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Eisen
werden Stückösen oder Wolfsöfen genannt, weil sich das ausgebrachte Eisenin einem Stück auf dem Herde ansammelt und dann durch die Dorwand des OfensauSgebrochen wird; auch die in Schweden und Norwegen angewendeten Blase-d fe n gehören hierher. Die Herde, in denen jener Proceß mit einer etwas größernVollkommenheit verrichtet wird, weil der Fortgang der Schmelzung durch richtigeManipulation unterstützt werden kann, heißen Rcnnseucr, Luppenfeuer, ca-talonische Feuer, weil die Erze Angeschmolzen oder eingerennt werden, oderweilsich das erhaltene Eisen zu einer Masse (Luppe) ansammeln soll. Die Schachtöfen,in denen die Eisenerze mit geschlossener Brust verschmolzen werden, heißen Blau-öfen, und die Ofen, welche mit offener Brust arbeiten, werden Hoheöfen ge-,nannt. Es findet also nur beim Betriebe der Stücköfen und der Luppenfeuer eineGewinnung des StabcisenS oder des Stahls unmittelbar aus den Eisenerzen statt,und auch das Ausbringen ist nicht allein mit wenigen ökonomischen Vortheile» ver-,bunden, sondern auch sehr wenig zuverlässig, weil das Product ein Gemengevon Ei:sen in den verschiedenartigsten Zuständen seiner Verbindung mit Kohle ist, und dahernoch einer folgenden Bearbeitung unterworfen werden muß, um ein gleichartiges Pro-,duct, Stabeisen oder Stahl, darzustellen. Bei der vollkommener» ZugutemachungS-Methode der Eisenerze, sowol in Blauöfen als in Hoheöfen, wird immer nur Roheisenerhalten, sodaß sich unmittelbar aus den Erzen weder reinesStabeisen, noch reinerStahl mit Vortheil gewinnen lassen. Der Darstellungsproceß des Ldtabeisens unddes Stahls aus den Eisenerzen zerfällt also in 2 Hauptabtheilungen, nämlich in dieErzeugung des Roheisens und in die weitere Bearbeitung desselben zu Stabeisenund Stahl. Weil nämlich das reine Roheisen eine Verbindung des Eisens mit Kohleist, so liegt dem Derfrischen desselben die Absicht zum Grunde, alle Kohle oder einenTheil derselbe» zu entfernen, je nachdem Lkabeisen oder Stahl dargestellt werdensollen. Die Frisch arbeit selbst verrichtet man in den mchrsten Ländern noch inHerden, in denen das Roheisen zwischen Koblen umgeschmolzen und demWinde inhalbflüssigem Zustande dargeboten wird. Man hat sehr viele verschiedene Frisch-Methoden in Herden, von denen die deutsche Frisch-, oder die K och schmiedemit ihren Varietäten: der Dut - oder Klumpschmiede, der Frischschmiede, derSulu-schmiede, derHalbwallonenschmiede undderAnlausschmiede, dievorzüglichste ist, undvon denen die übrigen, die Wallonenschmiede, die Löschfeuerschmiede, die steirischeEinmalschmelzerei, die Singen'sche Einmalschmelzerei, die Gemundschmiede, dieBratsrischschmiede, die Brockenfrischschmiede, dieBrechschmiede, dieWeich-, undHart-.Zerrennfrischschmiede, mehr oder minder verschieden sind. Ein etwas andresVerfahre» findet bei der Stabeisenfrischarbeik, ein etwas andres bei der Ltahlfrisch-,arbeit statt, welche letztere man den Rohstahlproceß genannt hat, um den soerzeugten Stahl, oder den Rohstahl, von dem Ldkahl zu unterscheiden, der durch un-mittelbare Verbindung oder durch Tementiren des «tabeisenS mit Kohle erhalten,und welcher daher auch Cemenkstahl genannt wird. I" England und an mehrena. O. wird die Frischarbeir aber nicht mehr in Herden, sondern in Flammenöfendurch den sogen. Puddlingproceßvorgenommen. Die gewonnenen Frischflücken wer-den entweder unter schweren Waffcrhämmern oder umerWalzwerken zusammenge-preßt. und erhalten dadurch diebestimmteGestaltvonSkäben, in welchem Zustandesie erst verkäufliche Waare sind. Die Wasserhämmer oder Hammerwerkemüssen ihre Gerüste haben, in denen sie unverrückbar liegen, damit die Hammer-bahn immer dieselben Stellen der Amboßbabn trifft, worauf das auszuschmiedendegefrischte Eisen ruht und hin - und hergewendet wird. Nach dem Punkte, wo dieHämmer angegriffen und durch die bewegende Kraft in die Höhe gehoben werden,unterscheidet man Schwanzhämmer (doppelarmige Hämmer) undAufwerfhämmer(einarmige Hämmer). Die Hammerhelme sind in der Büchse befestigt, und schlagenentweder unten gegen einen elastischen Prcllklotz oder oben gegen den Reitel, um
Eoiwei-fiikiotis'Lexicoii. Bd. ill- 30