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Elektricität
ein andrer solcher Körper vonbeträchtlicberGröße, reibt man ihn stärker und bringtihn dann dem Gesichte nahe, so erregt er eine Empundung auf der Haut, als wenndieselbe mit seinen Spinnweben leicht berührt win de, die Haare steigen, man ver-spürt einen phosphonschen Geruch u. s. w. Läßt man eine große S cheibe oder einenCylinder von Glas, Mittelst einer mechanischen Vorrichtung, nach Art eines RadeSoder einer Welle schnell herumtreiben, sodaß dieäußereFläche sich an Flanell, Tastet,Leder oder Goltpapier reibt, so empfindet man nicht nur jenen Geruch, der demvon Harnphosphor gleicht, stärker, sondern es strömt auch ein lebhafterer, stechen-der, knisternder Feuerfunke von bläulicher Farbe aus der Scheibe oder dem Cylinderhervor, sobald man etwa einen Knöchel der Finger oder eine Fingerspitze daran hält.Das Wort Elektricität ist aus dem Griechischen -,'Xkx7-x<,„, xicat, u»>. Bernstein,gebildet, weil man jene Eigenschaft zuerst und besonders am Bernstein wahrnahm.Man braucht es auch in der Bedeutung, taß eS die elektrische Materie selbst anzeigt,wofür man sonst auch elektrisches Fluidum oder elektrische Flüssigkeit sagte. Sub-stanzen, in denen durch Reiben ein merklicher Grad von Elektricität erzeugt wird,die sich aber nicht durch ihre ganze Mäste fortleitet, heißen elektrische Körper, an sichelektrische (idioelektrische, auch Nichtleiter). Dean rechnet hierher Glas und alle,selbst metallische, Dcrglasungen, olle Edelsteine, Harze, Federn, Seide, Baum-wolle, Wolle, Papier, weißen und CandiSzucker, trockene Luft, Öle, metallischeKalke oder Oxyde, Asche von Thieren und vegetabilischen Substanzen, harte Steine,hartgefrornes Eis in einer Kälte von 13" unter 0 nach Fahrenheit oder 20" nachRäaumur u. A. Alle Körper, welche durch Reiben nicht in den Zustand gesetztwerden, die Erscheinung der Elektricität zu zeigen, fuhren den Namen unelektri-sche (wicwol die Grenzen beider Classen sehr ineinanderlaufen), sie können aberelektrisch werden, d. i. durch Mittheilung von einem andern elektrischen KörperElcctricjzät erhalten, wie z. B. Metalle, Wasser und andre. Weil sie durch dieBerührung niil einem andern schon clektrisirten Körper die Elektricität annehmenund fortleiren, so heißen sie Leiter der Elektricität oder leitende Körper. Viele Kör-per werden erst, wenn man sie erhitzt, Leiter, dahin gehört z. B. dos im normalenZustande nicht leitende Glas; andre Körper, z. B. trockenes, nicht gedörrtes Holz,werden durch Reiben elekrrisirt, obwol sie gute Leiter sind, und dergl. Körper nenntman Halbleiter. Auch die Luft der Atmosphäre ist trocken ein Nichtleiter,feucht und bei abnehmender Dichtigkeit ein Leiter. Einen Körper, der mit lauterNichtleitern umgeben ist, nennt man isolirt. Die Zsolirung ist in einem Zim-mer mit trockener Luft leicht dadurch zu bewirken, daß man irgend einen Körper anseidenen Schnüren aufhängt, oder auf ein Gestell von Glas, Pech, Siegellack,Schwefel u. s. w. seht. Das Anziehen und Abstoßen der elektrischen Materie isteine merkwürdige Erscheinung, und läßt mit Recht auf 2 verschiedene, einanderentgegengesetzte Kräfte schließen. Beide zeigen sich sehr auffallend, denn wenn einePerson z. B. eine Glasröhre reibt, und dabei isolirt gestellt ist, so werden beideelektrisch und zeigen elektrische Erscheinungen, nur mit dem Unterschiede, daß Das-jenige, was von der Röhre angezogen, von der Person zurückgestoßen wird. Das-selbe ist der Fall mit allen Körpern, welche das Reiben des elektrischen Körpers ver-richten und daher Reißzeuge heißen. Diese beiden verschiedenen Kräfte werten alszwei einander entgegengesetzte Elektricitäten betrachtet. Die eine nennen die Phy-siker positive, die andre negative Elektricität, welches durch die Zeichen der Algebraso ausgedrückt wird: -j- L u.— U, eine bequeme Bezeichnung von Erscheinungen,mit deren eigentlicher Natur wir unbekannt sind. Hieraus leitet man den Grund-satz her, daß gleichartige oder gleichnamige Elektricitäten einander abstoßen, un-gleichartige, ungleichnamige oder entgegengesetzte einander anziehen. Du Fav nanntedie Elektricität deS Glases GlaSelektricii.it, und die des Siegellackes Harzelektricität.Franklin, dem die Physik die größten Entdeckungen in der Lehre der Elektricität