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zu ergreifen, welche ihm nach dem Tode des Vaters, durch das Recht der Erstge-burt, gebührten. Die Oberhäupter der Stämme und Familien, welche dem jun-gen Khan unterworfen waren, glaubten, es werde leicht sei», denselben zu verdrän-gen oder sich seiner Herrschaft zu entziehen. Sogleich aber führte er in Person30,000 Mann gegen diese Aufrührer, und obgleich der Sieg in der ersten Schlachtunentschieden blieb, kehrte Temudjvn doch bald zurück und errang im zweiten An-griffe einen vollständigen Sieg. Nach dem Treffen theilte er unter die Osficiereund Soldaten Belohnungen aus, welche auch aus Gefangenen bestanden, die alsSklaven behandelt wurden. Mehre durch Rang und Einfluß besonders ausge-zeichnete aber wurden auf Befehl des Siegers in 70 Kessel mit siedendem Wassergeworfen; ein würdiges Vorspiel der zahllosen Gräuelthaten, wodurch er Asien bald in Schrecken setzen sollte. Eine große Anzahl von Stämmen vereinigte sichnunmehr wider ihn. Er aber fand einen mächtigen Beschützer in dem Großkhan derkaraitischenMongolen, Namens Oung, der ihm seine eigne Tochter zur Ehe gab. Da-durch ward ein Krieg mit einem zurückgesetzten Nebenbuhler veranlaßt. Man trafzusammen, und es sollte eine große Schlacht geliefert werden am Fuße der Altaige-bu'ge, als der Schwiegervater, erschreckt durch die drohenden Gefahren, sich eiligstzurückzog. Temudjvn bemerkte jedoch in Zeiten den Abfall und verschanzte sichsogleich zwischen Onon und Tula, von wo aus er den karaitischen Truppen Hülfeleisten konnte, welche de" Rache der Feinde preisgegeben waren. Diese Handlungdes Edelmuths stellte den Frieden zwischen Schwiegervater und Eidam wieder her,der aber nicht von Dauer war. 120- bekriegten sie einander förmlich, und Oung-Khan verlor in einer Schlacht mehr als 10,000 M., und auf der Fluchr das Leben.Der Sieger fand jedoch einen neuen, furchtbaren Gegner in der Person Tavanks,des Oberhaupts der naimanschen Tataren. An den Ufern des Altai traf man zu-sammen, Tayank wurde schon im Anfange des Gefechts verwundet und starb aufder Flucht, nachdem er alle seine Soldaten bis auf den letzten Mann hatte nieder-hauen sehen. Dieses merkwürdige Gefecht sicherte dem Sieger die Oberherrschaftüber einen großen Theil der Mongolei und den Besitz der Hauptstadt Kara Ko-rom. Im Frühling des folg. Z. hielt er eine Art von Reichstag in Bloun Poul-douk, s. Geburtslande, wo sich Abgeordnete von allen ihm unterworfenen Hordeneinfanden; diese setzten ihm die Krone auf und riefen ihn zum Khakan oder Groß-khan im Angesichts des Heeres aus. Zugleich prophezeite ihm ein frommer Kha-man, den die Mongolen sehr verehrten, daß er über die ganze Erde herrschen werde,und befahl ihm, sich fortan nicht mehr Temudjyn, sondern Dschingis-Khan zunennen. Z» derselben Versammlung machte Dschingis-Khan auch ein bürgerli-ches und militairisches Gesetzbuch bekannt, das noch jetzt in Asien unter dem NamenPza Dschingiü-Khany bekannt ist. Dieses Gesetzbuch ist auf den Monotheismusgegründet, denn Dschingis bekannte sich zu keiner bestimmten Religion; er gab kei-ner auch nur den entferntesten Vorzug vor der andern. Alle Männer von Ver-dienst, ohne Unterschied des Glaubens, waren an s. Hofe willkommen. Tschin-gis-Khan ließ auch viele oigurische, tibetanische, persische und arabische Bücher in«Mongolische übersetzen, ein Beispiel, welches von mehren Nachfolgern nachgeahmtwurde, und wodurch die Mongolen unter den gebildeten Nationen Asiens einennicht unbedeutenden Rang gewannen. Durch die Prophezeiung bei Dschmgiö-KhanS Krönung war der Geist der Truppen so angefeuert worden, daß er sie leichtzu neuen Kriegen führen konnte. Das schöne und große Land der Oigurea, imMittelpunkte der Tatarei, hatte längst seine Begierde gereizt. Dieses mehr durchlitcrarische Bildung als kriegerische Talente sich auszeichnende Volk war leicht »>rer-worfen, und Dschingis-Khan war nun Herr des größten Theiles der Tatarei. Kurzdarauf ergaben sich seiner Herrschaft mehre tatarische VolkSstämme, und 1209überstieg er die große Mauer und sandte Truppen nach Leatcng und Pe scheli.