiner Flucht durch St.-Mene-bould erkannt hatte, durch seinen Sohn ihm auf einem Nebenwege zuvoreilen undihn zu Darennes verhaften ließ. Im Sept. 1792 ward er dafür als Abgeordne-ter des Marne -Depart. in den Convent aufgenommen, wo er für Ludwigs XVl.Tod stimmte. Man schickte ihn im Sept. 1793 zur Nordarmee. Im Oct. d. I.in Maubeuge von der Alinee des Prinzen v. Koburg eingeschlossen, versuchte er,mit einigen Dragonern zu entkommen, um die Hülfe, deren der Platz benöthigtwar, zu beschleunigen, ward aber gefangen und nach Spielberg in Mähren ge-führt. Den 6. Juli 179 ! sprang er von dem Fenster seines Gefängnisses herab,um zu entfliehen, brach aber ein Bein und ward zurückgebracht. In, Nov. 1795ward er mit Camus, Beurnonville und Andern zu Basel gegen die Tochter Lud-wigs X Vl. ausgewechselt, und trat hierauf, als ehemaliges Mitglied des CcnventS,in den Rath der Fünfhundert. Das Mäßigungssvstem, welches damals in Frank-reich herrschte, mißfiel ihm; er ward mit Baboeuf Rädelsführer einer Jakobiner-verschwörung und deßhalb (11- Mai 1796) verhaftet, entwich aber und flüchtetesich in die Schweiz . Da jedoch der hohe Gerichtshof ihn wegen der Baboeuss-schen Angelegenheit freisprach, kehrte er nach Frankreich zurück. Er ward nunin mittlern Verwaltungsbehörden gebraucht und war seit 1799 Unterpräfect zuSt.-Menehould , wo er im März 1814 Napoleon, welcher nach dem Gefechtevon Arciü auf Paris ziehen und dieses zum Stützpunkte seiner Unternehmungenmachen wollte, die halbwahre Nachricht mittheilte, daß die zahlreichen Besatzungender lothringischen Festungen sich vereinigten, um dem verbündeten Heere in denRücken zu fallen, und daß in dieser Provinz ein ernstlicher Krieg von Parteigän-gern eingeleitet sei, um das Vorhaben derBesahungen zu unterstützen. Diese Nach-richt erfüllte Napoleon mit kühnen Hoffnungen und bewog ihn, nicht auf Paris zurückzugehen. Die Verbündeten drangen nun ungehindert dahin vor, und Na-poleons Schicksal entschied sich hier ohne weiter» Waffenkampf mit ihm selbst.S» war es D., der zu 2 höchst wichtigen Ereignissen entscheidend mitwirkte, vondenen das eine die Bourbons vem Throne stürzte, das andre sie wieder darauferhob. Während der hundert Tage war er Mitglied der Deputirienkammer;1816 wurde er als Königsmörder (rägie-ickc) aus Frankreich verbannt.

Droz, 8 berühmte Mechaniker. 1) Pierre Jacguet, geb. d. 28. Juli1721 zu Chaux de Fond, im Füi stenthum Neufchatel, war zum geistlichen Standebestimmt; als er aber eine seiner Schwestern mil Uhrmacherarbeü, einGewerbzweig,der zu jener Zeit eingeführt wurde, beschäftigt sah, erwachte in ihm eine lebhafteNeigung zu dieser Beschäftigung, fjber gewöhnliche Handwcrköarbeit sich erhebend,suchte er - :ld einen Theil des Uhrwerks zu vervollkommnen, u. es gelang ihm, in ge-wöhnlichen Uhren ein Glocke» - u. Flötenspiel anzubringen. Versuche zur Erfindung