Elbeschifffahrt 475
ersten Lebensbedürfnisse, bei vielen Artikeln auf ^ bis zu ^ herabgesetzt. Die Rc-cognittonsgcbühren haben nach t Classen einen unabänderlichen Tarif. Als beson-dere Abgaben dauern fort die Maulhen-, Krahnen-, Wag- u. ftsiederlaggebuhren,sowie die Drückenauszug- und Schleusengelder, doch mit den Beschränkungen, daßdie ersten nur von den in ein Landesgebiet einzuführenden Waaren, sobald sie denFluß verlassen haben, gefedert, die beiden lehren Gattungen aber nicht ohne gemein-same Übereinkunft erhöht, und von In- wie Ausländern auf gliche Weife nur dannerhoben werden dürfen, wenn man sich der vorhandenen Anstalten bedient, oderBrücken und Schleusen passirt. — Einen vorzüglichen Anstand während der Unter-handlungen veranlaßte der brunShäuser oder stader Zoll, den Hanover als einen See-zoll ansteht und daher die wiener Congreßacte, welche dem Buchstaben nach nurfreie Schifffahrt bis an die See auSspricht, auf denselben nicht anwendbar hielt.Nach manchen Debatten ward endlich die Zufriedenheit der Elbuferstaaten dadurcherreicht, daß sich Hanover in der Convention Art. 15 verpflichtete, den brunShäuserZolltarif vorzulegen, und ihn, sofern eine Veränderung der Fasttage und Gebündeeine bloße Declaration der Verzollungsgrundsätze nicht erfoderlich mache, nicht will-kürlich und nicht anders als im Einverständnisse der dabei interessieren Staaten,und namentlich der freien Stadt Hamburg, zu verändern oder zu erhöhen. Däne-mark u. Hamburg haben jedoch insbesondere ihre auf bestehenden Obfervanzen undVerträgen begründete Gerechtsame bei diesem Artikel verwahrt. Die Elbfchiffer,welche bisher mit großem Kosten- u. Zeitaufwand an 35 Zollstätten anhalten muß-ten, haben jetzt nur noch an 14 auf dem ganzen Elbestrom ihre Zollgebühren u> ent-richten. Genaue gleichförmige Vorschriften über die Einrichtung der Frachtbriefe u.Manifeste, sowie das Benehmen der Schiffer und Beamten an den Zollstätken,sichern die Zollämter wie die Zollpflichtigen, erstere vor Unterschleifen und letztere vorBeamtenwillkür. Ähnliche Bestimmungen sind für die Führer der Flösse und dieArt der Conkrole bei deren Untersuchung getroffen. Die Etaaten, welche den Elbe -schifffahrtSvertrag abschlössen, haben sich zwar das Recht einer allgemeinen sowolals besondern Revision, d. h. einer allgemeinen Übersicht und Untersuchung derSchiffsladung in Verzleichung des Manifestes ohne Verrückung der Colli, oder ei-ner genauen Untersuchung der Ladungen, nach Qualität u. Quantität, vorbehalten.Doch haben zur Erleichterung des Elbeverkehrs Sachsen, Hanover, Dänemaik u.Mecklenburg vorläufig während 6 Jahre auf die Ausübung des besondern Revi-sionsrechts, Fälle eines gegründeten Verdachts ausgenommen, für diejenigen Schiffeund Flösse verzichtet, welche bei einem der preuß. Elbzollämter bereits einer besondernRevision unterworfen waren. An den herzogl. anhalkischen Zollstätten findet nureine allgemeine Revision statt. Durch einige generelle Vorschriften in der Elbefchiff-sahrtSacte ist zwar das Lästige der Revisionen etwas gemildert, aber bei weitem nichtso, wie es das Interesse der Handelsschifffahrt fodert, die nie auf der Elbe zu einemHohen Grade gelangen kann, so lange man die Zoll- und Mauthsvsieme einzig nurunter dem finanziellen Gesichtspunkte anlegt u. behandelt. Die Zollcontraventionenwerden auf der Elbe, zufolge dieses neuen-LtaatenvertragS, nach einem so ausge-dehnten Begriffe abgemessen, daß eine grenzenlose Sorgfalt der Schiffer da;u ge-hört, um nicht vor den nunmehr eigens für die Elbeschifffahrt aufgestellte» Zollrich-lern öfters erscheinen zu müssen. — Die ElbeschifffahrtSacke dehnt sich zwar nichtauf die Nebenströme aus, vielmehr behält sie den betreffenden Staaten besonderesAbkommen hierüber bevor; der preuß. Bevollmächtigte erklärte aber in derSchluß-conferenz der Unterhandlungen, daß pakenrisirte Schiffer der Nebenströme die näm-lichen Rechte wie Elbefchiffer auf seinem Stromantheile genießen sollen. — Dererste Schritt für die Emporhebung der Elbeschifffahrt ist also durch diese Überein-kunft geschehen, durch welche Östreich in Hinsicht der Ausfuhr böhm. Producte undFabricate am meisten gewonnen hat. Viel bleibt indessen noch der Zukunft vorbe-