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Dritter Band. D bis E.
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Eisen

und Eises durch Beimischung von Salpeter zu vermehren. Nach und nach triebnian die Bereitung des künstlichen Eises immer weiter, und was anfangs nur einVersuch war, wurde ein Gegenstand des Luxus. Im Anfange des 17. Jahrh,brachte man schon Trinkbecher aus Eis, und in Eis eingefrorenes Obst auf die Ta-feln; bald nachher fingen die Franzosen an, allerlei wohlschmeckende Pflanzen-säfte gefrieren zu lassen und sie zum Nachtisch aufzusetzen. Seit der Mitte des18. Jahrh, folgen die Deutschen diesem Beispiel. Über die Versuche, künstlicheKülte durch Verdunstung zu erzeugen, welche neuerlich von Leslie noch weiter ge-trieben worden sind, s. m. d. „Neue Journal für Chemie und Physik" (2. Bd.,S. 209). Die Erkältung bei der Auflösung krystall. Salze, von denen hier nurder Salpeter angeführt ist, hat untersucht Lowitz; vgl. Crews „Chemische Anna-len" (1796, Bd. 1, S. 529).

Eisen. Dieses nützlichste unter allen Metallen verbindet sich mit der Kohlein mehrfachen Verhältnissen. Ganz reines Eisen beißt Stabeisen, auch wolschlechtweg Eisen. Wenn dieses mit so viel Kohle verbunden ist, daß es nach demGlühen und plötzlichen Ablöschen in kaltem Wasser eine bedeutend größere Härte er-hält, als es vorher hatte, so wird es Stahl genannt. Nimmt der Kohlengehaltso zu, daß die Dehnbarkeit des Metalles ganz, und die Geschmeidigkeit auch ganzoder fast ganz verloren geht, so heißt es Roheisen oder Gußeisen. Don die-sem unterscheidet nian wesentlich wieder das graue und das weiße Roheisen,welche beide zwar gleich viel Kohle enthalten können, aber in einem sehr verschiede-nen Zustande der Verbindung. Die Farbe des Stabeisens ist lichtgrau mit vollkom-men metallischem Glanz; die Farbe des Stahls ist graulichweiß ins Weiße über-gehend; das weiße Roheisen hat eine silberweiße, mit einem außerordentlich starkenMctallglanz verbundene Farbe, die sich mit vielen Abstufungen ins Lichtgraue zieht.Das graue Roheisen hat bei einem starken Metallglanze eine schwarzgraue Farbe,die sich ins Lichtgraue verliert. Die Textur des Stabeisens ist zackig oder hackig, diedes Stahls ist höchst feinkörnig, die des grauen Roheisens ausgezeichnet körnig, diedes weißen strahligblütterig. Die Härte des «tabeisens ist sehr groß, indeß außer-ordentlich verschieden; der Stahl ist härter und wird durch schnelles Ablöschen inkaltem Wasser nach vorhergegangener Glühung (das sogen.Härten) noch härter;das weiße Roheisen ist sehr hart, und diese Härte vermehrt sich durch Ablöschen imWasser; das graue Roheisen ist sehr weich. Die Festigkeit des Eisens äußert sichdurch Zähigkeit, Geschmeidigkeit, Biegsamkeit (Elasticität). Der Magnetismuswird dem Eisen durch Stoßen, Hämmern, Reibung, durch elektrische Schläge unddurch langes ruhigesStehen mitgetheilt. In der Temperatur läuft das Eisen mitgelben, carmoisinrothen^ violetten und dunkelblauen Farben an; im weißglühen-den Zustande läßt es sich schweißen, d. h. Stücke von Stabeisen oder Ltahllassen sich mit einander, oder Stabeisen mit Stahl verbinden. Die Oxydations-stufen desEisenö sind noch nicht alle bekannt: zu den Oxvden gehören der Glühspan,Hammerschlag oder «Lchmicdesinter, die Hammerschlacken und Frischschlacken, dersogenannte Eisensafran ic. Das Eisen verbindet sich mit der Kohle (hierher derGraphit oder Gaarschaum), niit dem Schwefel (wodurch Rothbruch entsteht), mitdem Phosphor (wodurch Kaltbruch entsteht), auch ist dasselbe und seine Kalke inden mchrsten Säuren auflöslich; die bekannteste Verbindung mit einer Säure istdie mit Schwefelsäure, welche den sogenannten Eisenvitriol bildet. Von den Er-den und Alkalien wird das Eisen nur auf dem trockenen Wege angegriffen;das Vergolden, Versilbern, Löthen, Verzinnen und Verzinken des Eisens bewei-sen die VerbindungSsähigkeit desselben mit andern Metallen. — Die Schacht-öfen, in denen durch einen starken Erzschatz und durcb beständiges Entfernender Schlacke, zur Beförderung der Einwirkung der Gebläseluft auf das ausge-brachte Eisen, ein Gemenge von Roheisen, Stahl und Stabeisen erzeugt wird.