Band 
Dritter Band. D bis E.
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Ems

Empirie

tragen worden ist; 2) auch das Grundstück, das unter diesen (emphyteutikarischen)Bedingungen Jemandem zur Benutzung überlasten ist, und 3)derDertrag hierüber.Der deutsche Name dieses römischen Instituts ist Erbzinsrecht, ErbzinSgut, dochhat dieser Ausdruck noch eine andre Bedeutung, welche im deutschen Rechte vorgeht(s. Erblehen), und Erbzinscontrack. Der Besitzer oder Nutzeigenlhümer einessolchen Gutes heißt Emphyteuta, Erbzinsmann; der Obereigenthümer Zinsherr.die Emphykeuse entsteht nicht bloß durch Bewilligung des Letztem, sondern auchdurch Verjährung. Ersterer kann sein Nutzeigenthum auch auf Andre übertragen,jedoch ist nach der richtigen Meinung der Juristen hierzu immer die Einwilligungdes Obereigenthümers nöthig; auch hat er noch mehre andre Rechte.

Empirie, Erfahrung (s. d.). Empirismus, eine Denkart, die derErfahrung huldigt und entweder auf sie alle andre Erkenntniß baut oder jede andreErkenntniß verwirft; empirisch, was sich auf Erfahrung bezieht, aus ihr ge-schöpft ist; Empiriker, dessen Kenntniß bloß auf Wahrnehmungen und Ver-suchen beruht und daher unzusammenhängend und ohne Grundsätze ist; auch Der,welcher bloß der Erfahrung folgt. In der Philosophie und in der Heilkunde stelltman den Empiriker dem Rationalisten entgegen. So gab es eine empirische Schuleder griech. Ärzte im 3. Jahrh.

Ems, Mfl. und Badeort in der Wetterau, im Herzogth. Nassau , an derLahn , welche, zwischen Bergen und Stcinklippen hinrauschend, anmuthige Thälerund Auen bewässert. Dw ersten Brunnengebäude wurden 1583 errichtet. Zwei Ba-dehäuser diene» auch den Gästen zu Wohnungen. Jedes derselben hat mehre Haupt-bäder, die in kleine Bäder abgetheilt sind; auch sind in jedem besondere Trinkbrun-nen, überhaupt 7: das Kränchen, der Kessel- und Wappenbrunnen, der Mittel-oder Kurbrunnen, dasMarienbrünnchen, der Spring- und Wilhelmsbrunnen oderdas kalte Kränchen, und die 1812 entdeckte Zwillingsquelle. Die Namen der Bä-der sind: die alten, die neuen, die Fürsten - und landgräflichen Bäder, die Buben-quelle und das Rondelbad. Die stärksten Quellen sind im alten, ehemals hessen -darmstädtischen Hause. Das Mineralwasser hat 18—11" Riaum. Wärme. DerMittel- oder Kurbrunnen ist der wärmste. Das Fürstenbad ist prächtig aus inlän-dischem Marmor erbaut. Am Kränchenborn füllt man jährlich gegen 50,000 Krügezur Versendung. Die Wasser gehören zur Gattung der alkalisch-salinischen undhaben auch außerdem viel Luftsaure. Das Wasser des Kränchenborns wird, sowiedas des Kurbrunnens, häufig auswärts verführt. Ems ist heilsam bei chronischenKatarrhen, Schleim, Husten, Verstopfungen der Lungen, in allerlei Magenübelnvon Säure und Schleim, Verstopfungen in den Eingeweiden des Unterleibes, Hä-morrhoiden, Schleim und GrieS in den Urinwegen, Gicht, steifen Gliedern u. s. w.Auch rühmt man es bei Augenbeschwerden. Jenseits der Lahn , am Spieß, ist diebetäubende Hundsgrotte, ähnlich der von Neapel. Selbst in der Lahn sprudelnwarme Quellen auf, und es ist da ein Pferdebad angelegt. Entferntere Punkte fürLustreisen sind: Dausenau , in einer herrlichen Gegend, mit einem Mineralbrunnenund einer starken Apfelbaumzucht; Nassau in einer höchst reizenden Umgebung,mit der alten Burg Hartenstein; Koblenz und Ehrenbreitstein an dem unvergleich-lichen Rheinkhale rc. S. Thilenius's „Ems und seine Heilquellen" (Wisbaden1816) und Vogler, „Die Heilquellen zu Ems" (Koblenz 1821).

Ems, ein Küstenfiuß in der preuß. Provinz Westfalen , der die Haie auf-nimmt. sich unweit Emden (s. d.) in dieOster- und WesteremS theilt, welche dieIntel Borkum einschließen und in den Dollart fallen. Die Schiffbarmachung derOberem« wird seit 1818 von Hanover (durch einen Canal von Meppen bis Lingen )und von Preußen (durch eine Verbindung der Oberems niit der Lippe) bewerkstelligt;doch hat letzteres wegen Mangels an Wasser große Schwierigkeit; daher man 1826eine Eisenbahn in Vorschlag brachte. Doch waren 1829 die Hauptbauweicke zur