Band 
Dritter Band. D bis E.
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Elisabeth (Königin von England)

ihrem Tode ihren Körper zu umersuchen. Das Parlament erneuerte dringend dieBitte um Vermählung, aber umsonst. Don 1586 — 71 versammelte sie keinParlament, und in diese Zeit fallen die Ereignisse in Schottland , welche Marien indieGewalt terElisabeth brachten und späterhin tieHinrichkung der Erster« zurFolgehatten. Maria wußte sich bloß durch Fluch: in die Staaten ihrer Nebenbuhlerin zuretten, nachdem sich diese zur Schiedsrichterin der Streitigkeiten zwischen Marienund ihren Unterthanen aufgeworfen hatte. Allein obgleich Maria hier das Gastrechtin Anspruch nahm und nehmen konnte, wurde sie doch bald als Gefangene behan-delt, und Elisabeth warf sich eigenmächtig zu ihrer Richten,, auf. Marias Schön-heit und Liebenswürdigkeit erweckten ihr zahlreiche Anhänger, aber sie mehrten auchden Haß und die Eifersucht ihrer Nebenbuhlerin. Man beschuldigte Marien dei Er-mordling ihres Gemahls und der Angriffe aufElilabekhs Leben, und ohne daß manihre Ankläger ihr gegenüberstellte, noch ihr die Beweise der Beschuldigungen vor-legte, die ihr gemacht wurden, ward sie zum Tode verurtheilt und nach l-tjähr. Ge-fangenschaft den 8. Febr. 1587 hingerichtet. In derselben Zeit ward Elisabeth derVorschlag gethan, sich mit demHerzoge von Anjou zu vermählen. Lie wußte, weilsie nicht geradezu mit Frankreich breche» wollte, den Herzog mitHoffnungen zu täu-schen, die sie nicht erfüllen mochte, bis endlich Dieser ihre Absicht bemerkte und sieöffentlich der niedrigsten Neigungen beschuldigte. Vorher schon hatte sie der Papstin den Bann gethan und ihre Unterthanen des Eides der Treue entbunden, allein ihrkräftigerGeist hakte denBannstrahl unwirksam zu machen gewußt, was freilich da-durch erleichtert ward, daß die schauderhafte Bartholomäusnacht in Frankreich über-haupt gegen die Katholiken mit Unwillen und Haß erfüllte. Indessen ist nicht zuleugnen, daß bei aller Neigung zur DeSpotieElisabeth doch auch dieKunst, einReichunter schwierigen Verhältnissen zu regieren und ihreWürdezu behaupten, in hohemGrade verstand und geschickt zu üben wußte. InLchottland hatte der Lohn Mariasden Thron bestiegen. Diesen wußte Elisabeth fast zu überreden, daß sie schuldlos ander Hinrichtung seiner Mutter sei, indem sie die tiefste Verzweiflung heuchelte undmehre ihrer Räche strafte, welche ihr dazu gerathen hatten. Nicht so gelang es ihrmit Philipp U. von Spanien , der jeneHinrichtung als einen Frevel gegen die könig-liche Hoheit überhaupt, sowie gegen die katholische Religion betrachtete. Schon von1578 an hatte der engl. Admiral Drake Peru'S Küsten verheert, und da Elisabethden Bruch mit Lpanien voraussah, ließ sie 1585 von Neuem die span. Colonienfeindlich behandeln. 1586 zerstörte Drake in Cadiz eine ganze Transportflotte, mitLebensmitteln und Kriegsvorräthen beladen. Dadurch, sowie durch Religionseiferaufgefodert, beschloß Philipp England zu überfallen. Er ließ daher die Armada aus-rüsten (s. Philipp >>.), welche den 29. Mai 1588 von Lissabon unter Lege! ging.Aber Elisabeth entflammte alle ihre Unterthanen mit hohem Muthe. Dies warder Zeitpunkt ihrer wahren Größe. Sie hatte kaum 15,000 Matrosen; aber dieStadt London rüstete auf eigne Kosten 33 Schiffe, das größte von 200 Tonnen,aus; die Königin 34, worunter eins, der Triumph, von 1100 Tonnen, 40 Ka-nonen führte. Der Rest der Flotte beliefsich auf 42 Fahrzeuge von flachem Bord,unfähig den Angriff der ungeheuern spanischen Schiffe auszuhalten. Allein dieenglischen leichten Schiffe, welche sich schnell bewegte», wurden von Männern, wieDrake (s. d.), HawkinS und Frobisber, unter dem Oberbefehle von Charles Ho-ward , angeführt. Die Holländer rüsteten auch eine Flotte von 90 Segeln aus,um das Heer von Flandern zu hindern, in See zu gehen. Kaum hatte die spani-sche Armada das Cap Finisterre umsegelt, als sie von einem Sturme auseinander-getrieben wurde. Mehre Schiffe kamen durch Unwissenheit der Piloten und Unge-schicklichkeit der Matrosen in die höchste Gefahr, andre wurden von den englischenSchiffen angegriffen, genommen und zerstört. So nahm Drake 2 Gallionen, dieden Schatz der Flotte trugen. Vor Gravelingen sammelte sie sich wieder, allein