Band 
Dritter Band. D bis E.
Seite
498
JPEG-Download
 

498 Elisabeth (Königin von Preußen) Ellenborough

qin von der Hinrichtung aller dieser Unglücksgefährten sein zu lassen, ehe man ihreignes Dasein endere. Mit Ruhe und Ergebung gab sie ihr schönes Leben hin.Nicht eine Klage gegen ihre Richter und Henker entfloh ihren Lippen. Ohne schönzusein, war Elisabeth einnehmend und lebhaft; ihr Haar war kasianienbraun; ihrblaues Auge halte einen rührenden Anflug vonSchwermuth; ein niedlicher Mund,schöne Zahne und ein blendend weißer Teint machten sie reizend. Sie war immerbescheiden und fast furchtsam in den Umgebungen prachtvoller Größe, muthig imUngemach, fromm und tugendhaft, ohne auch nur einen Flecken.

Elisabeth (Christine), Gemahlin Friedrichs II. von Preußen, Prinzessinvon Draunschweig-Wolfenbüttel, geb. 1115 zu Braunschweig , vermahlt 1133 zuSalzdahlen, gest. 1191. Ihr herrlicher Charakter, ihre Tugenden, ihr gebildeter ^Verstand haben dieser Fürstin allgemeine Achtung erworben. Gezwungen zu derVermählung mit ihr, hatte Friedrich bis zu s. Vaters Tode (114V) sich entfernt vonihr gehalten; aber als er den Thron bestieg, gab er die unzweideutigsten Beweise,wie sehr er die ausgezeichneten Eigenschaften seiner Gemahlin verehre, obgleich sienie seine Zärtlichkeit besaß. Er schenkte ihr das Schloß Schönhausen, wo sie denSommer zubrachte. Sterbend gab er ihr noch Beweise seiner Verehrung. Er ver-ordnete in seinem Testamente, außer -10,000 Thlrn. jahrl. Pension, noch eine jährl.Rente von 10,000 Thlrn.: „denn sie hat", erklärte er, „während meiner ganzenRegierung mir nicht die mindeste Veranlassung zum Mißvergnügen gegeben, undihre unerschütterliche Tugend verdient Ehrfurcht und Liebe!" Ihr Leben war eineununterbrochene Kette von Wohlthaten; sie hatte jährlich 24,000 Thlr., die Hälfteihrer Einnahme, zu Almosen und Pensionen für dürftige Familien bestimmt. Sietheilte das Znteresse, welches Friedrich an den Wissenschaften fand, in hohemGrade, und war selbst Schriftstellerin. Mehre deutsche Schriften übersetzte sieins Franz, und schrieb in letzterer Sprache selbst: „ll-i rävolulion" (Berlin 1119); „älerlit.itioii ä I'ncs.'isinii ein iei!0>iv>lllln!i,-,it (I,- I'uniiäe, SIII los SUIIISguelu ziiovieleuae a ziour los liunuiiii; etc." (Berlin 1111); „Kelloxiou; zioiirIon; Ion j«m» clo I» ieniuiiie" (Berlin 1111) ; „Ili-tlexioiis rur l etal «los as-sairc-5 piibligncs en 1118, 2llics5«K-s nur zx-iüriniik-x sruiiitive;" (Berlin ).Tiefe« Gefühl und ein Heller Blick charakterisiren diese Werke.

E l i p i r (elixir, elixiriiiin, von dem arab. al-eesir, chemisches Arznei-mittel, oder von «X-F-ü, ich helfe, oder ich ziehe aus, oder von ollere, aus-wählen, am richtigsten von c lixare. auskochen) ist die Bezeichnung vieler Medi-kamente, welche aus Wein oder Weingeist und verschiedenen harzigen, bitternPflanzenstoffen bestehen. Das Wort ist jedoch fast außer Gebrauch gekommenund wird durch Tincrur ersetzt, von welcher es sich aber durch die mehr drcklige, un-durchsichtige Beschaffenheit und den weniger geistigen Gehalt unterscheidet. Be-kannt sind Fr. Hcffmann's und Stoughion's Magenelixire. Zenes («llix. visce-r.ule 1'r. Ilvllnuiiiui) wird bereitet, indem die Extrakte des u.iiel. ben., ceiil.rniu., rort. aurant., evii. oliiiiuc, luvuli. ag., in Malaga oder Ilngarweinaufgelöst und ein wenig tiliet. cxirvnplivll. ,noi!>rit. und tilisl. U!»l-l hiNZUgejetztwird. Stoughtvn's Magenelixir besteht aus ulisviilli., »eiiti-'iii. IIII-I., i iii,i,ail>.,caseai ill-, und evrl. »uiaiit.. welche zusammen mit Weingeist insundirt werden.

Ellenborough (Eduard Law, Lord ), geb. 11-18 zu Great Lalked inCumberland, Obcrrichter des Tribunals^dcr Kingsbench in London , war cniRechtS-gelehrter, bei welchem Geburt, Naturgasen, Kenntnisse, Glück, Verbindungen undGelegenheit sich vereinigten, den Platz, welchen er im gesellschaftlichen Leben ein-nahm, merkwürdig zu machen. Sein Vater, IX Edmund Law , Bischof vonCarlisle, ein gelehrter Theolog, ließ ihn auf der trefflichen Carthause in London unterrichten; dann studirte er in Cambridge so fleißig, daß er 1111 eine Medaillevom Kanzler derselben, und 1113 einen Preis erhielt. Als er sich den ersten aka-