Band 
Dritter Band. D bis E.
Seite
389
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Duclo«

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Duchoborzy

Phädra allgemeinen Beifall. Was ihren Zügen an Regelmäßigkeit abgeht, ersehenein edler Wuchs, eme reine, anmurhige Sprache, Einfachheit und Wahrheit desSpiels, tiefes Gefühl für Poesie, und besonders die Wärme ihres Vortrage. Ebensosehrentzückre siealsHennione, Semiramis, Dido, und in der Rolle dcrRopane wardsie bekränzt. I-acb diese» glänzenden Erfolgen zog sie sich auf einige Monate zurück,um einer neuen Schauspielerin, der reizenden Georges (s. Pariser Theater),freies Feld zu lassen. 1803 trat sie wieder als Amenaide auf; vielleicht würde siesich noch länger zurückgesetzt gesehen haben, wenn nicht die Kaiserin Iosephine dieförmliche Anstellung der Künstlerin 1804 veranlaßt hätte. Eö entstand nun einheftiger Kampf zwischen den Anhängern der beiden Nebenbuhlerinnen. Besonderswar Geoffroy (s. d.) einer ihrer heftigsten Gegner. Aber bald läutert« sich, trotzdes Parteigcschreis, die öffentliche Meinung. Ward ihrer jüngern Nebenbuhlerinin Rollen, die Kraft und Tiefe fodern, der Preis zuerkannt, so behauptete doch dieältere Künstlerin in gefühlvolle» den Vorzug. Seit 1808 wurde sie durch Kränklich-keit oft lange Zeit von der Bühne entfernt, ist aber 1822 vpn neuem aufgetreten.

Duchobprzv.s. Griechische Kirche.

D u c i s (Jean Fraw,ois), dramatischer Dichter, bekannt durch seine Be-arbeitungen mehrer Stücke von Shakspeare, geb. um 1132 zu Versailles , trat spätals Schriftsteller für die Bühne auf. Sein erstes Stück, „Amelise", machte sowenig Glück als viele folgende. Desto mehr Aufmerksamkeit erweckte sein „Ham-let ", das erste Shakspeare'sche Stück, welches auf die franz. Bühne kam. DieseNachbildung aber sowol als die nächstfolgende: „Romeo und Julie", und die spätern,wurden dem franz. Volksgeschmacke so ganz angepaßt, und der Gang der Handlungin einigen so ganz verändert, daß zuweilen »ur der Titel an das Urbild erinnert;allein eben deßwegen fanden diese Bearbeitungen in Frankreich desto größer» Bei-fall. Später versuchte er in seinem „Ödipus bei Admet" die Griechen nachzuahmen,kehrte aber bald zu Shakspeare zurück und bearbeitete nach und nach „Lear",„Macbeth", „Othello" u. a. Stücke. Unter feinen eignen Arbeiten zeichnet sich„Abufar oder die arabische Familie" aus. Sein Styl ist zuweilen hart, aber edelund voll tragischer Wurde. 1178 ward er an Voltaire's Stelle in die Akademiegerufen. Dann ward er als Sccretair bei Ludwig XVlII. angestellt. Er bliebdiesem unter alle» Verhältnissen treu und lehnte unter Napoleon die 40,000 Fr.jährl. eintragende Stelle eines franz. Senators und das Kreuz der Ehrenlegion ab,zu einer Zeit, wo er fast darben mußte. Die Rückkehr Ludwigs XVIII. versüßte seinAlter. Höchst entzückt war er, als der König ihm bei der ersten Audienz einige sei-ner Verse recitine. „Ich bin glücklicher", sagte er, „alsBoileau und Racine; sierecitirien ihre Verse Ludwig XIV. , mir reeitirt der König die meinigen". Er starbden 31. März 1816 zu Versailles. Seine „Oeuvres" erschienen 1819 zu Paris IN 3 Bd». Eampeno» gab 1824 zu PariS „I.ettres ?»r I.v vie, I« c.ir.-wi. et Ioneerits ,Ie 4. b'. Dueis" heraus. D. vereinigte das Schreckliche von Dante undShakspeare put dem Lieblichen von Horaz nnd Geßnel. In seinem Wesen war ereinfach, gutmüthig, kindlich, ein Lamm; aber ein Löwe, wenn man ihm Etwaszumulhete, was gegen seine Rechtlichkeit war.

Duclos (Charles Pineau), bekannt als Romandichter, Charakteristiken,Memoirenschreibep und Grammatiker, geb. 1105 zu Dinant, erhielt zu Paris eine gute Erziehung, machte frühzeitig seine Kenntnisse gellend, wurde 1139 Mit-glied der Akad. der Inschriften, 1148 Mitgl. und bald darauf bestand. Secretairder franz. Akademie. Obgleich er sich in Paris niedergelassen hatte, so wählte ihndoch seine Vaterstadt 1144 zu ihrem Maire. Als die Stände von Bretagne , zurBelohnung ihres Eifers für das Wohl des Königreichs, Diejenigen aus ihrer Millenennen sollten, die sich der königl. Gnade am würdigsten gemacht hätten, wurdeD.einstimmig unter diese Zahl gerechnet, und in den Adelstand erhöbe?. Nicht lange