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Englische Literatur und Wissenschaft I
bald wieder ihre alten Rechte, und aus der Bewegung der Geister, die zu einer ^allseitigen und fruchtlosen Erörterung geführt hatte, ging der Gewinn hervor,daß die Grundlagen der politischen Wissenschaften strenger untersucht wurden, und ^was diese Prüfung bestand, der Überzeugung desto fester sich aufdrang. Beton«derS mußte» die Zeitumstände vielfältige Veranlassung geben, die Grundsätze der ^Staatswirthschaft, die erst Adam Smith aus dem Zustande der Kindheit erhoben !hatte, zu erörtern, und die Lage, worein mehre europäische Staaten durch jene ^Begebenheiten gerielhen, warf oft ein helleres Licht auf viele dunkle Gebiete je-ner Wissenschaft, wie denn u. A. die Lehre vom Gelde, und besonders vom Pa- jpiergelde, von der Besteuerung und viele Fragen der Handelspolitik gründlicherals zuvor erläutert wurden. Aller dieser Anregungen und Begünstigungen ungeOachtet, waren jedoch die Staatswissenschaften in England während jenes Zeitraums 1nicht eigentlich Lieblingsbeschäftigung, und es erschien daher auch kein Werk, daSlals glänzendes Denkmal des gewonnenen höheren wissenschaftlichen Standpunktes sgelte» konnte, den nian meist nur aus den Parlamentsverhandlungen, besonders jden Berichten (Report-) der Ausschüsse, aus den Erörterungen in den politischen 'und kritischen Zeitschriften und Gelegenheitsschriften, die eben deßhalb in Englandso häufig bleibenden Werth für die Wissenschaft haben, erkennen kann. Gründliche -Bearbeitungen einzelner Theile der StaatSwissenfchaft findet man u. a. in denjSchriften des scharfsinnigen MalthuSüber Bevölkerung und über die Getreideein-ifuhrgesetze, in Thornton's Werk über Großbritanniens Papiercredit (1802), insRicardo's Untersuchungen über StaatSwirthschast und Besteuerung (1819). Miliiund Macculloch folgen den Grundsätzen Ricardo's. ^
Von einen» Überblicke des in den Wissenschaften Geleisteten können »virunssnicht abwenden, ohne die allgemeine Bemerkung zu wiederhole», daß von jeher derlWohlstand und der Patriotismus der Engländer den Wissenschaften mehr Vor-!schub als irgendwo gethan haben. Dies beweisen theils mehre reich gewordene Ge-lehrte, wie Pope , Hume, Blackstone, Hawkesworth, Gibbon, Paley, theils dievielen von Privatmännern angelegten und unterhaltenen Cabinette, wie das briti-,sehe Museum, das Lewer'fche, das Ashmol'sche, die Preisverthcilungeu, ferner dieszur Förderung einzelner Wissenschaften gestifteten Lehrstühle; und häufige gelehrtesGesellschaften, Bibliotheken, wie die des britischen Museums, Sions-Eollege^Banks, Radcliff, Bodley, Cakham »c. Ganz der Freiheit der Nation gemäß, ge-^maß dem Wohlstände, wodurch Sinn und Neigung des Einzelnen für dies oder je-nes Fach geweckt und unterstützt wird, darf man eben den Einzelnen, wie sie fürsich hier»! wirkten, weit mehr Einfluß und Verdienst zuschreiben, als der Regierung,deren Wirksamkeit in dieser Hinsicht weit zurücktritt, und die Würde und Kraft desVolks nur mehr hervorhebt. Rechnen wir hierher, bloß als Gegensatz, die Uni-versitäten Oxford und Cambridge , so springt dies sehr in die Augen. Zugleich wird,aber auch an ihrer Verfassung der engl. Nationalcharakter uns klarer. Eine eigent-liche Akademie, als ausgesprochenes, treffendes, durchaus gegliedertes Abbild derEigenthümlichkeit des Wissens der Briten, ist wol nicht zu suchen, und es ist be-reits aus Obigem klar, wie immer nur einzelne Köpfe und Talente mit großen undvorgreifenden Entdeckungen auftraten, aber kein gemeinsames, besonnen nach In-nen wirkendes Streben nach Wissenschaft sich zeigte. Wie dies nun ganz demStolze und der Freiheit der Engländer zusagte, ja nothwendig aus ihnen hervor-ging, so wurde es auch durch die in der That lässige und schlechte Verfassung jenerbeiden Universitäten unterhalten. Auch hier war und ist kein Ganzes, durch seinesBaues Gliederung und Ausdruck Ansprechendes, Belebendes und Haltendes.Dazu hat cS die Unempfänglichkeit für Theorie nicht kommen lassen. Wie demnachfür mehre Wissenschaften gar kein ünterricbk, für andre nur ein unvollständiger,der Freiheit, ja der Willkür der Lehrer überlassemr Unterricht ertheilt wird, aber