Band 
Dritter Band. D bis E.
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Englische Literatur und Wissenschaft

Universitäten blieben in ihrem alterthümlicben Zuschnitte, und es wären nur alsFortschritte zu bemerken, daß sowol in Oxford als Cambridge einige Theile derNaturwissenschaften eifriger als früher gepflegt wurden, und die Lehrart einigeVerbesserungen erhielt. Jede dieser Universitäten blieb ihrem alten Charakter auchdarin treu, daß in Oxford vorzugsweise classische Literatur, in Cambridge dagegenmit Vorliebe Mathematik getrieben wurde; aber man hat selbst in Großbritannien beiden Anstalten in dieser Hinsicht eine so verderblich einseitige Richtung vorgewor-fen, daß man behauptete, in Oxford , wo mathematische Kenntnisse zur Erlan-gung eines akademischen Grades gar nicht erfoderlich sind, sei es schwer, einenLehrer für Mathematik zu finden, während in Cambridge bei den Prüfungen derjunge Theolog oft nicht im Stande sei, einen Satz aus dem griech. Testamente zuerklären. Die Ursachen der Fortdauer dieser mangelhaften Einrichtung sind zumTheil, wieso viele andre Mißbräuche in England, in dem Interesse des Aristokra-tismus und der herrschenden Kirche, deren Mitglieder ausschließend Antheil an denakademischen Pfründen haben, gegründet, da bei einer zeitgemäßem Gestaltung derUniversitäten jene Pfründen, einträgliche Stellen ohne Amtsarbeiten, eine andreBestimmung erhalten könnten. Es zeigte sich Lies recht auffallend, als 1816—18der von dem Parlament ernannte Ausschuß zur Untersuchung über den Unterrichtder niedern Stände in der Hauptstadt, nach später erhaltenen Erweiterungen seinesAuftrags, unter des geistreichen Schottländers Brougham Vorsitz, auch die Ver-waltung der Gelehrtenschulen und der Lollegcs (s. Collegien und Univer-sitäten) auf den Universitäten in den Kreis seiner Untersuchungen ziehen wollte,bis das Oberhaus, als schon manche Mißbräuche aufgedeckt waren, dieser Einmi-schung in die Erziehung der hohem Stände sich entgegensetzte. Bei einer unbefan-genen Würdigung der engl. Hochschulen möchten die Vortheile ihrer Einrichtungdoch von den Nachtheilen überwogen werden.— Die theils durch freigebige Unter-stützung der Regierung, theils durch die Bemühungen gebildeter Männer gegrün-deten Vereine für Wissenschaften und Künste wurden gefördert, gemeinnütziger ge-macht und durch neue vermehrt. Die königl. Gesellschaft (kor-il nocieiv) in Lon-don, seit dem Tode des trefflichen Banks unter des Chemikers Davy (st. 1829)Vorsitze, gibt jährlich ihre Denkschriften („?liiloropl>icr>I li.inssclimG') heraus,und m it ihr wetteifert der gleichnamige Verein in Edinburg , welcher aus 2 Classen,der physischen und literarischen, besteht, und seit 1821 Walter Scott zum Prä-sidenten hat. Von den neugestifteten wissenschaftlichen Vereinen nennen wir als diewichtigsten: die Werner'sche naturhistorische Gesellschaft zu Edinburg , die geologi-sche Gesellschaft, die natursorschende Gesellschaft zu Cambridge (seit 1826), dieGartenbaugesellschaften zu London und Edinburg, die naturgeschichrliche zu Glas-gow (seit 1809), die entomologische Gesellschaft, die Gesellschaft für Baukunst zuLondon , die sämmtlich Denkschriften herausgeben. Dazu kamen neuerlich die1820 gestiftete .l5t>c>»c>inicn!-«c,cietx zu London und 1821 die Ilovül litemr^5ooietv. deren Zweck die Beförderung der Literatur durch Unterstützungen undPreise ist. Unter diesen gemeinnützigen Vereinen sind vorzüglich auch die seit demAnfange dieses Jahrhunderts in London von Privatpersonen gestift. Anstalten aus-zuzeichnen, welche durch öffentliche Vorlesungen über verschiedene Wissenschaftenverdienstlich wirken. Die älteste ist die sio-sl institutivn (seit 1800), die seit1818 eine gehaltreiche Zeitschrift („Journal nl soienoo. liwralurv sncl llie m l«"),unter des Chemikers Brande Leitung, herausgibt. Sie ist in der Geschichte derneuesten engl. Literatur besonders darum merkwürdig, weil der Chemiker HumphryDavy hier in s. Vorlesungen seit 1806 seine für die Wissenschaft hochwichtigenEntdeckungen vortrug. Ihr folgte 1807 die nach einem ähnlichen Plane eingerich-tete I.ontlon iiistllution, worauf andre Anstalten der Art eröffnet wurden, unterdenen die kovsl soclet^ ok litersture Ehrenmünzen und Iahreörenten für auSge-