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Elisabeth (Königin von England)
ihnen bedeutende Geldsummen, Kleider und andre Bedürfnisse oft und reichlich zuspenden. In geringes Gewand gehüllt durchwanderte sie, als treue Landesmutter,die Reihen der an sie sich drängenden Elenden. Gütig gegen Andre, war sie sirenggegen sich; den damaligen Begriffen gemäß durchwachte sie fastend, betend und sichkasteiend ganze Nächte, und verschmähte alle Bequemlichkeiten, welche ihr Rang inKleidung und Nahrung darbot, und ihre hohen körperlichen Reize ihr nahe legten.Zugleich war sie die zärtlichste Gattin, die sorgsamste Pflegerin und Erzieherin ihrerKinder. Und doch sollte diese schöne Seele durch harte Leiden noch mehr geläutert undgeprüft werden. Ludwig nahm 1221 Theil an einem Kreuzzuge, übertrug in s.Ab-wesenheit seinem Bruder, Heinrich Raspe , die Landesregierung, starb aber nochin demselben Jahre zu Otranto im Neapolitanischen. Sein Bruder, welcher nundie Vormundschaft über des Verst. Kinder und die Regierung übernommen hatte,vertrieb die trauernde E. von der Wartburg , entzog ihr alle Unterstützung und ver-bot sogar den Einwohnern Eisenachs , sie aufzunehmen. So irrte die blühende22jährige Witwe mitten im Winter mit ihren Kindern in der größten Dürftigkeitumher, bis der Bischof von Bamberg, ihrer Mutter Bruder, ihr das Schloß Bot-tenstein zum Aufenthalte anwies. Seine Vorschläge zu einer anderweitigen Hei-rath wies sie mit Festigkeit zurück, klagte aber den aus Palästina zurückgekehrtenthüringischen Edeln ihre erlittenen Kränkungen. Diese stellten darüber den Land-grafen mit solchem Nachdruck zur Rede, daß seine bessern Gefühle rege wurden.Er söhnte sich mit E. aus, berief sie wieder nach der Wartburg und setzte sie in denBesitz ihres vollen Einkommens. Da sie aber den Überrest ihres Lebens in heiligerStille zuzubringen wünschte, so räumte er ihr, neben einem jährl. Gehalte, dieStadt Marburg nebst allen dazu gehörigen Dörfern, Einkünften und Gerecht-samen ein, wohin sie sich 1229 begab. Hier stiftete sie ein Hospital und lebte ganzder Andacht und Wohlthätigkeit, schmiegte sich aber zu sehr unter den tyrannischenDespotismus ihres Beichtvaters, Konrad von Marburg (Ketzervcrfolger, er-schlagen 1233). Eine Gesandtschaft, durch welche ihr Vater sie einladen ließ, inihr Geburtsland zurückzukehren, wies sie, der flehentlichen Bitten ungeachtet, ab,und begab sich dafür in das von ihr gestiftete Hospital, wo sie am 19. Nov. 1231im 24. I. ihres edeln Lebens verschied. Die Bewunderung ihrer Zeitgenossen er-klärte sie für heilig; schon 4 Jahre nach ihrem Tode ward sie vorn Papst Gre-gor IX. unter die Zahl der Heiligen aufgenommen, und ihr zu Ehren ward in derFolge an ihrem Begräbnißorte eine schöne Kirche gebaut und ein kostbares Denk-mal errichtet, welches zu den ehrwürdigsten Resten der gothischen Kunst in Deutsch-land gehört. Es wurde gegen Ende Nov. 1810 nach Kassel , später aber wiedernach Marburg gebracht. Reliquien von ihr befinde» sich zu Drcslau und Wien (im Kloster der Elisabethinerinnen). Durch ihre Tochter Sophie, welche mirHein-rich V., dem Großmüthigen, Herzog v. Brabant, vermählt, und die Mutter Hein-richs des Kindes war, wurde E. die q^kammutter des fürstlich hessischen Hauses.Das Leben E.'S hat, mit tiefer historischer Forschung, lebendig dargestellt KarlWilh. Iusti (Zürich 1797). Auch ist eine Lebensbeschreibung der Elisabeth vonJak. Montanus vorgefunden worden. X...».
Elisabeth, Königin von England, eine der geist - und kenntnißrcichstenFrauen, welche je auf einem Throne gesessen haben, geb. den 17. «ept. 1533,Tochter Heinrichs VII I. und der mit Heinrich insgeheim verni. Anna v. Bolevn,die Heinrich erst öffentlich heirathete den 20. Mai 1533, 17 Tage nach ausge-sprochener Scheidung von Katharina v. Aragonien und 3i Monat vor E.'S Ge-burt. Nachdem Heinrich seine zweite Gemahlin hatte enthaupten lassen, um sichmit einer dritten zu vermählen, erklärte er seine Tochter Marie aus der ersten undE. aus der zweiten Ehe für unfähig zu regieren. Die dritte Gemahlin, Jo-hanna Seymour, gebar ihm einen Sohn, Eduard VI . Nun ordnete er die