Band 
Dritter Band. D bis E.
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584 Englische Malerei EnglischcMedicin u. Chirurgie

der alten einheimischen Dichter mit der Manier der sogen, classischen S chriftstellerzu verschmelzen. Ähnliche Nachahmungen des alt-englischen Schauspiels, alle.nicht ohne Verdienst, gaben Coleridge („GewisienSgual"), Maturin („Bertrainlund Manuel"), Cornwall („Mirandola ") und Milman („Facio", „Der Fall vonJerusalem " u. a.), John Tobin („II„uev-mr>r>,>"); aber nur die Letztgenanntenund die Tchottländerin möchten sich ini Andenken erhalten, nie werden sie jedoch,ihre Muster erreichen, so lange sie zu offenbare Nachahmer sind, nicht sowohl mitdem Geiste ihrer Vorbilder wetteifern, als nur ihre Eigenheit nachbilden, nichtschreiben, wie jene jetzt schreiben würden, sondern wie sie selber, nach ihrer Mei->nung, vor 200 I. geschrieben haben könnten. Daher in allen diesen VersuchenÄngstlichkeit und Mühseligkeit. In die Reihe der neuesten Schauspieldichter sindnun auch Byron und Scott getreten. Jener gab seit 1817, wo er zuerst mit„Manfred" auftrat, „Falieri", „Sardanapal", „Die beiden Foscari", „Kam"(1822) und „Werner" (1822), aber es fehlt, bei trefflichen Zinzelnheiten, allenan dramatischer Wirkung und Mannichfaltigkeit der Charakterzeichnung. Scotterinnerte in seinem „Il->listn,, Ilill" (1822) an die alte Bemerkung, daß gute Er;zähler fast nie gute Schauspieldichter gewesen sind. Blickt man indeß auf alle jeneVersuche zurück, uwrin wenigstens die Ahnung sich ausdrückt, welcher Weg zu denalten Lorberkränzcn führe, so darf man glauben, daß eher Fortschritte als Rück-schritte zu erwarten sind, und wenn die Ahnung in begabtem und muthtgern Gei-stern zur Klarheit geworden ist, die ^Kränze noch errungen werden. — Ebensodürftig war in unserm Zeitraume die Ärnte auf dem Felde des Lustspiels, wo manbei der Nüchternheit und Schwäche, welche sich in allen Bestrebungen zeigten, sichdoch lieberde» Witz und die Lebendigkeit, die man in Farguhar'S und Vanbrugh'Salten Lustspielen, bei allen widrigen Auswüchsen findet, gefallen ließ. GeistreicheBemerkungen über den gegenwärtigen Zustand des engl. Theaters s. in Tieck'S „Dramaturg. Blättern", Bd. 2. Vgl. auch den Art. London , Theater.

Die Prosa der Brite» ist jung und beginnt mit Übersetzungen derBibel und derClassiker. Nach einigen Vorgängern im Zeitalter der Elisabeth und Heinrichs VII I.,wie z.B. Walter Raleigh , Habington (st. 1654), Drummond als Geschichtschrei-ber, Joseph Hall als Kanzelredner, gewann die Prosa durch die folgenden bürger-lichen Unruhen durch vielseitige Übung, Gewandtheit und Haltung, und der Dia-log hatte bereits früher in Shakspeare's Dramen eine der Zeit vorauseilende Voll-kommenheit erlangt. Wir nennen Milton, Cowley, den tiefgelehrten Dacon,den Dialektiker Hobbes, und den Vater der Staatsberedtsamkeit, Algernon Sidney .Gegen Ende des 17. und zu Anfange des 18. Jahrh, wird die Prosa immer mehrgeläutert und verfeinert, und sie gewinnt besonders in der Staatsberedtsamkeit einegroße politische Bedeutung. Dahin gehören der Kanzelredner Tillotson, der gedie-gene Temple, als politischer Schriftsteller, der Philosoph Locke, der classisch gebil»deteShaftsbury und der Geschichtschreiber Gilbert Durnet. Die elegante Prosader Zeit-, und Wochenschriften bildet sich seit Steele und Addison. Aus derselbenPeriode sind zu nennen: Swift, Goldsmith und die Romanschriftsteller: Richard-son, Fielding, Smollek; ferner der humoristisch-gemüthliche Sterne oder Porick,der einfach klare Chesterfield, der Ästhetiker und Moralist Home, der CiceronianerHurd, der gelehrte Johnson, der Moralphilosoph Adam Smith, Franklin und derSlaatsredner Burke. Unter den übrigen StaatSrednern verdienen Auszeichnung:Rob. Walpole, Will. Pitt (Graf Chatam), William Pitt, Fop, Sheridan :c.Dgl. oben den Abschnitt I. Geschichte.

E n g l isch e M a l e re i und Eng l ische Musik, s. Englische Kunst.

Englische Medicin und Chirurgie. Wir haben in dem Art.Deutsche Medicin darzuthun versucht, wie überall bei jedem Volke jede wis-