Band 
Dritter Band. D bis E.
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Enclaven

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Enclavcnsache ('Anhaltische)

sieuer von der pfalzbairischcn Geistlichkeit durch den Nuntius in München einlegten,und das Schweigen der beiden andern Erzbischöfe dabei ihre Schwache. DerKurf. von Mainz erklärte sogar, um die päpsil. Bestätigung der Wahl s, neuen Co-adjutorS(Karlv.Dalbera);u erhallen, das weder er noch s. Coadjutor die emserBe-schlüsse befördern wolle. Der Kurf. von Trier , ohnehin dem Papste persönlich ganzergeben, zog sich ebenfalls davon zurück, und der Kurf. von Köln , ei» Bruder desKaisers und der wahre Urheber des ganzen Unternehmens, wurde durch die bei denReichsverhandlungen über die Numienbcschwerden vorgekommene Drohung desKurs. von Pfalzbaicrn, seine Länder den Wprcngeln der Erzbischöfe ganz zu entzie-hen, für die Erhaltung feiner bisher genossenen AmtSrcchte so besorgt gemacht, daßer nicht weiter auf jenen Beschlüssen zu bestehen wagte. So zerschlug sich dieserVersuch zur Befreiung der deutschen Kirche von verjährten päpstl. Bedrückungen,sowol durch den Mangel an Vorsicht, Kraft und Standhaftigkeit der Unternehmer,als auch durch die selbstsüchtige Politik des Kurf. von Baiern , mit oem Ansehen derrömischen Curie zugleich s. landesherrliche Macht gegen die Erzbischöse zu behaup-ten, und der Papst feierte s. Triumph über sie mit einer ausführt. Widerlegungihrer Beschlüsse („8. Dom. ?ii. si. Vl. Ikespon«,,» »<l äleiropnlilsuos lUo^nit.,'Irovir., Eol»ii. <-t ünllsb. super ldiuutui tui is", RoiN 1789, 4.). 31.

Encke'scher Komet, s. Kometen.

Enclaven, Theile eines Staatsgebiets, welche von einem andern rings-um eingeschlossen sind, auch kleinere Staaten, welche sich in diesem Fall m einemgrößer» befinden. Obgleich die rechtlichen Verhältnisse einer Enclave hierdurchan sich nicht geändert werten sollten, so wird doch die Verwaltung auf beidenSeiten außerordentlich gehemmt, vornehmlich in Ansehung der Erhebung vonZöllen und Consunilionssteuern. Der Regierung des enclavirten Districis könnendie Communicationen mit demselben wo nicht ganz abgeschnitten, doch sehr er-schwert werden; sowie auf der andern Seite die Enclaven, wenn sie vollkommenals Ausland behandelt werden, die größte Gelegenheit zum Schleichhandel darbie-ten. Deßwegen haben größere Staaten sie ohne Weiteres in ihre Manihliniegezogen, wodurch freilich Beschwerden von der andern Seite veranlaßt wordensind, die man endlich durch Staatsverträge beseitigt hat. 37.

Enclavenfache < Anh attische). Durch die neue Vertheilung derLänder Deutschlands seit 1815 sind mehre kleine souveraine Länder auch preuß. En-claven geworden. Dieser Umstand setzte der Einführung des neuen preuß. Skeuer-shstems von 1818 mancherlei Schwierigkeiten in den Weg, und mußte auch überdie Enclaven mancherlei Unbeguemlichkeiren bringen. Jenes System bestand näm-lich darin, alle innere Zölle von aus- und eingehenden Waaren aufzuheben unddieselben bloß an die äußersten Grenzen des Staats zu verlegen. Da nun die vonAußen eingehenden Waaren mit einer ziemlich starken Consumtioncsteuer belegt wur-den, so entstand für den preuß. Staat die Gefahr des ungemessenen Schleichhandels,wenn die fremden Waaren in die Enclaven abgabenfrei gelassen werden. Nun hättezwar Preußen alle diese Enclaven mit Zollwächtern umstellen, und auf diese Weiseden Schleichbandel verhindern können; allein da diese Enclaven zum Theil bloßDörfer oder Ämter sind, und selbst das größte unter ihnen, nämlich dasHerzogthumAnhalt, nur ein kleines Gebiet ist, so hätte eine solche Einzäunung durch Zollliniennicht nur sehr große Kosten verursacht, sondern auch schwerlich viel geholfen, da,wenn die Contrcbande gleichsam mitten im Lande eine freie Niederlage hat, keine> Wachsamkeit im Stande ist, das Einschwärzen zu verhüten. Außerdem würde einesolche Maßregel für die Enclaven selbst im höchsten Grade drückend gewesen sein,indem dadurch ihr Hauptverkehr, den sie haben, nämlich mit den sie umgebendenpreuß. Ländern, gänzlich zerstört sein würde. Preußen wählte daher den Weg, diegau^e Lleuer, welche es von den für seine eignen Unterthanen bestimmten WaareirConverßMvns-Lericon. BS. III. 53