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Dritter Band. D bis E.
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594 Ensemble Enterbung

schen und lat. Sprache, wodurch sein großer Einfluß auf die Bildung der letzter»möglich gemacht wurde. Die Rauhigkeit und Härte seines Stpls, welche man derZeit, in welcher erlebte, zurechnen muß, werden mehr als ausgeglichen durch dieKraft seines Ausdrucks und das Feuer seiner spräche. Quinrilmn rühmt ihn mitvieler Wärme, und Dirgil zeigt, wie sehr er ihn schätzte, durch die Ausnahme ganzerVerse aus seinen Gedichten in die eignen Werke. Er versuchte sich fast in allen Gat-tungen der Poesie, bald weniger, bald niehr nach dem Griechischen. So schrieb er inHexametern ein episches Gedicht „Scipio"; römische Annalen von der ältesten bisauf seine Zeit; Tragödien und Komödien, von welchen noch einige Bruchstückeübrig sind; Sakyren und Epigramme; Übersetzungen. Seine Verdienste um dielat. Sprache und Prosodie erwarben ihm das römische Bürgerrecht und bewirkten,daß ihn die Römer als den Vater ihrer Poesie betrachteten (Horaz , „,1r> zmoi.",5b cle.). Seine Bruchstücke hat gesammelt HesseliuS (Amst. 1107, 4.).

Ensemble, das Ganze, ohne Rücksicht auf seine einzelnen Theile. Wennman bei Beurtheilung eines Gegenstandes der schönen Künste aufdie Wirkung hin-sieht, die alle Theile zugleich auf uns machen, ohne auf das Einzelne Rücksicht zunehmen, so sagt man: das Ensemble ist dabei so oder so beobachtet; z.B. bei einemGemälde: wenn man auf die Empfindungen hinsieht, welche die Vereinigungaller Gegenstände bewirkt, es sei nun in Hinsicht auf den Geist desselben, oder inAbsicht der Harmonie der Farben, der Haltung, des Hellen oder Dunkeln :c.,wenn die Darstellung der einzelnen Künstler zu einem Ganzen zusammenwirkt; da-her man auch häufig von einer Schauspielergesellschaft überhaupt sagt, sie habe eingutes Ensemble oder sie bilde kein Ensemble. Zm ersten Falle passen die Schau-spieler nach ihrer Persönlichkeit und Vorzügen gut zusammen und haben sich miteinander, was man sagt, eingespielt; im letzter» Falle findet das Gegentheilstatt. Gewisse Darstellungen in der Kunst wirken als Ganzes. Dieses ist der'Fall bei gewissen Landschaften in der Malerei, wo die einzelnen Gegenstände garnicht wirken, doch zusammen eine reizende Ansicht gewähren. Umgekehrt gibt esWerke, wo das Einzelne die Hauptsache ist, z.B. in Komödien, wo öfters dasGanze keiner Aufmerkftmkeit werth, aber der einzelnen Charaktere wegen wichtig ist.Zn der Musik beißen Ensembles solche mehrstimmige Tonstücke, in welchen dieHauptsiimmcn selbständig sind, z. B. in den Opern und Oratorien die Quintetteund Finales. Chöre, in welchen die Stimmen zu einem und demselben Charakterzusammenstimmen, und Tonsiücke von 2 oder 3 Hauptstimmen werden gewöhnlichnicht Ensembles genannt.

Entbindungskunst, s. Geburtshülfe.

Enterbung ist die Ausschließung eines nothwendigen Erben von allem An-theil an der Verlassenschaft. Nothwendige Erben, denen wenigstens ein gewisserTheil, der Pflicht theil, hinterlassen werden muß, sind: Descendenten undAsccndenten. Um ihnen auch den Pflichkiheil zu entziehen, müssen sie in einemförmlichen Testamente ausdrücklich für erblos erklärt, und dabei die gesetzliche Ur-sache genau und namentlich bezeichnet sein. Zu Enterbung der Descendenten gibt esnach Nov. 115, Cap. 3, ohne alle Ausdehnung folgende 14 Ursachen: 1) Real-,2) Verbrechen beschuldigende Verbalinjurien, 3) Anklage (außer bei Majestätsver-brcchen), worauf Leibes- oder Lebensstrafe, 4) worauf große Vermögensstrafe fol-gen würde, 5) Umgang und Zusammenhalten mit verbrecherischen Menschen alsVerbrecher, 6) Lebensnachstellung, 1) Beischlaf mit der Stiefmutter, 8) Verwei-gerung der Verkürzung für den verschuldet gewesenen Vater (nur für Söhne gül-tig , 9) Verhinderung an Errichtimg eines Testaments, 10) Ergreifung des Ko-niödiantenlebens wider Willen der Altern, und Verbleiben darin bis zu desTestircrSTode, es wäre denn, daß die Ältern selbst dies Gewerbe trieben, 11) wenn eine Toch-ter vor dem 25. Z. einen Mann bekonunen soll, ihn aber ausschlägt und sich einem