Band 
Dritter Band. D bis E.
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Elisabeth (Königin von England)

ters. gemäß, Englands Wappen zu führen, Heinrich ll. von Frankreich starb,nndFranz II . und MariaStuart nannten sich nun König undKönigin von Frank-reich, Schottland, England und Irland ; sie ließen stanz. Truppen »ach Schott-land einftbiffen, unter dem Vorgeben, die aufrührischen Bewegungen im Lande zuunterdrücken, allein ihre Ansprüche machten, dafi ein franz. Heer in Etinburg nicht leinrücken konnte, ohne London zu bedrohen. Elisabeth schloß daher ein Bündnißmit denmißvergnügtenSchottcn (der sogen, schottischenEongregation), sandte ihnenein Heer zu Hülfe, unterstützte sie durch emc Flotte, schloß die Franzosen zu Leithein, zwang sie zu einer Capikulation und ließ sie auf ihren schiffen »ach Frank-reich zurückbringen. Eine der Bedingungen des darauf erfolgten Friedens war,daß Maria, nach dem unterdeß erfolgten Absterben ihres Gemahls, auf den Ge-brauch d"S Wappens und Titels von England verzichtete. Beruhigt von dieserSeite, geliebt in England, gefürchtet von Schottland und Frankreich , bewundertvon Europa , sah Elisabeth die Bewerbungen um ihre Hand sich auf allen Seitenerneuern. Aber obgleich diese Bewerbungen ihrer Eitelkeit schmeichelten, zeigte siedoch Keinem entscheidende Hoffnung auf ihre Hand und den Thron. Robert Dud-ley, der jüngste Sohn des Herzogs v. Northumberland , wurde indessen allen An-dern sichtbar vorgezogen. Er hatte zu gleicher Zeit mit Elisabeth im Tower ge-sessen, und hier hakten sie die erste Bekanntschaft gemacht. Die Gunst der Königin -war bald kein Geheimniß mehr, nur bedauerte man, daß sie auf einen Unwürdigengefallen war; denn über Dudley'ü Charakter sind nicht die vortheilhaftesten Zeug- ^niste votbanden. Er erhielt den Namen eines Grafen v. Leiccster, den Orden desHofenbandes und die Stelle eines ersten Ministers. Jetzt aber trat jene Epoche inElisabeths Leben ein, welche, wenn auch nicht glorreich für ihren moralischen Ruf, .doch höchst einflußreich für ihr Regentenglück wurde. Maria Smart wünschtenach dem Tode ibreS Gemahls in ihr Erdreich zurückzukehren, und verlangte vonElisabeth, ihrer Verwandten, freien Durchgang durch ihre Staaten. Er wurde ^ihr abgeschlagen; denn Elisabeth haßte und fürchtete Marias Schönheit noch mehrals ihre Macht. Ja Elisabeth ließ selbst insgeheim Schiffe auskaufen, die Marienauf ihrer Überfahrt nach Schottland auffangen sollten. Indeß landete die Letztereglücklich in ibrem Reiche, wo sie aber von dem Haffe Elisabeths sogleich mit den ge-fährlichsten Schlingen umstellt wurde. Elisabeth zeigte sich überhaupt jetzt gewalk- >tbätig, besonders gegen Katharina Grey und deren Gemahl Scyniour, Grasen v.Hartford, bloß weil die Sprößlinge dieser Ehe einst Ansprüche auf dieKrone hättenmachen können. Unterdessen verlangte auch Schottland , daß sich seine Königinvermählen möchte. Elisabeth ließ Marien ihren Günstling Dudley antragen, alleinMaria wich aus. Ihr Gesandter Melvil hatte alle Schwächen der kleinlichstenEitelkeit Elisabeths kennen gelernt, wie er in seinen für Elisabeths und MariasGeschichte schätzbaren Denkwürdigkeiten erzählt, und brachte die Überzeugung mitnach Edinburg , daß Maria mehr als Weib denn als Königin gehaßt wurde, unddaß folglich keine wahreAussöhnung zwischen den beiden gekrönten Frauen möglichsei. Maria vermählte sich endlich, nach dem Wunsche ihrer Unterthanen, miteinem Stuart, dem Lord Darnley , und Elisabeth ergrimmte darüber so, daß sieselbst Darnley s Verwandte in London in den Tower setzen ließ, und alle Güter ein-zog, welche das Haus Lenor, aus dem Darnley abstammte, in England besaß.

Ja sie erregte sogar einen Aufstand unter den schottischen Großen, und unterstütztesie gegen ihre Königin. Maria wurde Mutter. Ein Gesandter meldete dies derElisabeth. Nach der Audienz blieb sie noch lange allein unter ihren Frauen, denKopf in die Hand gestützt, lind rief endlich mit drohendem Schmerze: „iLchott-lands Königin ist Mutter! ich bin ein unfruchtbarer Baum !" Aber was hindertesie, das erste auch zu werden? Manche haben gemeint, physische Gründe hättenElisabeth von der Vermahlung zurückgehalten. Gewiß ist, daß sie verbot, nach