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wohnheitcn lind der Lebensweise der Vorzeit, jene Lebendigkeit in der Schilderungvon Charakteren, Ereignisse» und landschaftlicher Natur, worin ihm unter allenbritischen Dichtern Niemand gleichkommt als der Vers. der Romane, welche dieallgemeine Stimme ihm zuschreibt, aber auch hier, den lockern Zusammenhang imGewebe seiner Geschichten, auch hier, beiderKraft, die seine Sprache immer hat,oft Nachlässigkeiten, wozu die ibm eigne Raschheit im Darstellen leicht führenkonnte. — Ganz anders als bei Scott zeigte sich in Lord Byron (s. d.) ein Dich-tergeist, der jenem an ureigner Kraft gewiß überlegen war und überhaupt zu denkräftigsten unserer Zeit gehörte, aber auch ein Gemüth, das durch wilde Leiden-schaftlichkeit und finstere Weltanschauung in der Harmonie gestört wurde, welchedie Grundbedingung künstlerischer Ausbildung und Erhebung ist. Den Umfangseines dichterischen Vermögens hat er am meisten in seinen erzählenden Dichtun-gen, und vorzüglich in dem, durch Reichthum der Schilderungen und Kraft derSprache am höchsten stehenden „Childe Harold " (1812) gezeigt. Bei der leben-digsten Phantasie und dem feurigsten Gefühle aber konnte er doch, der ruhigen An-schauung ermangelnd, und bei dem durchaus subjectiven Wesen seiner Poesie, sei-nen Cbarakteren kein kräftig hervortretendes Leben verleihen, »och sie zu selbständi-gen, scharf gezeichneten Gestalten ausbilden, was denn sich auch in den Scbauspie--len reigen mußte, worin er sich in der spätern Zeit versuchte. Tbomas Camp-bell, der durch seine „Freuden der Hoffnung" (1168) und noch mehr durch das er-zählende Gedicht „Gertrud von Wyoming" (1809) sich bekanntmachte, wendetunter allen neuern Dichtern die meiste Sorgfalt auf den Ausdruck, wodurch er aber,den freien Erguß des Gemüths hemmend, oft ängstlich wird; wogegen auf der an-.dern Seite hohe Harmonie deö VersbauS, ergreifende Sanftheit in rührenden stellenzu seinen Vorzügen gehören, und besonders seine kleinern Gedichte den Leser durchreiche Phantasie und Gedankenfülle fortreißen. — Robert Southey (s. d.), nach -Scott einer der fruchtbarsten erzählenden Dichter, ist glücklich in der Schilderungreicher und ruhiger Scenen, wie die Natur sie darbietet oder s. Phantasie sie schafft,nur sind s. Gemälde oft bunt überladen, und er hat vor allen neuernDichtern sich oftdurch Flitterschimmer und Geschmacksverirrungen — wohin besonders „1 vGcn,»l jiiü^nient" in Hexametern (1822) gehört— versündigt. S. T. Coleridge-(s. d.) hat bei ausgezeichnetem Talent, besonders zur Schilderung des Furchtbarenund tiefer Blicke ins Menschenherz, sich ebenso oft als Southcy, dem er sonst anpoetischem Geiste überlegen ist, zu Abenteuerlichkeit und Tändelei hinreißen lassen.— John Wilson, ein Dichter von vorzügliche» Anlagen, singt in seinen erzäh-lenden und beschreibenden Gedickten, besonders „Tbv isle nl Pul,,»" (1816) und„Tbecitv ok ll>e pl-->^ue" (1816) in der von WordSworth angestimmten Weise,und nimmt, wie dieser, seinen Stoff am liebsten aus den Gefühlen des Volks undden Freuden des abgeschiedenen Lebens, und wen» auch, besonders wo er sich zufröhlichen Gegenständen wendet, die Zartheit seiner Empfindung entzückend ist, sovergreift er sich doch nicht selten bei dem Streben nach Einfachheit und Kraft desAusdrucks.— Thomas Moore (s. d.), ein Irländer, hatte sich schon durch s.umschreibende Übersetzung des Anakreon (1803) und seine Episteln und (dden(1806) den Ruf einer seltenen Zartheit und Melodie des Versbaues erworben, alser später auch den Dorwurf unsittlicher Lüsternheit, den man seinen jugendlichenLiedern mit Reckt macht, in seinen kräftigen und zarten irländischen Volksgesängenniied, und in '.nem erzählenden Gedickte, „Lalla Rookh" (1818), einen Höhen,orientalischen Flug nakm, aber bei zu viel Schimmer, bei oft erkünsteltein Witze undzu bunter Schilderung spracht er selten kräftig zum Herzen. George 0,-abbe(s. d.), zwar nicht frei von Manier in seinen Schilderungen, ist der krcneste und le-bendigste Nackbildner der Ncunr und dcr feinste Beobachter des Menschenherzensund seiner geheimsten Regungen, in einer einfachen und klaren Spruche, wenn