Band 
Dritter Band. D bis E.
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592 Enkaustik

auf denselben Stufen liegen, aber durch Kreuz und b verschieden bezeichnet iverden,z. D. es, <>'>5; u>», b. Man redet dann auch von einem enharmonischenKla n gg e schlech te (A-'nur e»ln>, monicum). Man bedient sich dieser Verwech-selungen, wenn man plötzlich von einem sehr entfernte» oder abstechenden Ton auf-weichen muß, vorzüglich also bei dem Ausdrucke heftiger und tiefer Gemüthsbe-wegungen. Enhar manische oder diatonisch-.chromatisch-enharmonische Ton-leiter wird daher diejenige genannt, wo außer den halben Tönen noch enharmoni-sche Töne in der Fortschreitung eingeschaltet werden, B. 0 , ois, üe«; ck, clis,e,, rc. In dieser Fortschreitung kann man nur im Gesang und bei den Blas- undBogeninstrumenten eine Verschiedenheit wahrnehmen.

Enkaustik, Wachsmalerei, ging unstreitig von der Gewohnheit derAlren aus, auf Wachstafeln zu schreiben. Die Wachgtafeln zum Zeichnen ver-langten aber eine andre Behandlung als jene zum Schreiben, denn das mit Erd-farbe vermischte Wach« war nicht dünn und flüssig, sondern eine derbe Masse, wel-che demnach mit einem heißen und platten Werkzeuge ausgedehnt und eben gemachtwerden mußte. Dieses Werkzeug hieß bei den Griechen Kestron, bei den Römernveiioiilnm oder vernoilum , d. I. Brennstiel, Brennspatel, Brenngriffek. DasVerfahren selbst aber, das trockene und gefärbte Wachs mit dem heißen Griffel auf-zutragen und auszudehnen, hieß eben deßhalb Enkaustik, von dem griech. Zeitwort/ich brenne ein. Weil es damit auf Haltbarkeit und Dauer durchs Feuerabgesehen war, so erhielt das Wort Enkaustik bald eine Allgemeinheit, wie wenigandre, indem man weder die Verschiedenheit des Stoffes noch die Anwendung desFeuers unterschied. Richt nur gebraucht man dieses Wort von der Wachsilialc-rei auf Holz, Mauer und Elfenbein, sondern auch von der Malerei auf irdene Ge-schirre, von Metallarbeiten, wobei Gold und Silber aufgetragen, eingelegt undeingeschmolzen, und von Allem, was im Feuer vergoldet oder versilbert war; wel-ches man Gold - oder Silberenkaustik nannte. Die Neuern nannten die Porzel-lanmalerei und Schmelzarbeik Enkaustik, und mit eben dem Rechte darf man derGlasmalerei der mittlern Jahrhunderte, wie man fie an den Fenstern der gothischenKirchen sieht, diesen Namen geben. Es ergiebt sich von selbst, daß alles Dies mitder Wachsmalerei der Alten nichts zu thun hat. Über diese wissen wir im Grundesehr wenig. PliniuS („Ui-t. „ut.", 35, 11) berichtet uns nur, daß es eine drei-fach verschiedene Art derselben gegeben habe. Bei der ersten Art wurde das Wachszerlassen, fein geriebene Erdfarbe, so viel es einsangen konnte, beigemischt, unddann diese Masse (eläodorisches Wasser) auf Holz oder Mauer mit den» heißenSpatel aufgetragen und geebnet. Erkaltet war sie der Grund, worauf der Zeich-ner mit einem kalten spitzigen Griffel die Linien eingrub, und so war es eigentlichnicht die Malerei, sondern der Wachsgrund, welcher eingebrannt wurde, und die-ses Einbrennen gab der Malerei nur »»eigentlich den Namen der Enkaustik. Überdie zweite Art, die eingebrannte Malerei auf Elfenbein, haben lange die irrigstenVorstellungen epistirk. Die richtigste Meinung scheint die des Pros. Grund inFlorenz , der sich selbst mit enkaustischer Malerei vielfach beschäftigt hat. Als näm-lich t.e Kunst der Umrisse anfing bedeutend zu werden, d. i. als man es aufTafelnvon hartem Wachse zu einiger Vollkommenheit gebracht hatte, wollte man dieseArbeit im Kleinen auf Elfenbein anwenden, welches damals im höchsten Werthestand. Tafeln von Elfenbein wurden also mit schwarzem oder rothem Wachse über-zogen, und die Zeichnungen mit dem Griffel darein gegraben, wobei man die Ab-sicht hatte, die reine und glatte Weiße des Elfenbeins für die Linienzüge zu benu-tze», damit dieselben sich schöner auSsprechen möchten. Eü war also nichts mehrund nichts wniiger als dieselbe enkaustische Arbeit, statt auf Holz oder Mauer imGroßen, auf Elfenbein im Kleinen. Die dritte Art ist Austragung der Wachs-farben mit einem Pinsel. Über das Wie ist auch hier Verschiedenheit der