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Elegie
fig sein sollen, wie bei uns derScblamm und die Steine auf den Straßen. FranzOrellano, ein Begleiter des Pizarro, brachte diese Fabel zuerst nach Europa , undein Engländer gab sogar zu Ente des 16. Jahrh, eine Beschreibung davon heraus,die selbst mit einer Charte des Landes versehen war. Jetzt ist es ein Bild fürDichter, und man stntel es in Voltaires „Candidc".
Elegie. Gewöhnlich denkt man sich unter Elegie ein Klage- oder Trauer-gedicht (Threnodie), und der griech. Name deutet allerdings auf diese Bedeutunghin, indem er nichts Andres besagt als: „Ach! Ach! rufen" (>A d.!
Die Griechen und Romer aber hatten Elegien, welche nur von dem Versmaßediesen Namen führten und des verschiedenartigsten Inhalts waren. Das elegischeVersmaß der Alten war das Distichon (s. d.), der mit dem männlichen Herame-ier abwechselnde weibliche Pentameter, und in dieser VerSart verseufzce nicht bloßdie Traurigkeit den sanften Schmerz, sondern, wie Horaz sagt, auchDie Freude, und die ihres süße» WunschesGewährte Liebe
bediente sich ihres leichten Ganges . Selbst die Kriegslieder eines TyrtaoS undKallinos bewegten sich in diesem Maße; lehrendes Gedicht, Heroide, sittliche Sprü-che, wurden bei den Alten in dieser Form dargestellt. Wie es kam, daß nachhersanfte Schwermuth als Charakter der in dieser VerSart dargestellten Poesien galt,läßt sich am besten historisch darthun. Man muß zunächst auf den Ursprung desPentameters zurückgehen. Böttiger hat im erste» Bande von Wieland's „Atti-schem Museum" dargekhan, daß der Pentameter aus dem Gebrauche der kriegeri-schen Doppelstote derLytier entstanden ist. Die ältesten Lichter, die sich seiner be-dienten, sangen daher nur KriegSgesänge in diesem Sylbenmaße. Eine zweite Pe-riode des Pentameters beginnt mit dem Kolophonier MimnermoS , der im Geisteseines weichlichen Zeitalters zuerst seiner Doppelstote u. seinem Pentameter sanftereEmpfindungen einhauchte, und der Flötenspielerin Nanno Liebeselegien vorsang.Er wurde deshalb von dem Alterthume für den Stifter der zärtlichen u. sanftklagenrden Elegie gehalten. Mit SimonideS endlich beginnt die dritte Periode, denn alsdieser sich des Distichons am liebsten zu seinen Grabschriften und Todlenepigram-men bediente, nannte man ein solches kleines Gedicht Elegion, und da diese amhäufigsten auf Grabmälern gesehen und gelesen wurden, fing man an, die ganzeGattung dcs SylbenmaßeS, das seitdem beständig zu Inschriften gebraucht wurde,Elegie zu nennen. Niemals wurde jedoch jenes Nylbenmaß ausschließlich fürKlage- oder Trauergedichte gebraucht, und man würde daher wohlthun, Gedichteim elegischen Sylbenmaße von der eigentlichen Elegie zu unterscheiden; denn wieGedichte im elegischen Sylbenmaße nicht nothwendig bloß den Ausdruck des Schmer-zes darstellen, so ist die Elegie nicht nothwendig an jenes Splbcnmaß gebunden.Da nun aber einmal Gedichte im elegischen Sylbenmaße den Namen Elegien erhal-ten haben, u. nicht bloß bei den Alten, sondern auch bei den Neuern, wie die Gedichtezeugen, welche z.B. Göthe u. Voß als Elegien gegeben haben: so wird man schick-lich unter naiver und sentimentaler Elegie unterscheiden. Zu jener Classe kann mandie Elegien rechnen, die durch das elegische Versmaß diesen Namen erhalten haben,hierzu gehört auch das alte Epigramm; diese begreift die eigentliche Elegie. DurchVereinigung der Besonnenheit mit Innigkeit der GemüthSregung sind beide Classeneinander verwandt, und der reinlyrischen Poesie entgegengesetzt. (S. Lyrik.) DerCharakter der eigentlichen Elegie ist: besonnene Anschauung, also nicht wilder, unge-hemmter Erguß des ersten Schmerzes. Überhaupt auch nicht bloßer Erguß desSchmerzes, sondern Darstellung desselben, die nur möglich ist, wenn wir ihn aus einermildernden Ferne betrachten, an dieser Betrachtung selbst aber ein Vergnügen finden.Das Herz nährt mit Hingebung einen Schmerz, aus welchem ihm ein ganz eigner,bittersüßer Genuß entspringt, die Wonne in Wehmuth. Der Ton her Elegie ergibt