Band 
Dritter Band. D bis E.
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Empfängniß Emphytcuse 509

allgemeinen Wohlthäter, den großen Dichter, Redner und Arzt, den Vertrautender Götter, den Derkündcr der Zukunft und den mächtigen Beschwörer der Natur,der den Lauf derselben hemmen und selbst dem Tode gebieten könne. Er soll sichin den Krater des Ätna gestürzt haben, um beim Volke durch sein plötzliches Ver-schwinden den Glauben an eine höhere Abkunft zu erwecken; nach A. wäre er einOpfer seiner Wißbegierde geworden, indem er, um die Natur jenes Berges undseines Feuerauswurfs genauer zu erforschen, dem Schlunde zu sehr genaht undversunken sei. Aber wahrscheinlich ist dieses ebenso sehr Fabel als die von demSpötter Lucian verbreitete Sage, daß der Ätna die Sandalen des eiteln Philo-sophen ausgeworfen, und so nicht nur seine Todesart beurkundet, sondern auchdem Volke den Glauben an seine Gottheit benommen habe. Andre endlich erzäh-len, er habe, bei sehr hohem Alter, den Tod im Meere gefunden. E. trug seinePhilosophie noch im poetischen Gewände vor. Feurige und kühne Bilder zeichnetenseine Verse ebenso sehr aus als Wohllaut und Anmuth. Lucrez war hierin seinNachahmer. Das ihm sonst beigelegte jambische Gedicht über die Sphäre wirdfür unecht gehalten. Die Überbleibsel seiner Gedichte hat Fr. Wilh. iLlurz (Leipz.1806) nebst einer Abhandl. über sein Leben und seine Philosophie herausgegeben.E. hielt die sogen. 4 Elemente (Feuer, Wasser, Erde und Luft) für die Grundprin-cipien, welche nicht entstehen und vergehen, und woraus durch bestimmte Vereini-gung und Scheidung Alles wird. Daher zu jenen materiellen Grundprincipien nochdie idealen Principien Freundschaft und Feindschaft hinzukommen. L). „älcn-oi iv.-.rille vil.i e lüoroü- i> bünpr.Ioelc". vonDomenicoScina (Palermo 1825).

Empsängniß, der Act des thierischen Lebens, durch welchen das weib-liche Geschlecht bei der Verbindung mit dem männlichen den zur Befruchtung dien-lichen Stoff empfängt. Die Natur hat das Geschäft der Erzeugung der belebtenGeschöpfe in einen undurchdringlichen Schleier gehüllt. Obgleich der forschendeGeist dcsMenschen versucht hat, durch genaue Beobachtungen ihre Geheimnisse zuenthüllen, so ist doch Nichts gewonnen worden als gewagte Hypothesen.

Empfindsamkeit, die Fähigkeit des menschlichen Gemüths, durch ge-wisse Eindrücke leicht zu den entsprechenden Empfindungen bestimmt zu werden;insbesondere die Fähigkeit, sittliche Empfindungen zu haben; und in engerer undgewöhnlicherBedeutung, eine hohe Empfänglichkeit und Fertigkeit in lebhaften sitt-lichen Empfindungen. Mit Unrecht pflegt man diesem Worte einen Nebenbegriffvon Süßlichkeit, Ziererei u. s. w. beizulegen. Ist die Empfindsamkeit übertriebenund dem Gegenstände, durch den sie erregt wird, nicht angemessen, so hecht sie E m-pfindelei; diese ist eine überspannte Empfindsamkeit. Die Erscheinung der I.M.Müler'schenRomane, namentlich des„Siegwart"war in den sicbzigerIahrendes vorigen Jahrh, die Veranlassung einer lächerlichen Empfindelei in Deutschland ,die lange genug dauerte, bis sie der Sturm- und Drangperiode, durch Göthe's„Götz" aufgeregt, weichen mußte. Von der Empfindlichkeit ist die Empfind-samkeit dadurch unterschieden, daß jene einen Gemüthszustand bezeichnet, in welchemman leicht zu unangenehmen Empfindungen angeregt wird, waseinecinseiiigeRich-tung und Verstimmung der Kraft voraussetzt, welche Schwäche oder Kränklichkeit ist.

Empfindung, die Auffassung des Äußern in das Innere oder die Auf-nahme eines sinnlichen Eindrucks in die Seele; kann aber auch der Gemülhszu-stand, insofern er in Lust oder Unlust besteht, sei diese durch äußere oder innere An-regung entstanden, mithin Gefühl. Das Empfindungsvermögen ist die Fähigkeit,Eindrücke, besonders von Außen kommende, ins Bewußtsein zu fassen.

Emphyteuse (IGu-P wu,>üH. 1) das Nutzeigenthtun oder Recht aneiner fremden unbeweglichen Sache, welches Jemandem unter der Bedingung derVerbesserung (Melioration) und gegen Entrichtung einer jährlichen Abgabe (Kanon,Erbzins), als Zeichen der Anerkennung (Recognition) des Obereigemhums, über-