Band 
Dritter Band. D bis E.
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Eleusis

die ältesten und eben darum die cht-würdigsten in Griechenland , und ursprünglichwol nur ein National- und Ärntesest, der Ceres für die verliekenen Früchte zu dan-ken, des vorigen Zustandes zu gedenken und des gegenwärtige» sich zu erfreuen, alleFeindschaften aufzuheben, vielleicht auch neue Gesetze und Unternehmungen zu verab-reden. Wie sich aus diesen rohen Spielen und Feierlichkeiten die wahren Mysteriengebildet haben, darüber fehlt es an bestimmten Angabe». Der Ort, wo sie gefeiertwurden, war der CereStempel zu Eleusis , in einem mit einer Mauer umschlossenenHofe. Hinter dem Tempel war eine Erhöhung in dem Felsen, worauf er stand, die

8 — 9 Fuß über den B öden hervorragte, 270 F. lang und an einigen Stellen 44F. breit war, anderen nördlichem Ende man noch jetzt die Spurcn einer Capelle sieht.Die Personen, die denEleusinien vorstanden, waren: 1) Der Hierop han t(f. d.).Er erschien bei den heiligen Mvss-rien als Weltschöpfer, und war mit Sinnbildernder Allmacht ausgestattet. 2) Der Fackelträger. Er war das Bild der Sonne, «einGeschäft war, die Einzuweihenden zu reinigen und in der fünften Nackt, worin mandas Herumirren der Ceres am Ätna vorstellte, die übrigen Fackelträger anzuführen.3) Der heilige Herold, der den Einzuweihenden Stille, den Unheiligen aber Entfer-nung gebot. 4) Der Altardiener, der da? Sinnbild des Mondes trug. Außer diesenPersonen sorgte der zweite Archon, der Basileus, für die äußere Ordnung, trug denGöttern die Bitten desVolks vor und befahl den Uneingeweihten und den mit schwe-ren Verbrechen Belasteten, sich zu entfernen. Die Ruhestörer richtete und bestrafteer nachher. Nach dem Zeugniß der Alten waren auch Priestcrinnen vorhanden, vonderen Verrichtungen wir aber nichts wissen. DieMysterien werden gewöhnlich in diegroßen und kleinen unterschieden. Die meisten Schr iftsteller erzählen Folgendes dar-über: Als Hercules nach Athen kam, um sich in die Mysterien einweihen zu lassen,durfte noch kein fremder (krieche zugelassen werden. Um aber den ebenso gefürchte-ten als verehrten Heros nicht zu beleidigen und doch die alten Gesetze nicht zu ver-letzen, fetzte man die kleinenMysterien ein, mit denen er sich begnügen mußte. Diesedienten späterhin als Vorbereitung zu den großen; zu jenen aber bereitere nian sichdurch allerlei AnkachtSübungen, heilige Gebräuche und symbolische Handlungenvor, deren Zweck war, die Einzuweihenden wenigstens auf eine Zeit lang von derWelt, ihren Geschäften und Freuden abzuziehen, um einen vorzüglichen Grad vonSinnesänderung, Andacht und Sehnsucht nach den zu hoffenden Offenbarungenin ihnen zu erwecken. Diese Reinigungszeit dauerte 1 Jahr, und Niemand durstebei Todesstrafe ungereinigt an den Mysterien Theil nehmen. Die Einweihunggeschah zur Nachtzeit, die Einzuweihenden hatten die Häupter n'st Myrten um-kränzt, und mußten beim Eintritt ihre Hände mit geweihtem Wasser waschen;auch wurde allen öffentlich verkündigt, daß sie sich den Geheimnissen nur mit reinenHänden, reiner Seele und reiner griechischer Mundart nähern sollten. Die Feierder Mysterien fing mit dem 15. Tage des Monats Brodromion an und dauerte

9 Tage. Sie bestand hauptsächlich in mystischen Vorstellungen der Geschichte derCeres und Proserpina , der Qualen des Tartarus und der Freuden Elysiums,welche auf eine Begeisterung erweckende Weise aufgeführt wurden, und deren Zweckwol kein andrer war, als durch sinnliche Mittel die Überzeugung von der Unsterb-lichkeit der Seele, von Belohnungen und Strafen unter dem Volke zu verbreiten.Die Eingeweihten standen unter der Götter besondrem Schutz, und sie allein Ware,,der Freuden des künftigen Lebens gewiß. Ganz verschieden von diesen kleinen warendie großen Mysterien, welche die geheimen Lehren enthielten, die der Hauptzweckder ganzen Anstalt waren und im Innersten des Heiligthums von dem Hierophan-ten nur Wenigen (den Epopten) mitgetheilt wurden. Ihre Geheimhaltung warbei den fürchterlichste» Strafen geboten. Fluch und Tod traf Den, der das Schwei-gen brach. Nicht unwahrscheinlich ist es, daß diese Lehren dahin abzweckten, dieVolköreligion und die Mythen derselben zu erklären und ihrem wahren Gehalte nach