886
Dualismus
Dubois
Khan, Abulgasi, Beherrscher von Khoresm (1611— 1661), schrieb die Ge-schichte s. Volkes u. d. T. „Türkischer Baum" um 1660, die seine Söhnevollendeten. Sie ist übers. aus d. Tatar, ins Russ, aus diesem ins Deutsche,aus diesem ins Französ. (Leyden 1726), dann ins Engl. (Lond. 1730), unda. d. Engl . ins Russ. zurück (Petersb. 1770). Endlich ließ Graf Rumjänzoffden tatar. Originaltext drucken (Kasan 1825, Fol.).
Dualismus, die philosophische Ansicht, welche das Wesen der Dingeauf die Annahme zweier ungleichartigen, als ursprünglichen und nicht von einanderabzuleitenden Principien aller Dinge, z. B. des Idealen und Realen (oder des Wis-sens und Seins), oder der materiellen und der denkenden Substanz, gründet undzurückführt. Er kann dogmatisch, kritisch oder skeptisch sein. Im engern Sinnevcschränkt man den Dualismus ->) auf die Annahme zweier Grundwesen, eines bösenund guten, wie in den orienkal. Religionen, !>) aus die Annahme zweier verschiede-nen Principien im Menschen, nämlich eines geistigen und eines körperlichen Prin-cips; dieses ist der (metaphpsiscb-) psychologische Dualismus. Wer dieser Ansichtzugethan ist, heißt Dualist. Wer insbesondere die Verschiedenheit und den Ge-gensatz beider Principien (auch selbst Dualismus genannt nur annimmt, insofern erdein Bewußtsein erscheint, heißt empirischer, wer diesem Gegensatze objective Wahr-heit beilegt, transscendentaler Dualist. Dem Dualismus sieht entgegen der Monis-mus, welcher Idealismus oder Realismus, Spiritualismus oder Materialismusist. — In der Theologie heißt Dualismus die Lehre Derer, welche nur einigenAuSerwähltcn die Seligkeit, allen Übrigen aber die ewige Vertammniß zusprechen.
Dublin, Hauplst. der Königreichs Irland, m der Nähe euier Bai, rom Liffey in 2 Theile getrennt, welche 7 Brücken verbinden (darunter die Essep-, dieKonigin - und die Carlilebrücke die vorzüglichsten), hat 15,600 H. und gegen180,000 E. Eine schöne Allee (<5re»U>r ll<^,i) umgibt die fast cirkelföimig ge-baute Stadt. D. hat großentheils breite, regelmäßige, vortrefflich gepflasterte unddes Nachts erleuchtete Straßen, hohe, zierlich gebaute Häuser und schöne Plätze.Unter den letztern zeichnet sich Stephans-Grün Gt.-.viepl>«.'„5-6 >>-<?>>) aus, einviereckiger Platz, davon jede Seite 1000 Fuß lang, und der mit der bronzenenBildsäule Georgs II. geziert ist. Nur die Liberty, der kleinere Theil der Stadt,worin die Hefe des Volks wohnt, hat hüttenähnliche Häuser und gewährt einen unangenehmen Anblick. Die schönsten Gebäude sind: das Schloß, worin der Vice-könig wohnt; der Palast des Herzogs v. Leinster ; das (Treifaltigkeits-) l >inilv-(lc>ll>^<; (s. d.), das einzige Collegium der dasigen Universität, ein schönes Gebäudevon großem Umfange, worin 300 Studenten wohne», und eine Bibliothek, Mu-seum, anatomisches Theater rc. sich befinden; das vormalige Parlamentshaus, jetztdie Bank, ein großes. mit prächtigen Säulen umgebenes Ckbäude; das Zollhaus;die prächtige Börse und die von Quadersteinen erbauten großen Casernen, welche6000 M. fassen können. Noch hat D. eine Akademie dcr Wissensch., eine Gesell-schaft zur Verbesserung des Ackerbaues, eine Malerakademie und a. wissenschaftl.Anstalten. Zahlreich sind die milden S tifmngen. Unter vielen Manufacturentreiben Wenige ihr Geschäft ins Große. Die vornehmsten bestehen in L:eide,Baumwolle und Leinwand; auch gibt es viele Branntwein-(Whisky-) Brennereien.D. ist der Mittelpunkt des irländischen Handels. Der Hafen wird durch einenmit großen Kosten aus Granitsteinen aufgeführten, 30 Fuß breiten Damm, derüber 1 engl. Meile ins Meer hinausläuft, gebildet. Am Ende dieses Lteindam-mes befindet sich ein Leuchtthurm. Auch fängt bei D. der große Canal an,der durch die Provinz Leinster geführt ist und sich mit dem Shannon vereinigt.Der Phönixpark bei der Stadt ist eine Anlage von großem Umfange.
Dubois (Guillauine), Cardinal, erster und unumschränkt herrschender Mi-nister des Herzogs von Orleans, Regenten von Frankreich , war der Sohn eines