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Dritter Band. D bis E.
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524 England

Dfsiciere zum Kriegsgericht versammelt. Die Richter, anfangs unschlüssig, fülltenum 4 Uhr zwar das TodeSurtheil, weil der Prinz eingestand, daß er die Waffengegen Frankreich getragen habe und daß er von England monatlich 950 Guineenbekomme; allein der Präsident Hulin war eben im Begriff, auf des Prinzen Ver-langen, der eine Privataudienz bei dem ersten Consul wünschte, deßhalb noch anBonaparie zu berichten, als Savary, der hinter des Präsidenten Etuhle stand,erklärte, das Geschäft der Commission sei geendigt. Darauf ließ Savary schonum 4» Uhr Morgens den 21. März das Urtheil im Graben des Schlosses durchGendarmeg d'Elite vollziehen. Der Unglückliche verlangte, daß man der Prin-zessin von Rohan eine Locke, einen Brief und einen Ring zustellen möchte. EinSoldat übe« nahm den Auftrag, aber ein Dfficier riß ihm Alles mit den Wortenaus den Händen: „Niemand darf hier Aufträge eines VerrätherS übernehmen".Der letzte Augenblick kam; der Herzog stand und sprach mit unerschütterlicher Fas-sung zu den Gendarmen! „Wohlan, meine Freunde!" In diesem Augenblicke sielderPrinz. — Flcury deChaboulon, vormals Napoleons Cabinetssecretair, erzählt:„Iosephine u. ihre T. Hortense beschworen den Consul Bonaparte, dem Herzogdas Leben zu lassen. Cambac,-n s u. Berthier stellten ihm die schreckliche Nutzlosig-keit der Verurtheilung vor. Er schien zu schwanken, als schon die Todesnachrichtankam. Ein so schnelles Verfahren harte Bonaparte selbst nicht erwartet; er haktesogar dem Hrn. R> al befohlen, den Herzog zu verhören". Napoleon hat in seinen„Us'wonk-- t-w." Talleyrand beschuldigt, daß er ihm den Brief des Prinzen erstnach der Hinrichtung gegeben habe: allein der Prinz hat keinen Brief geschrieben.Talleyrand harre bloß die geheime Erpedikion nach Ettenheim und Dffenburg ge-wußt und deßhalb an den badischen Staatsminister geschrieben. Caulaincourt (s.Vicenza) führte die Expedition »acb Offenburg aus und sandle Talleyrand'S Schreiben nach Karlsruhe . Savary'S Schlaft „8»> I-> <:it.-,,iroj>l>e <le >1. le,I»<:>I'I-ngl>i<-»" (Paris 1823), welche auf Talleyrand den Verdacht der Theilnahmewarf, veranlaßte mehr als 20 verschiedene «chriften. Talleyrand hat sich bei demKönig Ludwig X> III. gerechtfertigt. Dupin hat die Actenstücke hekanntgemachtund das Gesetzwidrige in dem Verfahren der von Murat ernannten Militaircom-inission aufgedeckt. Der General Hulin hat dies selbst öffentlich zugegeben. Nachibm fällt die Schuld der Beschleunigung der Vollziehung des Unheils ganz aufSavary. Vgl. „Hermes", Nr. XXU. Ludwig X > lll. und die Kammern habendem Herzoge ein Denkmal in der Kirche zu Dincennes setzen lassen.

England, der südliche Theil Großbritann iens (s. d.), begreift daseigentliche England, das Fürstenthum Wales, die Insel Plan u. die NormannischenInseln, zusammen 2170 OMeilen. Die dasselbe umgebenden Meere bilden eineMenge von Meerbusen, Baien, Buchten und Häfen. Unter 50 schiffbaren Flüssensind Sie vornebmsten: die Themse (Tlmmes), welche bei Henkley, an der Grenze vonBerkshire , diesen Namen erhält, da sie vorher die Isis heißt; der Trent, welcher nachseiner Vereinigung niit der Düse den Namen Humber erhält; die LLeverrie und dieMerley. Eine Menge Canäle (s. d.) sind zur innern Verbindung des Landes an-gelegt. An Seen ist England nicht reich, die größten liegen im nördl. Theile. Dergrößte Landsee ist das Winander-Meer, mit lieblichen Partien, vorzüglich auf dergrößten feiner Inseln, Noch reicher an romantischen Gegenden ist der See Der-went-Water, von schönen Wiesenflächen und steilen Felsen umgeben. Auch findetman in einigen Gegenden Sümpfe u. Torfmoore, besonders in Lincoln. Der Bo-den ist theils eben, tkeils gebirgig. An der südl. Küste ziehen sich niedrige Hügel,an der südöstl.KüsieKreideberge hin, und in den nordöstl. Provinzen, Norfolk undLincoln, erhebtsich derBoden kaum über das Meer und enthälrMarschländer. Vondem südwestlichsten Punkte Englands an Zieht sich an der westl. Küste ein immer höheraufsteigendes Gebirge, des sich, bald mehr, bald weniger, der Mitte des Landes na-