Band 
Dritter Band. D bis E.
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Englisches Reich in Ostindien

weiter geöffnet ist, als bei jeder andern Race. Dieser Bau begünstigt unstreitigdas weite AnSgreifen und daher den schnellen Lauf des Pferdes. Eben darum istes aber auch zum Reiten weniger bequem, sondern wird fast allein zum Wcttlaufgebraucht, und daran schon mit 18 Monaten oder 2 Jahren gewöhnt. Ist es dazunicht mehr brauchbar, so nimmt man es zur Zucht. Findet man ein solches Pferdzum Wettrennen nicht tauglich, so wird es zum Kutschpferde genommen. Nächstden Rennern werden die Iagdpferde (bunter«. buutiuoGu'rrr«) am meisten ge-schäht, mit 120 — 300 Guineen bezahlt, je nachdem sie sicher und leicht über un-gleichen Boden anhaltend lange laufen (einen guten Wind haben, sagen die Eng-länder) und über Gräben und Hecken setzen können oder nicht. Man nimmt zu die-ser Zucht gern normannische Stuten und einen Wettrennen; doch kommt es hierbeiweniger auf die Zucht als auf die Abrichtung an. Ebenso wäklt man zu Reitpfer-den (5!>il>Ilt--I>or>es) nicht die schönsten, sondern die sichersten und bequemsten.Die zur Jagd und zum Reiten nicht mehr tauglichen Renner braucht man als Vor-derpferde bei den Postkutschen (>:r>.id, -Iiurse-, ,iug«-Iior-r«). Zu den Deichsel-pferden nimmt man gewöhnlich starkgebaute Kutsch- oder Zugpferde. Noch gibtes Pferde, ,,r>n,e«. A.nlln-vuvs u. s. w. genannt, die man zum Reiten und alsEinspänner gebraucht. Sie sind sehr klein, werden auf der Weide von gemeinenAckerpferden gezeugt, kommen Winter und Sommer in keinen Stall, laufen abergeschwind und haben einen sanften Gang, daher sie gewöhnlich als Reitpferde vonFrauen und Kindern gebraucht werden. (Dgl. Wettrennen.)

Englisches Reich in Ostindien. Eine Gesellschaft von Kauf-leuten besitzt in Hindostan, unter dem Schutze der britischen Krone, ein Reich,welches 5 Mal so groß ist als Großbritannien . Die Statistiker zu Ealcutta pfle-gen jenes Reich jetzt das orientalische zu nennen. 1600 vereinigten sich 101 lond-ner Kaufleute zu einem Handel nach Ostindien, schössen ein Capital von 200,000Thlr. zusammen, welches bald um das Doppelte vermehrt wurde, und rüsteten4 Schiffe aus. Da der Gewinn beträchtlich war, so wurde das Capital auf 4Mill. Thlr. und darüber vermehrt. Durch die Begünstigung einiger indischenFürsten konnte die Gesellschaft an mehren Orten Ostindiens Factorcien anlegen.1643 wurde ihr die Stadt Madras eingeräumt, wo sie das Fort St.-George er-baute. Dies war der erste feste Punkt, den sie sich in diesem Lande erwarb. 1688wurde ein Bezirk in Bengalen, wo jetzt die Stadt Calcutta steht, erkauft. Die1688 entstandene zweite ostindische Gesellschaft vereinigte 1708 ihre Fonds mitder ältern. Zu dieser Zeit bildeten die Besitzungen der Gesellschaft die 3 Präsident-schaften Calcutta, Madras und Bombay auf dem festen Lande, und die vierte,Benkulen, auf der Insel Sumatra . Anfangs war es mehr die Absicht der Ge-sellschaft, durch diese Territorialbesitzungen sich feste Punkte für ihren Handel zuverschaffen, als Länder zu besitzen. Aber in der Mitte des 18. Jahrh, war dasReich des großen Moguls durch innere Unruhen, durch die Einfälle der Perser,Afghanen und Maratten äußerst geschwächt worden. Die Franzosen wolltensämmtliche Europäer aus Ostindien vertreiben, und die Gesellschaft sah sich nungenöthigt, Gewalt mit Gewalt zu vertilgen. Lord Clive besiegte die Franzosenund trat nun selbst als Eroberer auf. Ganz Bengalen siel in die Hände der Eng-länder. Seit 1732 hat die ostindische Gesellschaft durch eine arglistige Politikihre Herrschaft immer weiter ausgebreitet. Gegen eine jährliche Zahlung wurdeeinzelnen inländischen Fürsten eine Schuhmacht von stehenden Truppen verspro-chen. Hierdurch zog man den befreundeten Fürsten von jedem andern Bündnißund von seinen eignen DertheidigungSmitteln ab. Erst unterjochte man die Feindedieses Freundes, und dann den Freund selbst wegen seiner Undankbarkeit. Manverlangte von ihm eine Vermehrung des Tributs, Gebietsausgleichungen oder Si-cherheirsplätze; er weigerte sich dessen, und man nahm ihm Alles. Der furchtbare