Band 
Dritter Band. D bis E.
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Englisches Theater

musik eingeführt und dasDeeorationSwesen verbessert. Lange blieb Dryden Lieb-ling des Publicunis. Seine Fehler zog der witzige Herzog v. Buckingham in seinerSebauspielprobe (,D!,e relis-ns-il") gehörig durch. Ihn ahmte Anfangs Otway»ach, der im eigentlichen Sinne verhungerte. Sein „Gerettetes Venedig", seine„Waike" w. verrathen manche gute Anlage und sind nicht ohne tiefes Gefühl undeiqenthümliche Zeichnung, bei vieler Unanständigkeit und Mangel an Composition.Nun machten sichWicherley und Congreve bekannt, pflanzten aber auch auf ihreNachfolger im Lustspiel mehr oder weniger sittenlose Unanständigkeit und unzierlicheForm fort. Zu diesen Nachfolgern gehören Farguhar, Vanbrugh , Cibber, Vteeleu. A. ^Inständiger, aber auch nüchterner wurde das Lustspiel unter Anna. Col-man (s. d.) machte sich als tüchtigen Charakteristiker bekannt. Garrick arbeiteteShakspeare oft, wie es scheint, nach sehr eiteln, persönlichen und beschränkten An-sichten um, und schrieb auch selbst für das Theater. Foote's Lustspiele sind »reistsehr nachlässig in der Anlage und Ausführung, die Charaktere aber originell und lau-nig individualisirt. Cumberland hat Wcltton und Umgangssprache, ist aber flüch-tig, herzlos. Tüchtiger ist Sheridan's komisches Talent. Setzen wir zu diesen an-geführten dramatiscbenDichtern noch einige im Trauerspiel, so ist die Geschichte derBühne ziemlich auSgemessen. Wir nennen Nie. Rowe, gest. 1718. Er bewun-derte Shakspeare und war gefühlvoll, rührend. Addison'ü „Cato" ist ein frostigfranzösirendes Stück, das vom Römischen nichts hat. Thomson ist sehr correct,aber mehr für Leser als Zuschauer. Eben so wenig ausgezeichnet ist Poung. Lillostellt häusliche und bürzerltch, Lebensscenen in gekünstelter blumiger Sprache dar.An Moore, dem Nerf. des „Spielers", rühmt man Charakteristik und Wiruatio-nen, an Brooke's Stücken leidenschaftliche, oft deklamatorische Sprache, anCla-ron Hill Regelmäßigkeit und Correckheit, jedoch ohne leidenschaftliche stärke. Inden neuesten Zeiten ist auch in England die dramatische Kunst immer mehr in Ver-fall gerathen. Die herrschende Richtung auf das äußere bürgerliche Leben und seineVerhältnisse, besonders Handel rc., ist freilich ganz folgerecht dieselbe geblieben,wenn auch die stürme der letzten Jahre hier Manches gehindert haben. Wie dieRückkehr zu den alten Sangweisen, oder bestimmter zu reden, die Rückkehr zuWahrheit, Einfachheit und Kraft, die durch das Abweichen von fremden Formenund das Suchen im innersten Gemüthe bedingt war, im Ganzen glückliche Folgenfür die Dichtkunst hakte, so konnte auch das Drama erweckt werden, wenn manwieder auf den alten Weg zurückkehrte; aber freilich haben während unsers Zeit-raums nur erstFunken aus der reichern Vorzeit herübergcleuchtet, die noch keinendramatischen Dichter weckten, der auch nur neben den bleicher» Gestirnen jener Zeitsich zeigen könnte. Wir sehen bey einem Rückblick in die nächst vorher gegangenenZeiträume, wie seit länger als einem Jahrh, das engl. Drama fast ganz aufgehörthatte, als nach Dryden's und Otway's mißlungenen Versuchen, Addison, Thom-son und Johnson noch unrühmlicher verunglückten. Congreve's, Poung's, Ho-me'g Trauerspiele sind fast die einzigen aus dem vorigen Jahrh., die halb noch imAndenken leben, aber in allen Zügen sich als die Werke einer schwächer», gefallenenZeit verrathen, wo selbst die Verehrung Shakspeare's abgenommen hatte. End-lich kehrte man zu der alten Quelle zurück. Neue Ausg. von Massinger, Brau-mont und Fletcher (1812), Ford (1811) und andern ihrer Zeitgenossen kamen demerwachten Bedürfnisse entgegen, und es erschienen nun zahllose Trauerspiele, er-klärte Nachahmungen der alten Muster. Den Reigen führte die mit vorzüglicherDichtergabe ausgestattete Schottländerin Johanne Baillie, die seit 1802 Trauer-spiele herausgab, deren jedes eine besondere Leidenschaft schildert, worauf sie Lust-spiele nach gleichem Plane folgen ließ: einem Plane, der dem Geiste Fesseln an-legte, worin er sich bei aller Anmuth in einzelnen Stellungen nicht leicht und freibewegen konnte. Dazu kam das verkehrte Bestreben, in ihren Trauerspielen den Styl