Durchfuhr- (Trausito-) Handel Durchlaucht 405
z. B. von Wasser durchdringen, und dieses hängt sich auch an sie an. (Dgl.Poren, Porosität.)
D u r ch f u h r - (Trausito-) Handclist derjenige, durch welchen fremdeWaaren durch ein Land in ein andres geführt werden. Er bringt 1) den Kauf-leuten Gewinn, welche die Förderung der Waaren durchs Land übernehmen; denngewöhnlich werden die Waaren an einen Spediteur gesandt, welcher dafür sorgt,das; bei der Durchfuhr die Landesgesetze beobachtet werden, und dahin sieht, daßsichere Fuhrleute angenommen, die Eolli unbeschädigt erhalten, und die gesetzlichenFormen beobachtet werden, so lange sie in seinem Lande bleiben, sowie auch, daßsie, wo es nöthig ist, an der Grenze einem andern Spediteur zu gleicher Besor-gung überliefert werden; 2) den Personen, welche im Lande mit der Durchfuhrbeschäftigt sind, als Fuhrleuten, Schiffern, Wirthen w.; 3) den Landwirthen oderandern Producenten, deren Produkte dabei verzehrt oder sonst gebraucht werden.Einen je wettern Raum die Waaren durchgehen, desto mehr Vortheil gewährt derDurchfuhrhandel dem Lande. Auch zieht ein solcher Handel leicht eine Vergröße-rung des Absatzes herbei, indem die Durchführenden Gelegenheit eröffnen, innereLandesprodukte bequem und wohlfeil weiter zu schaffen, und in der Fremde dadurchBekanntschaft mit den Landesprodukten erhalten, und erfahren, welche von den-selben in andre Länder mit Nutzen verführt werden können.
Durchgang, in der Tonkunst, die Verbindurg zweier von einander ent-fernten Hauptröne durch mittlere. Es heißen daher die Töne, und, wenn sie inNoten verzeichnet werden, die Noten, durchgehende: 1) die nur den Übergangmachen zu einer andern, dem Accorde wesentlichen Note (Haupttöne), folglich alsmelodische Nebentöne betrachtet werden. Der Durchgang heißt regelmäßig,wenn die durchgehende Note auf den schlechten Takrrheil fallt. Dissonanzen sinddurchgehend, wenn sie nicht unmittelbar aufgelöst werden. 2) Töne oder Ac-corde überhaupt, die auf einen schlechten Takttheil fallen (schlechte Noten).— Inder Astronomie versteht man unter Durchgang durch die Sonnenfcheibediejenigen Himmelsbegebenheiten, da Venus oder Mercur bei ihrem Umlauf umdie Sonne zwischen dieselbe und das Auge des Beobachters auf der Erde treten,und sich also als dunkle, jetzt nur auf der Rückseite erleuchtete, Kugeln, in Gestaltschwarzer Flecke, durch die Sonnenfcheibe zu bewegen scheinen. Wenn diese Er-scheinungen von verschiedenen, weit von einander entfernten Punkten der Erdebeobachtet werden, so haben sie nicht für alle Beobachter die nämliche Zeitdauer;und da diese Zeitverschiedenheit von der Parallaxe (s. d.) des Planeten sowol alsder Sonne abhängig ist, so läßt sich auö der erstern auf die letztere schließen. Na-mentlich schicken sich zu dieser Bestimmung die Durchgänge der Venus. Ein sol-cher, von sehr günstigen Uniständen begleiteter Durchgang der Venus durch dieSonne ereignete sich zuletzt am 3. Juni 1789 (die nächst zu erwartenden fallen 1871und 1882 ein), und hat in der Geschichte der Astronomie Epoche gemacht. Dielondner königl. Societät ließ denselben in der Hudsonsbay und auf der Insel Ota-heiti, der franz. Hof durch Chappe(s. d.) in Californien, der dänische durch Hellzu Wardhus in Lappland , der schwedische durch Planmann zu Kajaneborg inFinnland beobachten; und durch diese 5 Beobachtungen ward die «onnenparallaxe,welche eins der wichtigstenElemente der ganzen Astronomie ist, sehr genau bestimmt.Vgl. das IX. Bucb von Lalande's „Astronomie"; das „älomone s», le >Io
Vt ,ni>"(Par. 1772, 4.); Bode's „Abhandl. vom Durchgänge der Venus" (Ham-burg 1769). — Eine gute allgemeine Ansicht gibt Lalande's „,4li>c-gü cl'astiono->i>iv" (Paris 1795, S. 284 sg.). V. IX.
Durchlaucht, larein.: 8eronu8 (hell, klar, rein, durchleuchtend). KonigAthalrich nannte sich selbst 8orenitas nostrn. Das Prädicat Durchlauchtig findetman in Urkunden seil dem 14. Jahrh. Karl IV. gab diesen Titel 1376 den weit-.