522 Engel (Johann Jakob) Engelsburg
keil; uns, die wir andre Begriffe von Himmel und Weltall haben, bliebe nichts übrigals anzunehmen, daß sie, da sie ja doch auf uns wirken sollen, unsichtbar neben unswohnen. Was ihre Namen betrifft, so läßt die katholische Kirche nur die 3 in derheil. Schrift vorkommenden, Michael, Gabriel und Raphael, gelten. Unter den Ke-tzereien des AldebcrtuS, welcher im I. 704 auf einer Svnode zu Rom unter keinPapst Aach „riaS verdammt wurde, war auch die, daß er Engel unter unbekanntenNamen angerufen habe, dergleichen Uriel , Raguel, Tubuel, IniaS, Tubuas, Sa-barth, Simiel u. a. m. waren. Ausdrücklich ward erklärt, dies wären nicht.Namenvon Engeln, sondern von bösen Geistern. Die spätern Katholiken haben sich jedochhieran nicht gekehrt, und der Katholik Sonnenberg hat, nach Milton's und Klop-stock'S Vorgang, andre Engel nicht bloß aufgeführt, sondern auch benannt. <10.
Engel (Johann Jakob), einer der vorzüglichsten deutschen Prosaisten, geb.zu Parchim den 11. Sept. 1741, wo er bei s. Vater, dem Pastor, den ersten Unter'richt genoß und alsdann dieStadtschule besuchte, von wo er nach Rostock zum Gym-nasium und nachher zur Universität kam. Hier waren die theologischen Wissenschaf-ten sein Hauptstudium. Zu Bützow , wohin er 2 I. später ging, zog mehr die Phi-losophie und hauptsächlich Physik seinen Geist an. In Leipzig suchte er sich derPhilosophie und den «prachen noch mehr zu widmen. Er erwarb sich durchUnterricht, Vorlesungen und Übersetzungen seinen Unterhalt, und wählte endlichunter mehren den Ruf nach Berlin als Pros. am Ioachimsthalschen Gymnasium,wo er mit großem Beifall lehrte, bald Mitglied der königl. Akademie der Wissen-schaften ward und den größten Theil s. Werke schrieb. Späterhin, als Lehrerdes jetzigen Königs v. Preußen, wurde er dem Vater desselben, Friedrich Wilhelm ll.,bekannter, und von diesem zum Dberdirector des berlinischen Theater« ernannt,welche Stelle er aber theils aus Verdruß, theils s. schwankenden Gesundheit wegen,1794 niederlegte. Er ging nach Schwerin . Beim Regierungsantritt des jetzigenKönigs vonPreußen kehrte er, aufkie Einladung s. ehemaligen Zöglings, nach Ber-lin zurück und machte sich um die Akademie der Wissenschaften in mancher Rücksichtverdient; trug durch gemeinnützige treffliche Schriften das Deinige zur allgemeinenAufklärung bei; genoß die Achtung und den Umgang der vorzüglichsten Männer;ließ sich selbst durch s. Kränklichkeit, da er besonders an Hypochondrie unendlich litt,nicht zurückhalten, über seine Kräfte zu arbeiten, beschleunigte aber eben dadurch f.Ende, welches durch eine Reise, die er zu s. sich nach ihm sehnenden Mutter unter-nahm, herbeigeführt wurde. E. starb in s. Geburtsorte den 28. Juni 1802. DieKritik des Geschmacks und die Theorie der Kunst verdanken ihm viel. «ei» „Ver-such einer Methode, die Vernunftlehre aus platonischen Dialogen zu entwickeln", s.„Philosoph für die Welt", in welchem er s. fein vorgetragenen Bemerkungen überSitten und Menschen durch klare und geschmackvolle Darstellung neuen Reiz undStärke verschafft, weisen ihm ebenso wie s. späterhin geschriebener „Fürstenspiegel ",einen bedeutenden Platz unter den philosophischen «christstellern Deutschlands an;s. „Anfangsgründe einer Theorie der Dichtungsarten, aus den Mustern einwickelt",gehören zu den ersten glücklichern Versuchen der Deutschen in dieser Art; s. „Ideenzu einer Mimik", mit erläuternden Kupf. von Meil, zeigen so vielLcharfsinn, Men-schenkenntniß und Geschmack, und verbreiten über diese Kunst und über andre da-mit verwandte Künste so viel Licht, daß dieses Buch alsLehrbuch für den Schauspie-ler zu betrachten ist. Als dramatischer Schriftsteller ist er durch s. „Edelknaben", „Derdankbare Sohn" -c. bekannt. In s. treffl. Zeit- u. «ittengcmälde „Loren; Stark" setz-te er zugleich s. Großvater Brasch, einem reichen Kaufmann und Rathsherrn in Par-chim, ein bleibendes Denkmal. E.'S sämmtl. Schriften Berlin 1801—6,12 Bde.
Engelsburg, ein altes, rundes, starkes und vom Papst Alexander VI. zu Ende des 15. Jahrh, zu einer Eiradelle eingerichtetes Gebäude in Rom , zu wel-chem eine Brücke (die Engelsbrücke über die Tiber) führt, Kaiser Hadrian hatte