Band 
Dritter Band. D bis E.
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Encyklopädie der Wissenschaften

Encyklopädie der Wissenschaften«!? eine Darstellung dersel-tden nach ihrem Inhalt und ihrem Zusammenhang unter einander. DicseDarstellungkann auf verschiedene Weise geschehen, je nachdem man den EintheilungSpunktwählt, von dem man ausgeht. Alle Wissenschaften lassen sich unterscheiden inanthropologische und cntologische. Jene haben den Menschen nach seinen geistigenund moralischen Eigenschaften, diese das Ding, d. h. Alles, was außer unsermInnern vorhanden ist, zum Gegenstände. Jedes dieser 2 großen Gebiete zerfälltwieder in 4 Abtheilungen; das anthropologische in I) Philosophie, 2) Geschichte,3) Geographie, 4) Skaatswissenschaft und Politik. Das onkologische in 1) Ma-thematik. 2) Physik, 3) Naturgeschichte, 4) Technologie. Die Philosophieoder die Kenntniß der ursprünglichen und um deßwillen nothwendig genannten Ei-genschaften des Menschen hat folgende Theile: s) Kritik der reinen Vernunft oderKritik derErkenntnißvermögen desMenschen, von Andern Fundamentalphilosophiegenannt oder Grundlehre der Philosophie, worin untersucht, ob, und bewiesen wird,daß es Grundsätze für das Denken und Handeln gibt, welchen der Name nothwen-diger und allgemeinerWahrheiten gebührt; I>) Logik, welche die Grundsätze darlegt,welche die Denkkraft bei ihrer Thätigkeit zu befolgen hat; e) Metaphysik, die Wis-senschaft von den allgemeinen und insofern nothwendigen Eigenschaften alleS-Oes-sen, was je in den Kreis unserer Wahrnehmung, Beobachtung und Nachforschungkommen kann; sie erstreckt sich demnach sowol über alle anthropologische, als überonkologische Wissenschaften, und ordnet sie der Philosophie unter: >!) Moral undNaturrecht, von denen jene die ursprünglichen Pflichten (daher Pflichtcnlehre, Tufgenklehre, Siktenlehre), dieses die ursprünglichen Rechte des Menschen lehrtsdaherauch philosophische Rechtslehre); beide Wissenschaften, die von uns getrennt wer-den, wurden von den Alten als eine einzige behandelt; HReligionsphilosophie (Na-turtheologie), oder die Lehre von dem Verhältnisse des Menschen und des Men-schengeschlechts zur Gottheit. Von diesen 5 Theilen der Philosophie untersuchendie 3 ersten: was ist wahr, ohne Rücksicht der?knwendung für das Leben und Han-deln, und bilden daher die speculative Philosophie; dagegen bilden die beiden letztendie praktische Philosophie, weil sie lehren, was der Mensch thun soll und darf, undwie er leben muß. — Die Gesch ichte oder die Kenntniß von den frühern Zustän-den und dem daraus hervorgegangenen jetzigen Zustande des Menschengeschlechtsheißt, wenn sie diese Zustände in ihrer Gesanimtheit umfaßt, allgemeine Geschichte,Universalgeschichte, Geftbichw der Menschheit, zerfällt aber, je nachdem sie nureinen einzelnen Theil derMenschheit oder einen einzelnen Theil der Zustände, worinsich die Menschheit oder ein Theil derselben bis auf den einzelnen Menschen hinabbefunden, in mehre besondre oder Specialgeschichten. Dahin gehört die Litera-tur g e sch i ch te oder die Geschichte des Fortschritts der Wissenschaften, dieKun st-geschichte, die Kirchengeschichte, die Geschichte jeder einzelnen Wissenschaftund Kunst, die Geschichte der einzelnen Völker und stauten, die Geschichte einzelnermerkwürdiger Personen (Biographien und Memoiren) u. s. w. Außerdem gehörenhierher gewisse Hülftwissenschasten, als: Kritik, um das Falsche vom Wahren zusondern, Alterthumskunde, um die Vorwelk in allen ihren Eigenthümlichkeiten zuerkennen, Sprachkunde, um die in fremden Sprachen enthaltenen Nachrichten sichzugänglich zu machen w. — Die Geographie, oder die Darstellung des Zu-standes der Erde in einem gegebenen Zeitalter, ist zunächst verschieden nach diesemZeitalter. Gewöhnlich unterscheidet man alte Geographie, welche die Kenntnisseüber Erde und Menschen enthält, die sich aus den Schriften der Griechen und Rö-mer schöpfen lassen; mittlere Geographie, etwa vom 1. bis 15. Jahrh., und neueoder neueste Geographie. Politische Geographie ist diejenige, welche die Erde nachihren politischen Eintheilungen beschreibt; die mathematische Geographie beschäftigtsich mit den Größenverhältnissen der Erde als Weltkörpep betrachtet; die physische