Band 
Dritter Band. D bis E.
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Elisabeth (Königin von England)

Erbfolge dergestalt, daß er die gegen s. Tochter ausgesprochene Regierungsunfähig-keit zurücknahm, ohne jedoch das Parlament die Erklärung der unrechtmäßigenGeburt zurücknehmen zu lassen, und sehte fest, daß Eduard, Marie und Elisabeth,in Ermangelung der Nachkommenschaft der Erstern, nach einander regieren sollten.Eduard starb 15 I. alt. Nun kam Marie zur Regierung, welche katholisch war,indeß Elisabeth die protestantische Religion begünstigte. ÄufAnrathen des ehr;süchtigen und fanatischen Gardiner, in Diensten der Maria, wurde die junge Elisa-beth, als des Antheils an einer Verschwörung verdächtig, in das Gefängniß desTower geworfen. Vor das Gericht geführt, vertheidigte ste sich mit Muth undFestigkeit, und ward endlich auf Verwendung Philipps von Spanien , den Mariazum Gemakl ausersehen hatte, befreit. Man schlug ihr vor, den Herzog von Sa-voyen zu heirathen, allein sie unterwarf sich dieser schlecht verhehlten Verbannungnicht. Da Maria ihre Absicht, sie aus dem Reiche zu entfernen, nicht erreichte,so ließ sie durch das Parlament Heinrichs, ihres Vaters, Scheidung für unrecht-mäßig erklären, wodurch Elisabeths Geburt unehelich, und sie den entferntemVerwandten des verst. KonigS nachgesetzt wurde. Bald darauf brachte man sieabermals auf das Schloß Woodstock als Gefangene. Allen diesen Beleidigungensetzte Elisabeth muthvolle Ergebung entgegen. Nachdem sie auf Philipps Ver-wendung die Freiheit wiedererhalten hatte, begab sie sich in die Einsamkeit auf einLandgut. Hier wandte sie alle ihre Zeit auf die Ausbildung des Geistes und suchtesich jene Zurückhaltung und Feinheit zu eigen z» machen, deren sie so sehr bedurfte.Sie war in keiner Wissenschaft fremd und verstand außer ihrer Muttersprache auchdiegriech., larein.,, franz., üal., in ziemlicher Vollkommenheit. Damit verbandsie Majestät im Äußern, lebhafte, glänzende Augen, eine glänzende Weiße derHaut, und, obne regelmäßige Schönheit, viele weibliche Reize in ihrer ganzenPerson, worauf sie ziemlich eitel war. Den 17. Nov. 1558 starb Maria, undElisabeth bestieg den Thron, nach dem Testamente Heinrichs Vlll. Als Königinausgerufen, zog sie im Triumphe zu London in denselben Tower ein, wo sie alsGefangene gesessen hatte. Nun erhob die protestantische Kirche wieder ihr Haupt,und die Blutgerüste rauchten nicht mehr vom Blut ihrerBekenner; auch versprachsich das Volk von ihrer Regierung die glücklichsten Zeiten. Noch ehe das neue,von ihr zusammenberufene Parlamentsich versammelt hatte, nahm sie solche Ver-änderungen in demEultuS vor, daß fast alle katbolische Bischöfe (ein einziger aus-genommen) sich weigerte», ferner ihr Amt zu versehe». Beide Kammern erklärtensie (Jan. 1559) zur Königin nach göttlichem Rechte, als rechtmäßigen Sprößlingaus königl. Blute, und huldigten ihr als oberster Regentin der Kirche wie desStaats, wodurch die Trennung von Rom vollendet war. Die Geistlichkeit zeigtejedoch gegen den Eid der geistlichen Obei Herrschaft der Krone große Widersetzlichkeit.Man drang in Elisabeth, sich zu vermählen; allein sie lehnte dies immer bestimmtab, und bekannt ist ihre Äußerung im Parlamente, d«ß sie eine Ehre darin suche,wenn einst auf ihrem Grabsteine zu lesen stehe: „Hier ruht die jungfräulicheKönigin". Im Mai 1559 schloß ihr erstes Parlament seine erste Sitzung, und inK Monaten hatte Elisabeth die Rechtmäßigkeit ihrer Ansprüche und der Ehe ihrerMutter, die Religion ihresVaterS, die Unabhängigkeit ihrer Krone und ihrer Per-son behauptet. Sie endigte durch einen ehrenvollen Frieden den Krieg, worein Phi-lipp II. England gegen Frankreich verwickelt hakte. So blieb ihr nur noch eineBesorgniß übrig, nämlich die wegen der Nähe von Schottland , der Geburt undReligion seiner Königin, der Verbindung dieser jungen Fürstin mit dem Dauphinvon Frankreich, der Ehrsucht und Macht der Guiftn, deren Nichte Maria Stuart ,und deren Ldchwester ihre Mutter, die Regentin von Schottland , war. Schott-land war zwar mitbegrifsen in dem Frieden mit Frankreich , allein dessenungeachtetfuhren der Dguphin und die Dauphine fort, dem Befehle des Königs, ihres Va-